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Lebensmittelkontaktmaterialien

Unter Lebensmittelkontaktmaterialien versteht man alle Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, wie Verpackungen und Behälter, Küchenutensilien, Besteck und Geschirr. Diese können aus einer Vielzahl von Materialien bestehen, wie Kunststoff, Gummi, Papier und Metall.

Dazu zählen auch Materialien, die in Verarbeitungsgeräten – beispielsweise Kaffeemaschinen – oder in Produktionsanlagen sowie Transportbehältern Verwendung finden. Die europäischen Gesetzesvorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien erfassen ferner Materialien, die mit Wasser in Berührung kommen, das für den menschlichen Verzehr bestimmt ist (z.B. Flaschen), was Anlagen für die ortsfeste öffentliche oder private Wasserversorgung jedoch nicht mit einschließt.

Die Sicherheit von Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, muss bewertet werden, da chemische Stoffe von den Materialien in Lebensmittel übergehen können. Die Lebensmittelkontaktmaterialien müssen in Übereinstimmung mit den EU-Rechtsvorschriften, einschließlich jenen zur guten Herstellungspraxis, hergestellt werden, so dass ein etwaiger möglicher Übergang in Lebensmittel keine Sicherheitsbedenken aufwirft, die Zusammensetzung der Lebensmittel nicht in inakzeptabler Weise verändert sowie den Geschmack und/oder Geruch der Lebensmittel nicht beeinträchtigt.

Aktuelles

Im Mai 2022 veröffentlichte die EFSA ein wissenschaftliches Gutachten zur Identifizierung und Priorisierung von Weichmacher-Stoffen in Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM) für eine Neubewertung sowie ein Protokoll zur Bewertung der Exposition gegenüber diesen Stoffen.

Die Europäische Kommission (EK) hatte die EFSA gebeten, vorbereitende Arbeiten zur Neubewertung der Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Weichmachern wie Phthalaten, anderen strukturell ähnlichen Stoffen sowie Stoffen, die als Ersatz für Phthalate in FCM verwendet werden, durchzuführen.

Wir haben diese Arbeit in enger Zusammenarbeit mit der ECHA durchgeführt, um gemeinsam die Umsetzung der EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit zu erleichtern, u. a. durch den Ansatz "Ein Stoff, eine Bewertung" (One-Substance, One-Assessment).

Wir werden noch vor dem Sommer Aufforderungen zur Sammlung von Daten über das Vorkommen prioritärer Stoffe in Lebensmitteln und in FCM veröffentlichen, um die Prioritätenliste zu verfeinern und Expositionsschätzungen für die Risikobewertungen abzuleiten.

Die Arbeiten der EFSA werden die Grundlage für die Durchführung vollständiger Risikobewertungen bilden, die in einem zweiten Schritt folgen werden.

Milestones

  1. 2022

    November

    EFSA published a scientific protocol for the hazard assessment of phthalates, structurally similar substances, and substances used to replace phthalates in FCMs.

  2. May

    EFSA published an opinion on the identification and prioritisation of plasticiser substances in FCMs for reassessment and a protocol for assessing exposure of the prioritised substances.

  3. 2021

    November

    EFSA published a draft scientific opinion on the re-evaluation of the risks to public health related to the presence of bisphenol A (BPA) in foodstuffs.

  4. March

    ECHA and EFSA published a joint document to compare the evaluations performed on silver compounds used as biocidal active substances in FCMs.

Aktivitäten

Die generelle Aufgabe der Bewertung von Stoffen, die zur Verwendung in Lebensmittelkontaktmaterialien bestimmt sind, sowie die Durchführung zusätzlicher Risikobewertungen im Zusammenhang mit Lebensmittelkontaktmaterialien fällt in den Aufgabenbereich des Gremiums für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEP).

Die Tätigkeit des Gremiums besteht im Wesentlichen in der Sichtung und Auswertung wissenschaftlicher Informationen und Daten, die von den Antragstellern vorgelegt werden. Die EFSA hat Leitlinien für die Einreichung von Anträgen auf Sicherheitsbewertung von Stoffen, die zur Verwendung in Lebensmittelkontaktmaterialien bestimmt sind, veröffentlicht. Außerdem hat die Behörde spezifische Leitlinien für die Einreichung von Anträgen im Zusammenhang mit aktiven und intelligenten Verpackungen sowie für Verfahren zum Recycling von Kunststoffen, die in Lebensmittelkontaktmaterialien verwendet werden, entwickelt.

Das CEP-Gremium beantwortet auch Ad-hoc-Ersuchen der Europäischen Kommission um Überprüfung bestimmter Lebensmittelkontaktmaterialien in Anbetracht neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und/oder veränderter Verwendungsbedingungen.

Rolle der EFSA

Die EFSA verabschiedet und veröffentlicht wissenschaftliche Gutachten und leistet Risikomanagern wissenschaftliche Beratung zur Sicherheit von Stoffen, die bei der Herstellung von Lebensmittelkontaktmaterialien verwendet werden bzw. dazu bestimmt sind sowie zur Sicherheit der diesbezüglichen Verfahren (z.B. Recycling von Kunststoffen).

EU-Rechtsrahmen

Die allgemeinen Anforderungen für sämtliche Lebensmittelkontaktmaterialien sind in der Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 festgelegt. Die Regeln guter Herstellungspraxis für Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, werden in Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 beschrieben. Für bestimmte Materialien – wie Keramik, regenerierte Zellulose-Folie, (wiederverwertete) Kunststoffe sowie aktive und intelligente Materialien – gibt es spezifische EU-Verordnungen. Außerdem existieren Richtlinien zu einzelnen Stoffen bzw. Stoffgruppen, die bei der Herstellung von Lebensmittelkontaktmaterialien verwendet werden.

Die Bestandteile von Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, dürfen nicht in inakzeptablen Mengen in Lebensmittel übergehen (Migration). Dies hängt davon ab, inwiefern gewährleistet ist, dass während des Kontakts kein Übergang von gefährlichen Konzentrationen chemischer Stoffe aus dem Material auf Lebensmittel stattfindet.

Im Rahmen eines europäischen Netzwerks betreibt die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission ein EU-Referenzlabor für Lebensmittelkontaktmaterialien. Dieses unterstützt mit seiner wissenschaftlichen Arbeit die Politik der EU im Bereich Lebensmittelsicherheit, indem es Forschungsergebnisse und Analysedaten zu Lebensmittelkontaktmaterialien zur Verfügung stellt.

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