Internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit

Fragen der Lebensmittelsicherheit sind oft von globaler Tragweite. Internationaler Handel, Reisen, Migration und selbst Klimawandel können sich auf die Regulierung der Lebensmittelsicherheit auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene auswirken.

Darum pflegt die EFSA enge Arbeitskontakte mit Lebensmittelbehörden in verschiedenen Teilen der Welt sowie mit internationalen Organisationen. Das Mehrjahresprogramm für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit 2014-2016 der EFSA beschreibt, wie dies in der Praxis umgesetzt wird.

Internationale Organisationen

Die EFSA unterstützt die Europäische Union bei ihren internationalen Verpflichtungen, indem sie wissenschaftliche und technische Beratung zu Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Codex Alimentarius der Vereinten Nationen leistet.

  • Dies umfasst Beziehungen mit den Sachverständigenausschüssen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Kontakte mit Drittländern außerhalb der EU.
  • Wenn die Europäische Kommission um unsere Unterstützung bittet, nehmen EFSA-Sachverständige auch an Sitzungen der Codex-Alimentarius-Kommission teil. Dieses Gremium wurde im Rahmen des gemeinsamen Programms von FAO und WHO zur Aufstellung von Lebensmittelstandards eingerichtet, um Lebensmittelstandards, Richtlinien, Verfahrensregeln und ähnliche Texte zu erarbeiten. Die EFSA hat zu verschiedenen einschlägigen Sitzungen Beiträge geleistet, so etwa zu Grundsätzen der Risikoanalyse und im Bereich der Biotechnologie.
  • Wir arbeiten auch mit internationalen Organisationen zusammen, die für die Bereitstellung wissenschaftlicher Beratung bzw. die Festlegung internationaler Standards verantwortlich sind. Zu diesen Organisationen zählen, neben WHO und FAO, das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen, die Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum, die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Weltorganisation für Tiergesundheit.

Drittländer

Die EFSA baut ihre weltweiten Beziehungen zu Behörden mit ähnlichen Aufgaben kontinuierlich aus.

  • Manchmal geschieht dies durch formelle Abkommen mit für die Risikobewertung zuständigen Aufsichtsbehörden; dies gilt etwa für Australien, Kanada, Japan, Neuseeland und die Vereinigten Staaten.
  • Die Zusammenarbeit mit Kollegen in vielen anderen Ländern (einschließlich Brasilien, Chile, China, Hongkong, Korea, Malaysia, Singapur, Thailand und Taiwan) wird intensiviert durch den Austausch von Erfahrungen, Arbeitsprogrammen und Ansichten bezüglich der Risikobewertung im Bereich der Lebensmittelsicherheit.

EU-Erweiterung

Bevor sie der EU beitreten können, müssen Bewerberländer bestimmte Anforderungen erfüllen. Fragen der Lebensmittelsicherheit spielen eine wichtige Rolle in den Beitrittsverhandlungen bezüglich einer EU-Mitgliedschaft.

  • Die EFSA arbeitet seit 2005 mit EU-Erweiterungsländern. Zu den Beitrittskandidaten zählen derzeit: Montenegro, Republik Nordmazedonien, Serbien, die Türkei und Albanien. Bosnien und Herzegowina sowie der Kosovo* haben den Status potenzieller Kandidatenländer.
  • Zwischen der EFSA und den Lebensmittelsicherheitsbehörden der genannten Länder bestehen umfangreiche Kontakte im Rahmen der aus Mitteln des Instruments für Heranführungshilfe (IPA) finanzierten Heranführungsprogramme der EFSA. Diese Programme sollen die nationalen Behörden auf ihre mögliche zukünftige Zusammenarbeit mit der EFSA im Rahmen einer EU-Vollmitgliedschaft besser vorbereiten.

*Diese Bezeichnung berührt nicht die Standpunkte zum Status und steht im Einklang mit der Resolution 1244 des VN-Sicherheitsrates und dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovos.

EU-Nachbarschaft

Lebensmittelsicherheit ist ein wichtiger Aspekt der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) der EU. Die Union arbeitet mit ihren südlichen und östlichen Nachbarn im Rahmen der ENP zusammen, um eine möglichst enge politische Verbindung und den höchstmöglichen Grad an wirtschaftlicher Integration zu erreichen.

  • Das Wissen der Nachbarschaftsländer um EU-Vorschriften und -Verfahren im Bereich der Verbrauchersicherheit – einschließlich des Vorgehens zur Bewältigung von Lebensmittelkrisen – sowie der freie Verkehr von Lebens- und Futtermitteln sind von entscheidender Bedeutung für den Schutz der Verbraucher und tragen gleichzeitig zur Förderung des regionalen Handels bei. Die Länder benötigen Informationen über die EFSA, Risikobewertung und Risikokommunikation sowie das Europäische Lebensmittelsicherheitssystem, um ihre Systeme so weit wie möglich an jene in Europa anzupassen.
  • Die EFSA kooperiert mit EU-Nachbarländern im Rahmen des Europäischen Nachbarschaftsinstruments (ENPI). Über dieses Programm betreibt die Behörde aktiv eine stärkere Einbindung der folgenden Länder in ihre Arbeit: Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Moldawien, Palästina**, Syrien, Tunesien und die Ukraine.

** Diese Bezeichnung ist nicht als Anerkennung eines Staates Palästina auszulegen und lässt die Standpunkte der einzelnen Mitgliedstaaten zu dieser Frage unberührt.