Glyphosat

Einleitung

Glyphosat ist ein chemischer Stoff, der breiten Einsatz in Pflanzenschutzmitteln findet. Auf Glyphosat basierende Pflanzenschutzmittel – d. h. Formulierungen, die Glyphosat und weitere chemische Stoffe enthalten – werden vor allem in Landwirtschaft und Gartenbau zur Bekämpfung von Unkräutern verwendet, die mit Kulturpflanzen konkurrieren.

Glyphosat ist derzeit bis zum 15. Dezember 2022 für die Verwendung in der EU zugelassen. Dies bedeutet, dass es bis zu diesem Zeitpunkt als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln verwendet werden kann, wobei jedes Produkt nach einer Sicherheitsbewertung von den nationalen Behörden zugelassen werden muss.

Die derzeitige fünfjährige Zulassung wurde im Jahr 2017 von der Europäischen Kommission auf der Grundlage separater Bewertungen durch die EFSA und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) erteilt. Ein Schritt-für-Schritt-Bericht über das Zulassungsverfahren 2017 kann auf der Website der Europäischen Kommission abgerufen werden.

 

Antrag auf Verlängerung

Im Jahr 2019 stellte die Glyphosat-Verlängerungsgruppe (Glyphosate Renewal Group, GRG) – eine Unternehmensgruppe, die die Erneuerung der Glyphosatgenehmigung in der EU anstrebt – einen förmlichen Antrag auf Genehmigung von Glyphosat über das Jahr 2022 hinaus. Damit wurde das in den EU-Rechtsvorschriften vorgesehene Überprüfungsverfahren eingeleitet.

Der Antrag wird von vier EU-Mitgliedstaaten – Frankreich, Ungarn, Niederlande und Schweden – gemeinsam als „Berichterstatter“ geprüft und bewertet. Diese Gruppe wird als Bewertungsgruppe für Glyphosat (Assessment Group on Glyphosate, AGG) bezeichnet.

Am 8. Juni 2020 reichte die GRG das Dossier ein, das die erforderliche Reihe von wissenschaftlichen Studien und Literaturdaten enthielt. Alle Unterlagen, die zum Bewertungs- und Peer-Review-Verfahren eingereicht wurden, stehen auf der GRG-Website zur Verfügung .

Die AGG hat das Dossier geprüft und bewertet nun die von der GRG vorgelegten Informationen. Sobald diese Bewertung abgeschlossen ist, wird sie der EFSA in Form eines Bewertungsberichts im Hinblick auf die Verlängerung (RAR) übermittelt, damit das Peer-Review-Verfahren eingeleitet werden kann. Die endgültige Schlussfolgerung der EFSA wird voraussichtlich Mitte 2022 veröffentlicht. Weitere Informationen zum Verlängerungs- und Peer-Review-Verfahren finden Sie hier.

Parallel zu der von der EFSA geleiteten Bewertung wird die ECHA die Einstufung von Glyphosat gemäß der Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (CLP-Verordnung) der EU überprüfen. Die Einstufung von Chemikalien basiert ausschließlich auf den gefährlichen Eigenschaften eines Stoffs – z. B. ätzende oder reproduktionstoxische Wirkung – und berücksichtigt nicht die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber diesem Stoff. Die Exposition wird als Teil des Risikobewertungsprozesses angesehen, der von der EFSA geleitet wird. Die Bewertung durch die ECHA wird 2022 vorgelegt, bevor die Schlussfolgerungen der EFSA vorgestellt werden.