Aktuelles zu BPA: Arbeitsgruppe beginnt mit Auswertung neuer Studien

Eine neue EFSA-Arbeitsgruppe von wissenschaftlichen Sachverständigen beginnt diesen Monat mit der Auswertung jüngster toxikologischer Daten zum Lebensmittelkontaktmaterial Bisphenol A (BPA).

Anschließend wird das EFSA-Gremium für Lebensmittelkontaktmaterialien, Enzyme und Verarbeitungshilfsstoffe (CEP) die potenziellen Gefahren von BPA in Lebensmitteln erneut bewerten und den vorläufigen sicheren Grenzwert überprüfen, der bei der vorhergehenden vollständigen Risikobewertung der EFSA 2015 bestimmt wurde. Diese Neubewertung soll bis 2020 abgeschlossen sein.

Die EFSA hat BPA mehrfach als Stoff, der in Lebensmittelkontaktmaterialien verwendet wird, bewertet. Im Jahr 2015 verpflichteten sich die Sachverständigen der EFSA dazu, die Toxizität des Stoffes erneut zu bewerten, sobald die Ergebnisse neuer in den USA durchgeführter Studien des Consortium Linking Academic and Regulatory Insights on BPA Toxicity (CLARITY-BPA-Programm) vorliegen.

Dr. Claudia Roncancio Peña, Leiterin des EFSA-Referats Lebensmittelzutaten und -verpackungen, erklärte: „Ich freue mich, verkünden zu können, dass wir die Sachverständigen für unsere neue BPA-Arbeitsgruppe ausgewählt haben.“

„Ihre Aufgabe besteht darin, Daten auszuwerten, die seit Dezember 2012 – dem Stichtdatum der letzten BPA-Bewertung der EFSA – veröffentlicht wurden. Unterstützt werden sie bei dieser Arbeit durch das wissenschaftliche Protokoll für die Gefahrenbewertung von BPA, das 2017 von der EFSA und einer Gruppe internationaler Experten fertiggestellt und anschließend im Rahmen eines öffentlichen Workshops diskutiert wurde.“

Bei dem Protokoll handelt es sich um einen detaillierten Plan, der vor Beginn einer Bewertung deren Umfang, Methodik und Datenanforderungen auf transparente Weise festlegt.

Reaktion auf Stakeholder-Feedback

Dr. Roncancio Peña fügte hinzu: „In einem ersten Schritt werden die Sachverständigen die neue EFSA-Methodik für die Bewertung von Evidenz zur Toxizität von BPA anhand einer repräsentativen Auswahl an Schlüsselstudien aus früheren Bewertungen testen und die Ergebnisse veröffentlichen. Dies ist eine direkte Reaktion auf Rückmeldungen, die wir während der öffentlichen Konsultation zum Protokoll erhalten haben.“

BPA: jüngste und kommende Meilensteine
  • 2015: EFSA-Gutachten zu BPA, vorläufige tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 4 Mikrogramm pro kg Körpergewicht
  • 2017: Konsultation und Workshop zum wissenschaftlichen Protokoll für die nächste BPA-Bewertung, anschließend veröffentlicht
  • September 2018: Arbeitsgruppe des CEP-Gremiums nimmt Arbeit auf
  • Oktober 2018: Aufruf zur Dateneinreichung endet
  • 2018-2019: Bericht über Protokoll-Tests an zentralen Studien, die vor 2013 vorlagen
  • 2018-2020: Neubewertung der Toxizität von BPA, neue Gefahrenbewertung für BPA

Daten können noch eingereicht werden

Die EFSA hat einen Aufruf zur Einreichung von Daten für die Gefahrenbewertung zu BPA veröffentlicht, dessen Frist unlängst auf den 15. Oktober 2018 verlängert wurde. Alle einschlägigen neuen Studien und Daten zu BPA, die seit dem 31. Dezember 2012 publiziert wurden, können zwecks möglicher Einbeziehung in die bevorstehende Neubewertung der Sicherheit von BPA bei der EFSA eingereicht werden.

Die Literaturauswertung sowie die Einbeziehung bzw. der Ausschluss der aus den einschlägigen Studien zu extrahierenden Daten folgen ebenfalls dem wissenschaftlichen Protokoll.

Internationale Dimension

Die Arbeitsgruppe wird die Ergebnisse des in den USA durchgeführten CLARITY-BPA-Programms auswerten. Die Hauptstudie von CLARITY-BPA wurde im Februar 2018 veröffentlicht, und die Ergebnisse der akademischen Studien des Konsortiums zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von BPA bei niedrigen Dosen werden für Oktober 2018 erwartet.

Dr. Roncancio Peña hierzu: „Experten des CLARITY-Programms werden Mitte September bei der EFSA-Konferenz „Science, Food, Society“ (Wissenschaft, Lebensmittel, Gesellschaft) anwesend sein, um das ganze Forschungsprogramm vorzustellen. Dies wird sicherlich auch unserer eigenen Arbeit zu BPA zugute kommen.“

Die EFSA steht auch in regelmäßigem Kontakt mit der Europäischen Chemikalienagentur, deren Arbeiten zur Identifizierung und Klassifizierung von BPA im Rahmen der REACH-Verordnung parallel zur Bewertung durch die EFSA fortgesetzt werden.

Im Folgenden finden Sie Links zum Mandat der EFSA-Arbeitsgruppe und den Lebensläufen und Interessenerklärungen der darin tätigen Sachverständigen:

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