EU-Bericht liefert Grundlage zur wirksamen Bekämpfung der bakteriellen Resistenzentwicklung

EU-Agenturen veröffentlichen erste integrierte Analyse von Human- und Tierdaten

Der Einsatz bestimmter antimikrobieller Wirkstoffe bei Tieren und Menschen steht im Zusammenhang mit der Entwicklung bakterieller Resistenzen gegenüber diesen Wirkstoffen. Darüber hinaus bestehen zwischen den Ländern Europas bedeutende Unterschiede hinsichtlich des Verbrauchs antimikrobieller Wirkstoffe bei Tieren und Menschen. Dies sind einige der Ergebnisse der ersten integrierten Analyse von Daten über Menschen, Tiere und Lebensmittel in Europa, die vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gemeinsam veröffentlicht wurde.

Der erste gemeinsame Bericht von ECDC, EFSA und EMA über die integrierte Analyse des Verbrauchs antimikrobieller Wirkstoffe und das Auftreten von Antibiotikaresistenzen bei Bakterien in Menschen und zur Lebensmittelgewinnung dienenden Tieren weist auch auf die beschränkte Datenlage hin, die es zu verbessern gilt, um weitergehende Analysen und Schlussfolgerungen zu ermöglichen. Dies betrifft u.a. zusätzliche Daten über den Verbrauch antimikrobieller Wirkstoffe nach Tierarten, den Antibiotikaverbrauch in Krankenhäusern für weitere europäische Länder sowie die Überwachung resistenter Bakterien in der normalen Flora bei sowohl gesunden als auch kranken Personen.

Die Analyse wurde auf Ersuchen der Europäischen Kommission vorgenommen und fasst Daten von fünf europäischen Überwachungsnetzwerken zusammen, die Informationen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie aus Island, Norwegen und der Schweiz zusammentragen.

Dieser ganzheitliche Ansatz zielt darauf ab, die vorliegenden Daten besser zu nutzen und so koordinierte Systeme zur Überwachung des Antibiotikaverbrauchs und der Antibiotikaresistenz in der Human- und Tiermedizin zu fördern und es Entscheidungsträgern zu ermöglichen, über die beste Vorgehensweise zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen bei Mensch und Tier zu befinden.

Der gemeinsame Bericht wird auch in den Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Abwehr der zunehmenden Gefahr durch Antibiotikaresistenzen einfließen. Außerdem werden die Daten zur Etablierung wirksamer Methoden und zur Festlegung von Prioritäten im Kampf gegen die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen beitragen.

Dies ist der erste einer Reihe von Berichten, die EMA, EFSA und ECDC auf Grundlage der Daten verschiedener Überwachungsnetzwerke zu veröffentlichen beabsichtigen.

Der Zugang zu genauen Daten über den Einsatz antimikrobieller Wirkstoffe und das Auftreten von Antibiotikaresistenzen ist ein wesentlicher Schritt bei der Entwicklung und Überwachung von Strategien zur Verminderung der Resistenzentwicklung, die dafür sorgen, dass Antibiotika auch für künftige Generationen wirksame Behandlungsoptionen bleiben.

Notes to editors
  1. Diese Pressemitteilung und alle dazugehörigen Dokumente sind über die Websites der drei Agenturen abrufbar.
  2. Die analysierten Daten stammen von den europäischen Überwachungsnetzwerken EARS-Net, ESAC-Net, FWD-Net, Scientific Network for Zoonosis Monitoring Data und ESVAC.
  3. Weitere Informationen über den Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Abwehr der steigenden Gefahr der Antibiotikaresistenz finden sich unter: http://ec.europa.eu/dgs/health_food-safety/docs/communication_amr_2011_748_de.pdf
  4. Weitere Informationen über die Arbeit des ECDC zur Überwachung von Antibiotikaresistenzen und des Antibiotikaverbrauchs in den Ländern der EU und des EWR finden sich unter: http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/antimicrobial_resistance/Pages/index.aspx
  5. Weitere Informationen über die Arbeit der EFSA zu Antibiotikaresistenzen finden sich unter: http://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/amr.htm
  6. Weitere Informationen über die Arbeit der EMA zur Antibiotikaresistenzen finden sich unter: http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/special_topics/general/general_content_000439.jsp&mid=WC0b01ac058002d4e9
Kontakt

Pressestelle des ECDC
Tel.: +46 (0)8 586 01 678
E-Mail: press [at] ecdc.europa.eu

Medienstelle der EFSA

Tel.: +39 0521 036 149
E-Mail: Press [at] efsa.europa.eu

Pressestelle der EMA

Tel.: +44 (0)20 3660 8427
E-Mail: press [at] ema.europa.eu