Futtermittelzusatzstoffe

Einleitung

Futtermittelzusatzstoffe sind Produkte, die für die Tierfütterung verwendet werden, um eine Wirkung auf das Futter, die Tiere und die Lebensmittelprodukte, die aus den mit Futtermittelzusatzstoffen gefütterten Tieren gewonnen werden, sowie auf die Umwelt zu erzielen. Futtermittelzusatzstoffe werden zum Beispiel eingesetzt, um den Geschmack des Futtermittels zu verbessern, den Bedarf an bestimmten Nährstoffen zu decken oder die Leistung von Tieren mit guter Gesundheit zu steigern.

Sie werden in Futtermitteln für zur Lebensmittelerzeugung genutzte Tiere und in Heimtierfutter verwendet.

Futtermittelzusatzstoffe enthalten:

  • technologische Zusatzstoffe, z. B. Konservierungsmittel, Antioxidationsmittel, Emulgatoren, Säureregulatoren, Silierzusatzstoffe;
  • sensorische Zusatzstoffe, z. B. Aromastoffe, Farbstoffe;
  • ernährungsphysiologische Zusatzstoffe, z. B. Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente;
  • zootechnische Zusatzstoffe, z. B. Verdaulichkeitsförderer;
  • Kokzidiostatika und Histomonostatika.

Futtermittelzusatzstoffe dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie nach einer wissenschaftlichen Bewertung durch die EFSA zugelassen wurden, aus der hervorgeht, dass der Zusatzstoff keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und auf die Umwelt hat.

Meilensteine

2021 EFSA veröffentlicht neue Leitlinien zu den Informationen, die Antragsteller in ihre Anträge auf Verlängerung der Zulassung von Futtermittelzusatzstoffen aufnehmen müssen.

2019 EFSA veröffentlicht Guidance on the assessment of the safety of feed additives for the environment (Leitlinien zur Bewertung der Sicherheit von Futtermittelzusatzstoffen in Bezug auf die Umwelt). Darin wird festgelegt, welche Arten von Informationen und Daten Antragsteller in ihre Dossiers aufnehmen müssen, damit die EFSA die Sicherheit des Futtermittelzusatzstoffs in Bezug auf die Umwelt bewerten kann.

EFSA veröffentlicht Aktualisierung des Rechners für die Verbraucherexposition gegenüber Futtermittelzusatzstoffen (Feed Additive Consumer Exposure, FACE). Dies ist ein benutzerfreundliches Tool zur Schätzung der chronischen und akuten ernährungsbedingten Exposition gegenüber Rückständen von Futtermittelzusatzstoffen und ihren Metaboliten in Lebensmitteln tierischen Ursprungs.

2018 Die EFSA veröffentlicht den Rechner für die sichere Höchstkonzentration von Futtermittelzusatzstoffen im Futter für Zielarten (Feed Additives Maximum Safe Concentration in Feed for Target Species, FACTS). Hierbei handelt es sich um ein Tool zur Schätzung der sicheren Höchstkonzentration von Futtermittelzusatzstoffen in Futtermitteln für verschiedene Tierkategorien und -arten.

Die EFSA veröffentlicht Guidance on the assessment of the efficacy of feed additives (Leitlinien zur Bewertung der Wirksamkeit von Futtermittelzusatzstoffen). Darin sind die Datenanforderungen festgelegt und Informationen über das Design von Studien und die entsprechende Berichterstattung zum Nachweis der Wirksamkeit enthalten.

Die EFSA veröffentlicht Guidance on the characterisation of microorganisms used as feed additives or as production organisms (Leitlinien zur Charakterisierung von Mikroorganismen, die als Futtermittelzusatzstoffe oder Produktionsorganismen verwendet werden). Darin werden die Datenanforderungen für die Identifizierung und Charakterisierung mikrobieller Futtermittelzusatzstoffe festgelegt.

2017 Die EFSA veröffentlicht Guidance on the identity, characterisation and conditions of use of feed additives (Leitlinien zur Identität, Charakterisierung und zu den Verwendungsbedingungen von Futtermittelzusatzstoffen.

Die EFSA veröffentlicht Guidance on the assessment of the safety of feed additives for the target species (Leitlinien zur Bewertung der Sicherheit von Futtermittelzusatzstoffen in Bezug auf Zielarten).

Die EFSA veröffentlicht Guidance on the assessment of the safety of feed additives for the consumer (Leitlinien zur Bewertung der Sicherheit von Futtermittelzusatzstoffen in Bezug auf Verbraucher). Darin enthalten ist das neue Expositionsmodell und -Tool für Verbraucher (FACE).

2016 Die EFSA veröffentlicht Revision of the currently authorised maximum copper content in complete feed (Überarbeitung des derzeit zulässigen Kupfergehalts in Alleinfuttermitteln). Experten schlagen eine Senkung des maximalen Kupfergehalts in Futtermitteln für Ferkel, Rinder und Milchkühe vor. Die vorgeschlagenen Werte würden die Menge des in die Umwelt freigesetzten Kupfers reduzieren, was möglicherweise eine Rolle beim Rückgang von Antibiotikaresistenzen spielen könnte.

2014 Die EFSA veröffentlicht Scientific opinion on the potential reduction of the currently authorised maximum zinc content in complete feed (Wissenschaftliches Gutachten zur möglichen Reduzierung des derzeit zulässigen Höchstgehalts an Zink in Alleinfuttermitteln). Experten schlagen eine Senkung des zulässigen Höchstgehalts von Zink in Futtermitteln für alle Tierarten vor. Sie gehen davon aus, dass die vorgeschlagenen Werte die Menge an Zink in Gülle, die in die Umwelt freigesetzt wird, um etwa 20 % verringern würden.

Die Rolle der EFSA

Die EFSA stellt wissenschaftliche Beratung zur Unterstützung des Zulassungsverfahrens für Futtermittelzusatzstoffe bereit. Sie führt eine Bewertung aller neuen Zusatzstoffe, für die eine Zulassung beantragt wurde, aller neuen Verwendungszwecke eines zugelassenen Futtermittelzusatzstoffs sowie von Anträgen auf Änderung oder Verlängerung eines zugelassenen Zusatzstoffs durch.

Unternehmen, die einen Zusatzstoff in der EU in Verkehr bringen möchten, müssen einen Antrag und ein technisches Dossier mit Informationen über den Zusatzstoff, seine Verwendungsbedingungen, Kontrollmethoden und Daten zum Nachweis seiner Sicherheit und Wirksamkeit vorlegen.

Das FEEDAP-Gremium der EFSA prüft diese Informationen und untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des Zusatzstoffs in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch und die Umwelt. Parallel dazu bewertet das Referenzlabor für Futtermittelzusätze der Europäischen Union (EURL-FA) die Analysemethoden für den Nachweis des Zusatzstoffs in Futtermitteln sowie möglicher Rückstände des Zusatzstoffs in Lebensmitteln.

Wenn das Gutachten der EFSA positiv ausfällt, erstellt die Europäische Kommission einen Entwurf für eine Verordnung zur Zulassung des Zusatzstoffs. Dieser Entwurf wird dann von den im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tier, Lebensmittel und Futter – Bereich Tierernährung vertretenen Mitgliedstaaten erörtert und genehmigt.

Die Tätigkeit der EFSA beschränkt sich nicht auf die Bewertung von Futtermittelzusatzstoffen, sondern umfasst auch die Zusammenarbeit zwischen den Gremien sowie mit anderen Schwesteragenturen. So überprüften die EFSA und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) im Jahr 2017 die in der EU ergriffenen Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei Tieren. Experten der EFSA aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen – Tierfutter, Tiergesundheit und Tierschutz sowie biologische Gefahren – haben gemeinsam wissenschaftliche Gutachten erstellt. Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen den Gremien und Referaten der EFSA ist die laufende Bewertung der Höchstgehalte für die Kreuzkontamination für 24 antimikrobielle Wirkstoffe in Nichtziel-Futtermitteln im Zusammenhang mit der möglichen Entwicklung von Antibiotikaresistenzen und wachstumsfördernden Wirkungen.

Darüber hinaus leistet die EFSA für die Europäische Kommission technische und wissenschaftliche Unterstützung bei Maßnahmen auf internationaler Ebene, wie bei der Entwicklung regulatorischer internationaler Standards, z. B. des CODEX Alimentarius, der Internationalen Zusammenarbeit für die Konvergenz der technischen Anforderungen an die Bewertung von Futtermittelbestandteilen (ICCF).

EU-Rechtsrahmen

Die europäischen Rechtsvorschriften zu Futtermitteln bieten einen Rahmen, der gewährleisten soll, dass Futtermittel weder die Gesundheit von Mensch und Tier noch die Umwelt beeinträchtigen.

In den Europäischen Rechtsvorschriften und Leitlinien der EFSA ist dargelegt, wie Dossiers für die Einreichung zu erstellen sind und welche Informationen und Studien für die Bewertung vorgelegt werden müssen.

Die Kommission hat das Register der Europäischen Union für Futtermittelzusatzstoffe erstellt, das eine Liste aller zugelassenen Futtermittelzusatzstoffe enthält.