EFSA gibt schnelle Risikobewertung zu Cereulid in Säuglingsnahrung ab
Nach dem Nachweis von Cereulid - einem Toxin, das von dem Bakterium Bacillus cereus produziert wird - werden derzeit in mehreren Ländern Rückrufe von Säuglingsnahrungsprodukten durchgeführt. Die Europäische Kommission ersuchte die EFSA um dringende wissenschaftliche Beratung zur Unterstützung von Risikomanagement Management von Risiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden. Dies umfasst die Planung, Umsetzung und Evaluierung aller resultierenden Maßnahmen, die zum Schutz von Verbrauchern, Tieren und der Umwelt ergriffen werden-Entscheidungen in der gesamten EU.
In ihrer raschen Risikobewertung legten die Wissenschaftler der EFSA eine akute Referenzdosis (ARfD) für Cereulid bei Säuglingen fest und ermittelten Cereulid-Konzentrationen in Säuglingsnahrung, die potenziell sicherheitsrelevant sind. Diese Empfehlung soll Risikomanagern in der EU bei der Entscheidung helfen, wann Produkte als Vorsichtsmaßnahme für die öffentliche Gesundheit vom Markt genommen werden sollten.
Wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse
Ein gesundheitsbezogener Richtwert Richtwert für den sicheren Verzehr von Stoffen, der den aktuellen Sicherheitsdaten, Unwägbarkeiten in diesen Daten und der wahrscheinlichen Verzehrsdauer Rechnung trägt für Säuglinge
Die Wissenschaftler der EFSA schlugen für Cereulid bei Säuglingen eine ARfD von 0,014 μg/kg Körpergewicht vor. Emesis (Erbrechen) ist die kritische akute unerwünschte Wirkung, die zur Festlegung der ARfD herangezogen wurde, dwelche anhand von Benchmark-Dosismodellen ermittelt wurde. Da sehr junge Säuglinge (unter 16 Wochen) Stoffe anders verstoffwechseln als Erwachsene, wählte die EFSA einen vorsichtigen Ansatz und fügte bei der Festlegung der ARfD einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor hinzu.
Verbrauchswerte zur Abschätzung der akuten Exposition Konzentration oder Menge eines bestimmten Stoffs, die von einem Menschen, einer Population oder einem Ökosystem mit einer bestimmten Häufigkeit über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufgenommen wird
Für Säuglingsnahrung bestätigte die EFSA, dass ein Wert von 260 ml pro Kilogramm Körpergewicht für die Abschätzung der kurzfristigen (24-Stunden-)Exposition weiterhin angemessen ist. Für Folgenahrung Muttermilchersatz für Säuglinge, bei denen die Gabe von Beikost (also die Einführung von fester Nahrung um das Alter von etwa 6 Monaten herum) begonnen hat - die im Allgemeinen nicht von Säuglingen unter 16 Wochen verzehrt wird - wurde eine Wert von 140 ml pro Kilogramm Körpergewicht für denselben Zweck bestätigt. Diese Werte basieren auf dem oberen Ende dessen, was Säuglinge typischerweise trinken, wodurch die Bewertung konservativ bleibt.
Konzentrationen, die zu einer Überschreitung der ARfD führen können
Durch den Vergleich der ARfD mit diesen hohen Verbrauchswerten kam die EFSA zu dem Schluss, dass Cereulid-Konzentrationen in rekonstituierter (flüssiger) Säuglingsnahrung über:
- 0.054 μg/L für Säuglingsnahrung und
- 0,1 μg/L für Folgenahrung,
zu einer Überschreitung der sicheren Werte führen können.
Ratschläge und Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit
Rückgerufene Produkte sollten nicht an Säuglinge oder Kleinkinder abgegeben werden. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfiehlt, bei Säuglingen, die nach dem Verzehr von vom Rückruf betroffener Säuglingsnahrung Erbrechen oder Durchfall entwickeln, einen Arzt aufzusuchen, z. B. einen Kinderarzt, oder, wenn die Symptome schwerwiegend sind (z. B. Dehydrierung oder anhaltendes Erbrechen), eine Notaufnahme aufzusuchen. Magen-Darm-Symptome bei Säuglingen können schnell zu Komplikationen führen, unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache.
Weitere Informationen
- Hintergrundinformationen zu den laufenden Rückrufen: Vorsorglicher weltweiter Rückruf von Säuglingsnahrungsprodukten nach dem Nachweis von Bacillus cereus-Toxin
- Schnelle Risikobewertung der EFSA (wissenschaftliche Beratung): Schnelle Risikobewertung zur akuten Referenzdosis (ARfD) von Cereulid bei Säuglingen und Informationen zum akuten Verzehr von Säuglingsnahrung
Links zur Wissenschaft
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