Luft
Pestizide können sich in Dämpfe verwandeln und durch den Wind in anderen Gebieten verbreiten. Auf die gleiche Weise können sie auch verdünnt werden, wodurch ihre Konzentration reduziert wird.
Oberflächen-
gewässer
Pestizide können durch Oberflächenabfluss, Abdrift oder Versickerung in Oberflächengewässer wie Flüsse, Seen, Teiche und Bäche gelangen.
Wirkstoffe können an Material im Wasser, wie z. B. Sand, binden oder sich über fließendes Wasser verbreiten.
Sobald sie in Wasserumgebungen gelangt sind, können Pestizide die Wasserqualität verändern und Auswirkungen auf Fische, Algen, Pflanzen und wirbellose Tiere haben, was wiederum die Nahrungsketten stören könnte.
Boden
Die Art und Weise, wie sich Pestizide im Boden verbreiten oder dort verbleiben, kann bestimmen, wie sie sich auf andere Umgebungen auswirken. Sie können sich horizontal auf dem Boden (Oberflächenabfluss) oder im Boden (Versickerung) verbreiten, oder nach unten, indem sie sich an Bodenpartikel anlagern (Adsorption) oder mit dem Wasser transportiert werden (Auswaschung).
Pestizide können Auswirkungen auf Bodenorganismen wie Regenwürmer, Insekten und Mikroorganismen haben und deren Funktion für einen gesunden Boden stören.
Wir aktualisieren derzeit die Leitlinien zur Bewertung der Risiken für Bodenorganismen.
Grundwasser
Wenn Pestizide in den Boden eindringen, können sie das Grundwasser kontaminieren und somit eine Gefahr für die Trinkwasserquellen darstellen.
Pflanzen
Pestizide können abdriften und Nichtzielpflanzen erreichen und so deren Gesundheit beeinträchtigen sowie Samen, Blätter, Früchte, Pollen und Nektar kontaminieren, die Wildtieren als Nahrung und Schutz dienen.
Pestizide können auch von Pflanzen aufgenommen und durch deren Stoffwechselprozesse abgebaut werden, bevor sie von ihrer Oberfläche verdunsten.
Wir aktualisieren derzeit unsere Leitlinien zur Bewertung der Risiken für Nichtzielpflanzen und Nichtzielarthropoden.
Vögel und Säugetiere
Pestizide können Auswirkungen auf Vögel und Säugetiere haben, wenn deren Nahrung – wie Blätter, Früchte, Samen, Insekten und Lebewesen im Wasser und Boden – kontaminiert ist.
Im Rahmen unserer Risikobewertungen beurteilen wir mögliche Auswirkungen auf die Fortpflanzung von Vögeln und Säugetieren, deren Überleben und die allgemeine Gesundheit der Population.
Bienen
Pestizide können Auswirkungen auf Bestäuber wie Bienen haben, wenn diese mit pestizidbehandelten Pflanzen oder Spritzmitteln in Kontakt kommen oder Nektar und Pollen aufnehmen, die kontaminiert sind.
Wir haben aktualisierte Leitlinien zur Bewertung des Risikos von Pestiziden für Honigbienen, Hummeln und Solitärbienen erstellt.
Andere Nichtziel-
arthropoden
Andere Arthropoden als Bienen, wie Wespen, Milben, Spinnen und Käfer, können durch kontaminierte Nahrungsquellen, Kontakt mit behandelten Oberflächen und Spritzmitteln Pestiziden ausgesetzt sein.
Wir aktualisieren derzeit die Leitlinien zur Bewertung der Risiken für Nichtzielpflanzen und Nichtzielarthropoden.
Ausbringung
Pestizide können mit verschiedenen Methoden auf Nutzpflanzen ausgebracht werden, beispielsweise durch Sprühen, Einmischen in den Boden oder durch den Einsatz von behandeltem Saatgut.
Pestizide gelangen in unsere Umwelt, wenn sie in der Landwirtschaft und für andere professionelle Zwecke eingesetzt werden. Auf dem Etikett ist angegeben, wie das Produkt korrekt angewendet werden sollte.
Die Art und Weise, wie ein Pestizid ausgebracht wird, und seine einzigartigen Eigenschaften wirken sich darauf aus, wie es mit der Umwelt interagiert.
Verbreitung und Abbau
Pestizide bleiben nicht immer in dem Gebiet, in dem sie ausgebracht werden. Sie können über das Wasser oder die Luft transportiert oder in andere Stoffe umgewandelt werden, wenn sie durch Sonnenlicht, chemische Reaktionen oder Mikroben abgebaut werden.
Pestizide können auch umgewandelt werden, wenn sie von Pflanzen oder Tieren aufgenommen werden.
Die daraus resultierenden Abbauprodukte, die als Metaboliten bezeichnet werden, können weniger gefährlich oder gefährlicher als das ursprüngliche Pestizid sein.
Indirekte Auswirkungen auf die Tierwelt und die biologische Vielfalt
Pestizide können indirekte schädliche Auswirkungen haben, wie z. B. die Verringerung der Nahrungsgrundlage für Wildtiere und die Störung der Nahrungsketten.
Wir arbeiten derzeit an einer Methodik zur Bewertung der Risiken indirekter Auswirkungen auf Wildtiere.

Umweltverträglichkeits-
prüfung von Pestiziden

Veröffentlicht: 24 Februar 2026
Wir bewerten das Risiko, das Pestizide für unsere Umwelt darstellen können. Wir untersuchen, was mit einem Pestizid nach seiner Ausbringung geschieht und welche unerwünschten Auswirkungen es auf Wildtiere, Pflanzen, den Boden, das Wasser und die Luft haben kann.

Was sind Pestizide?
Pestizide – oder Pflanzenschutzmittel – helfen dabei, Schädlinge wie Insekten sowie Unkraut zu bekämpfen und Pflanzen vor Krankheiten zu schützen.
Pestizide enthalten mindestens einen Wirkstoff, den Hauptbestandteil eines Pestizids, der die genannten Funktionen aufweist. Weitere Inhaltsstoffe sind z. B. Beistoffe, die dazu dienen, die Leistung der Pestizide zu verbessern.
Die EU genehmigt Wirkstoffe nur, wenn sie keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und keine inakzeptablen Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Wohin gelangen Pestizide?
Ausbringung
Pestizide können mit verschiedenen Methoden auf Nutzpflanzen ausgebracht werden, beispielsweise durch Sprühen, Einmischen in den Boden oder durch den Einsatz von behandeltem Saatgut... weiterlesen
Verbreitung und Abbau
Pestizide bleiben nicht immer in dem Gebiet, in dem sie ausgebracht werden. Sie können über das Wasser oder die Luft transportiert oder in andere Stoffe umgewandelt werden, wenn sie durch Sonnenlicht, chemische Reaktionen oder Mikroben abgebaut werden... weiterlesen
arthropoden
Indirekte Auswirkungen auf die Tierwelt und die biologische Vielfalt
Pestizide können indirekte schädliche Auswirkungen haben, wie z. B. die Verringerung der Nahrungsgrundlage für Wildtiere und die Störung der Nahrungsketten... weiterlesen
Auswirkungen auf die Umwelt
Für das Verständnis der Auswirkungen eines Pestizids auf die Umwelt sind zwei Hauptaspekte ausschlaggebend:
Verbleib und Verhalten in der Umwelt
Dies bezieht sich darauf, was mit einem Pestizid nach seiner Ausbringung geschieht, unter anderem auf die Art und Weise, wie es abgebaut wird, sich verbreitet und im Boden anreichert.
Ökotoxikologie
Dies bezieht sich darauf, wie sich ein Pestizid auf Organismen und Ökosysteme auswirkt.
Ermittlung und Charakterisierung der Risiken
Wir ermitteln und definieren potenzielle schädliche Auswirkungen auf Nichtzielorganismen.
Bewertung des Verbleibs in der Umwelt und der Exposition
Wir bewerten, wie sich ein Pestizid in der Umwelt verbreitet, wie es abgebaut wird und wie es sich in der Umwelt anreichert. Wir bewerten, in welchem Ausmaß Pestizidrückstände in verschiedenen Ökosystemen vorhanden sein werden und wie Nichtzielorganismen Pestiziden ausgesetzt sind.
Risikocharakterisierung
Wir stützen uns auf Gefahren- und Expositionsdaten, um das Risiko für Nichtzielorganismen und die Umwelt einzuschätzen.
Unsere Aufgaben
- Bewertung spezifischer und beabsichtigter Verwendungen von Pestiziden
- Bewertung der Umweltrisiken einer im Zulassungsantrag angegebenen Verwendung
- Unabhängige wissenschaftliche Beratung zu den Umweltrisiken von Pestiziden
- Erstellung und Aktualisierung von Leitliniendokumenten
- Organisation von Workshops und anderen Sitzungen, um Wissen auszutauschen
Was nicht Teil unserer Aufgaben ist
- Treffen regulatorischer Entscheidungen, z. B. über die Zulassung von Wirkstoffen und Pestizidprodukten
- Durchführung von Feldversuchen oder experimentellen Studien
Verfahren für die Bewertung von Pestiziden und Zulassungsanträge
Unsere Bewertung der Risiken, die ein Pestizid für die Umwelt darstellen kann, ist Teil der Gesamtrisikobewertung von Pestiziden.
Die EFSA bewertet zusammen mit den Mitgliedstaaten auch die Risiken für die menschliche Gesundheit.
Zusammenarbeit und Netzwerke
Wir arbeiten eng mit den EU-Mitgliedstaaten, internationalen Organisationen und anderen Wissenschaftlern zusammen, um die Bewertung von Pestiziden weltweit und innerhalb der EU zu verbessern.
Wir tauschen Wissen, Daten und bewährte Verfahren aus, um die Methoden zur Risikobewertung zu harmonisieren.
Wir organisieren gemeinsame Projekte mit Universitäten und Forschungsinstituten, um wissenschaftliche Informationen zu sammeln, neue Risiken zu ermitteln und zur Schaffung internationaler Standards für die Sicherheit von Pestiziden beizutragen.

EFSA-Gremium
Das EFSA-Gremium für Pflanzenschutzmittel und ihre Rückstände ist eine Gruppe unabhängiger Sachverständiger, die wissenschaftliche Erkenntnisse bewertet und wissenschaftliche Beratung zur Risikobewertung von Pestiziden leistet.
Unsere Arbeit unterstützt die Bewertung von Wirkstoffen in Pestiziden, die von den Mitgliedstaaten durchgeführt und von EFSA-Sachverständigen begutachtet wird.
