EFSA-Bericht über Listerien-Werte bei bestimmten verzehrfertigen Lebensmitteln
Der heute veröffentlichte erste Teil der EFSA-Analyse einer EU-weiten Grundlagenerhebung zu Listeria monocytogenes liefert wertvolle Einblicke hinsichtlich des Vorkommens dieser Bakterien in bestimmten verzehrfertigen Lebensmitteln (Fisch, Wurstwaren und Weichkäse).[1] Der Anteil der Lebensmittelproben, bei denen der lebensmittelrechtliche Grenzwert überschritten wurden, war gering. Angesichts der Beliebtheit dieser Lebensmittel und der gravierenden Folgen, die eine Listerien-Infektion (Listeriose) für die menschliche Gesundheit haben kann, ist jedoch insgesamt Wachsamkeit im Hinblick auf das mögliche Vorkommen dieser Bakterien in Lebensmitteln geboten. Zur Vermeidung von Listeriosen enthalten die EU-Rechtsvorschriften spezifische Auflagen für Lebensmittelunternehmer, darunter die Befolgung guter Herstellungspraxis, die Umsetzung geeigneter Lebensmittelhygieneprogramme sowie wirksame Temperaturkontrollen entlang der gesamten Lebensmittelkette. Die Sachverständigen betonten die Bedeutung solcher Maßnahmen sowie einer korrekten Lagerung der betreffenden Lebensmittel bei niedriger Kühlschranktemperatur auch zu Hause.
Listeriose tritt zwar selten auf, nimmt aber oft einen schweren Verlauf, der stationärer Behandlung bedarf und mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden ist. In der EU wurden für 2011 etwa 1.470 Krankheitsfälle beim Menschen gemeldet, wobei die Sterblichkeitsrate 12,7% betrug.[2] Eine Listeriose geht in der Regel auf den Verzehr von Lebensmitteln zurück, die das Bakterium Listeria monocytogenes enthalten, beispielsweise Fisch, Wurstwaren oder Weichkäse. Verzehrfertige Lebensmittel sind eine häufige Ursache für Listeria-Infektionen, da ihre lange Haltbarkeitsdauer das Bakterienwachstum begünstigt und sie üblicherweise ohne vorheriges Erhitzen verzehrt werden.
Die mit einer Listeriose einhergehenden gesundheitlichen Auswirkungen reichen von leichten grippeartigen Symptomen, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bis hin zu schweren Infektionen, beispielsweise einer Hirnhautentzündung, sowie anderen potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen. Zu den Personengruppen, die für Listeria-Infektionen anfälliger sind, gehören Ältere, Schwangere, Neugeborene sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Der Bericht der EFSA zeigt, dass in 10,3% der Fisch-, 2,1% der Fleisch- und in 0,5% der Käseproben, die in Supermärkten und Geschäften genommen wurden, Listeria monocytogenes enthalten war. Der lebensmittelrechtliche EU-Grenzwert (100 Bakterien pro Gramm) wurde hingegen nur bei 1,7% der Fisch-, 0,4% der Fleisch- und 0,06% der Käseproben überschritten.
Die Sachverständigen der EFSA empfehlen für den Lebensmittelbereich das Befolgen guter Hygienepraxis entlang der gesamten Produktions-, Vertriebs- und Lagerungskette. Verbrauchern wird geraten, die Kühlschranktemperatur zu Hause niedrig zu halten, um das potenzielle Wachstum von möglicherweise in verzehrfertigen Lebensmitteln enthaltenen Listeria-Bakterien zu begrenzen.
Im zweiten Teil der Studie, der voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen wird, befasst sich die EFSA mit Risikofaktoren für das Vorkommen von Listeria monocytogenes in den betroffenen Lebensmittelkategorien sowie mit Faktoren, die das Bakterienwachstum in Fisch begünstigen.
- Verzehrfertige Lebensmittel sind vom Hersteller für den unmittelbaren menschlichen Verzehr bestimmt, ohne dass sie erhitzt oder anderweitig verarbeitet werden müssen.
- Die nationalen Lebensmittelbehörden in der EU bieten Verbrauchern praktische Hinweise zur Lebensmittel- und Küchenhygiene und raten generell, die Kühlschranktemperatur zwischen 0°C und 5°C zu halten. Dies entspricht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (siehe Fünf Schlüssel zu sicheren Lebensmitteln).
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