Pestizidrückstände in Lebensmitteln: aktuelle Daten veröffentlicht
Laut der EFSA ist die Einhaltung der EU-Grenzwerte für Pestizidrückstände weiterhin hoch. Dies geht aus den Ergebnissen von über 125 000 Lebensmittelproben hervor, die europaweit entnommen wurden. Im neuesten Bericht der EFSA wird – genauso wie in den Jahren zuvor – bestätigt, dass das Risiko für die menschliche Gesundheit durch Pestizidrückstände in Lebensmitteln nach wie vor gering ist.
Der Bericht der EFSA analysiert Daten aus drei Kontrollprogrammen: EU-weit koordinierten Probenahmen, die ein repräsentatives Bild des EU-Marktes abbilden, Daten aus den von den Behörden durchgeführten nationalen Kontrollen und Probenahmen im Zusammenhang mit verstärkten Grenzkontrollen. Die Ergebnisse können über das Datenvisualisierungsinstool der EFSA abgerufen werden.
Von der EU koordinierte Probenahmen
Jedes Jahr nehmen die EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island tausende Proben aus einer Gruppe häufig konsumierter Lebensmittel und erstatten der EFSA Bericht, um ein repräsentatives Bild des EU-Marktes zu erhalten. Alle drei Jahre werden dieselben Produkte überprüft, um Trends im Laufe der Zeit zu verfolgen.
Im Jahr 2024 haben die nationalen Behörden für Lebensmittelsicherheit 9 842 Proben aus Auberginen, Bananen, Brokkoli, Zuchtpilzen, Grapefruits, Melonen, Paprika, Weintrauben, nativem Olivenöl, Weizenkörnern, Rinderfett und Hühnereiern entnommen.
Von diesen Proben entsprachen 98,8 % den EU-Vorschriften, was sich mit den 98,7 % deckt, die 2021 bei der Analyse derselben Auswahl an Produkten verzeichnet wurden.
In 43,1 % der Proben wurden keine messbaren Pestizidrückstände nachgewiesen, während 54,5 % einen oder mehrere Rückstände innerhalb der Rückstandshöchstgehalte(MRLs) enthielten. Bei 2,4 % der Proben wurden die Rückstandshöchstgehalte überschritten, wobei bei 1,2 % davon eine Nichteinhaltung bestätigt wurde (d. h., die Rückstandshöchstgehalte wurden unter Berücksichtigung der Messunsicherheit überschritten). Im Falle einer Nichteinhaltung ergreifen die Behörden der Mitgliedstaaten Maßnahmen, die im Verhältnis zum damit verbundenen Risiko für Verbraucher stehen.
Nationale Kontrollprogramme
Die meisten im Bericht beschriebenen Proben wurden im Rahmen der mehrjährigen nationalen Kontrollprogramme (MANCP) entnommen. Die MANCP ergänzen die von der EU koordinierten Probenahmen, indem sie Faktoren wie die Bedeutung von Lebensmitteln für den Handel oder für die nationale Ernährung Die Ernährungswissenschaft befasst sich mit der Frage, wie Ernährung und lebensnotwendige Bedürfnisse des Körpers zusammenhängen, historisch hohe Rückstandswerte oder Nichteinhaltungsniveaus, Einsatzmuster von Pestiziden sowie die Kapazitäten der nationalen Laboratorien berücksichtigen.
Bei 98,2 % der 86 449 Proben wurde festgestellt, dass sie den Rückstandshöchstgehalten der EU entsprachen. Dieser Wert stimmt mit jenen der Vorjahre überein, wie 98 % im Jahr 2023 und 97,8 % im Jahr 2022.
In fast 60 % der Proben (58,4 %) wurden keine messbaren Pestizidrückstände nachgewiesen und nur 38,3 % enthielten einen oder mehrere Rückstände innerhalb der Rückstandshöchstgehalte. Bei 3,3 % der Proben wurden die Grenzwerte überschritten, von denen bei 1,8 % festgestellt wurde, dass sie nicht den Vorschriften entsprachen. Genauso wie beim von der EU koordinierten Probenprogramm ergreifen die Behörden der Mitgliedstaaten im Falle von Nichteinhaltung Maßnahmen, die im Verhältnis zum damit verbundenen Risiko für Verbraucher stehen.
Die Wissenschaftler der EFSA überprüften auch, ob die Verbraucher Rückstandsmengen oberhalb der Sicherheitsschwellenwerte ausgesetzt sein könnten. Die Bewertung bestätigt, dass von der geschätzten Exposition Konzentration oder Menge eines bestimmten Stoffs, die von einem Menschen, einer Population oder einem Ökosystem mit einer bestimmten Häufigkeit über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufgenommen wird gegenüber Pestizidrückständen in den im Jahr 2024 untersuchten Lebensmitteln nur ein geringes Risiko für die Gesundheit der Verbraucher ausgeht.
Verschärfte Einfuhrkontrollen
Im Bericht der EFSA werden erstmals klar Erkenntnisse unterschieden, die aus Proben hervorgehen, die im Rahmen einer spezifischen EU-Verordnung für verstärkte Einfuhrkontrollen entnommen wurden. In den Jahren zuvor wurden diese Proben in den mehrjährigen nationalen Kontrollprogrammen inkludiert. Diese Kontrollen werden an den EU-Grenzen durchgeführt und konzentrieren sich auf bestimmte Gefahren (z. B. Pestizide oder mikrobiologische Kontaminationen), Lebensmittel sowie Länder, die von den Mitgliedstaaten als besonders überwachungsbedürftig eingestuft wurden. In diesen Fällen wird die Sendung an der Grenze aufgehalten, bis Laborergebnisse verfügbar sind. Das Produkt wird in der EU in Verkehr gebracht, wenn die Laborergebnisse bestätigen, dass es den EU-Vorschriften entspricht.
Von den 39 433 aus eingeführten Lebensmitteln entnommenen Proben, die im Rahmen dieser Kontrollen analysiert wurden, wiesen 38,3 % keine quantifizierbaren Rückstände auf, und bei 56,2 % lagen die Pestizidrückstände innerhalb der gesetzlich zulässigen Werte. Etwa 5,5 % überschritten die EU-Grenzwerte, wovon 3,6 % nicht den Vorschriften entsprachen. Das Inverkehrbringen auf dem EU-Lebensmittelmarkt dieser nicht den Vorschriften entsprechenden Chargen wurde unterbunden.
Verweise zur Wissenschaft
Bericht der Europäischen Union über Pestizidrückstände in Lebensmitteln für das Jahr 2024
Nationale zusammenfassende Berichte der im Jahr 2024 durchgeführten Analysen von Pestizidrückständen
Links zur Wissenschaft
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