EFSA bestätigt Gesundheitsbedenken aufgrund der Aufnahme von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB über die Nahrung in Europa
Laut einer neuen wissenschaftlichen Stellungnahme der EFSA stellt die AufnahmeMenge eines Stoffs (z.B. eines Nährstoff oder einer Chemikalie), der von einem Menschen oder einem Tier über die Nahrung aufgenommen wird von Dioxinen und dioxinähnlichen polychlorierten Biphenylen (PCB) über die Nahrung weiterhin ein Gesundheitsrisiko für die europäische BevölkerungKollektiv von Menschen, Tieren oder Pflanzen derselben Art. Bei Menschen spricht man auch von Bevölkerung dar.
Mit dieser Stellungnahme aktualisiert die EFSA ihre Bewertung aus dem Jahr 2018 als Reaktion auf die von der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2022 vorgenom mene Überarbeitung der Toxizitätsäquivalenzfaktoren (TEF), welche zur Bewertung der kombinierten ToxizitätPotenzial eines Stoffs, einem lebenden Organismus zu schaden von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB herangezogen werden.
Auf Basis der 2022 durch die WHO aktualisierten TEF hat die EFSA eine neue tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (TWI)Maximale Aufnahmemenge von Stoffen in Lebensmitteln, wie Nährstoffen oder Kontaminanten, die im Laufe eines Lebens wöchentlich verzehrt werden kann, ohne dass daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung resultiert von 0,6 Pikogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche für die kombinierte ExpositionKonzentration oder Menge eines bestimmten Stoffs, die von einem Menschen, einer Population oder einem Ökosystem mit einer bestimmten Häufigkeit über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufgenommen wird gegenüber Dioxinen und dioxinähnlichen PCB festgelegt. Das ist ein Drittel der TWIDie tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (Tolerable Weekly Intake – TWI) ist die maximale Aufnahmemenge von Stoffen in Lebensmitteln, wie Nährstoffen oder Kontaminanten, die im Laufe eines Lebens wöchentlich verzehrt werden kann, ohne dass daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung resultiert, die 2018 anhand der früheren Toxizitätsäquivalenzfaktoren der WHO aus dem Jahr 2005 festgelegt wurde.
Dieser gesundheitsbezogene Richtwert stützt sich auf Auswirkungen auf die Entwicklung der Fortpflanzungsfähigkeit von Männern und wird durch Erkenntnisse aus Tierversuchen sowie durch Daten aus Humanstudien untermauert.
Was hat die EFSA herausgefunden?
Die EFSA hat festgestellt, dass die ernährungsbedingte ExpositionZum Zwecke der Risikobewertung ermittelte Menge eines von Menschen oder Tieren über die Nahrung aufgenommenen Stoffs, der Lebensmitteln entweder absichtlich zugesetzt wird oder sich unbeabsichtigterweise darin findet (z.B. ein Nährstoff, Zusatzstoff oder Pestizid) der europäischen Bevölkerung in allen Altersgruppen die neue TWI überschreitet, wobei die höchsten Überschreitungen bei Kleinkindern und Kindern zu verzeichnen sind.
In der Bewertung wird zudem auf ein Risiko für Frauen im gebärfähigen Alter hingewiesen, und zwar im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf zukünftige männliche Nachkommen, die über die Mutter exponiert werden.
Was empfiehlt die EFSA?
Die EFSA empfiehlt eine Untermauerung der Erkenntnisse und eine verstärkte Überwachung, um künftige Risikobewertungen zu unterstützen, insbesondere durch folgende Maßnahmen:
- Entwicklung toxikologischer Äquivalenzfaktoren (TEF);
- weitere Verbesserung toxikokinetischer Modelle für den Menschen;
- Erhebung weiterer Daten zur Schadstoffbelastung in pflanzlichen Lebensmitteln;
- Erhebung zusätzlicher Daten über das Vorhandensein dieser Stoffe in der menschlichen Muttermilch und im menschlichen Blut aus einem breiteren Spektrum europäischer Länder.
Wie geht es weiter?
In den europäischen Rechtsvorschriften sind bereits Höchstgehalte für Dioxine und dioxinähnliche PCB in Lebens- und Futtermitteln festgelegt. Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten werden in ihrer Rolle als Risikomanager die wissenschaftlichen Empfehlungen der EFSA bei der Ausarbeitung von Ernährungsempfehlungen und der Überprüfung der bestehenden Höchstwerte berücksichtigen und dabei auch die überarbeiteten Toxizitätsäquivalenzfaktoren (TEFs) einbeziehen, um ein hohes Maß an Verbraucherschutz zu gewährleisten.
Hintergrund
Dioxine und dioxinähnliche PCB sind langlebige Umweltgifte, die sich in der Nahrungskette anreichern und vor allem in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vorkommen, insbesondere in Milch und Milchprodukten, Fleisch und Fisch. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche ErnährungDie Ernährungswissenschaft befasst sich mit der Frage, wie Ernährung und lebensnotwendige Bedürfnisse des Körpers zusammenhängen kann dazu beitragen, die Belastung durch einzelne Nahrungsmittelquellen zu verringern.
Toxizitätsäquivalenzfaktoren (TEF) sind international vereinbarte Werte zur Beschreibung der relativen Toxizität von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB im Vergleich zum toxischsten DioxinLanglebiger, chlorhaltiger, organischer Schadstoff, der als Nebenprodukt industrieller Prozesse auftritt. Er kann sich in der Lebensmittelkette anreichern und ein ernst zu nehmedes Risiko für die öffentliche Gesundheit sowie die Umwelt darstellen. , d. h. 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (TCDD).
Die Sachverständigen der EFSA erörterten den Entwurf der Schlussfolgerungen und erläuterten die wissenschaftlichen Grundsätze und Methoden in einem öffentlichen Webinar am 11. Dezember 2025.
Vom 27. November 2025 bis zum 26. Januar 2026 fand eine öffentliche Konsultation zum Bewertungsentwurf statt. Das Gremium für KontaminantenAlle in Lebensmitteln zu findenden Stoffe, die nicht absichtlich zugesetzt wurden. Kontaminanten können auf Verpackung, Lebensmittelverarbeitung und -transport, landwirtschaftliche Praktiken oder den Einsatz von Tierarzneimitteln zurückzuführen sein. Der Begriff deckt nicht die Kontamination durch Insekten oder Nagetiere ab in der Lebensmittelkette (CONTAM) der EFSA prüfte die eingegangenen Kommentare und berücksichtigte sie bei der Fertigstellung der Stellungnahme. Die eingegangenen Kommentare und die Antworten des CONTAM-Gremiums sind der wissenschaftlichen Stellungnahme als Anhang beigefügt.
Die EFSA führt derzeit auch eine Nutzen-Risiko-Bewertung des Fischverzehrs durch, bei der die ernährungsphysiologischen Vorteile neben den potenziellen negativen Auswirkungen durch die Exposition gegenüber verschiedenen Schadstoffen, darunter Dioxine und dioxinähnliche PCB, untersucht werden. Diese Untersuchungen werden voraussichtlich bis Ende 2027 abgeschlossen sein und wurden von der Europäischen Kommission angefordert, um die nationalen Behörden bei der Erteilung von Ernährungsempfehlungen an ihre Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen.
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