PLS: Antibiotikaresistenz von Zoonose- und Indikatorbakterien bei Menschen, Tieren und Lebensmitteln im Zeitraum 2023-2024

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Hintergrund

  • Antimikrobielle Mittel, wie z. B. Antibiotika, sind Stoffe, die angewendet werden, um Mikroorganismen abzutöten bzw. ihre Vermehrung und Ausbreitung zu stoppen.
  • Antibiotikaresistenz bzw. antimikrobielle Resistenz (AMR) bezieht sich auf die Fähigkeit von Mikroorganismen, antimikrobiellen Behandlungen standzuhalten.
  • Der Einsatz von Antibiotika bei Menschen und Tieren kann zum Auftreten und zur Ausbreitung solcher resistenten Mikroorganismen führen, was zur Folge hat, dass die antimikrobielle Behandlung unwirksam wird und eine schwerwiegende Gefahr für die Tiergesundheit und die öffentliche Gesundheit entsteht.
  • Wenn eine Antibiotikaresistenz bei zoonotischen Bakterien auftritt (d. h. bei Bakterien, die in Tieren und Lebensmitteln vorkommen und Infektionen beim Menschen verursachen), kann sie auch die Wirksamkeit der Behandlung von Infektionskrankheiten beim Menschen gefährden.

Welche Rolle spielen die EFSA und das ECDC bei der Überwachung von Antibiotikaresistenzen?

  • Die EFSA bietet Risikomanagern unabhängige wissenschaftliche Unterstützung und Beratung zu den Risiken für die menschliche und tierische Gesundheit, die mit dem möglichen Auftreten, der Ausbreitung und Übertragung von Antibiotikaresistenzen über die Lebensmittelkette und Tiere zusammenhängen.
  • Die EFSA und das ECDC arbeiten eng mit anderen einschlägigen EU-Agenturen wie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zusammen.
  • Seit 2011 erstellen die EFSA und das ECDC einen gemeinsamen Bericht über Antibiotikaresistenzen bei Zoonose- und Indikatorbakterien von Menschen, Tieren und Lebensmitteln.

Wie sind die EFSA und das ECDC bei dieser Arbeit vorgegangen?

  • Die EFSA hat Daten zu Bakterienisolaten von der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren und Lebensmitteln gesammelt und ausgewertet, während das ECDC Daten zu Isolaten aus Fällen beim Menschen gesammelt und ausgewertet hat. Diese Daten wurden herangezogen, um einen Überblick über die aktuelle Situation der Antibiotikaresistenzen zu geben – einschließlich Einzelheiten zur Entwicklung der Trends von Antibiotikaresistenzen in Europa –, und liefern solide Belege für die Entscheidungsfindung.
  • Die Daten wurden von den 27 EU-Mitgliedstaaten, dem Vereinigten Königreich (Nordirland), zwei Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) (Island und Norwegen), Montenegro, der Republik Nordmazedonien und der Schweiz bereitgestellt.
  • Die EFSA und das ECDC analysierten gemeinsam die Daten zu Lebensmitteln, die der EFSA gemeldet wurden, sowie die Daten zur öffentlichen Gesundheit, die dem ECDC gemeldet wurden.
  • Die Daten für Menschen, Masthähnchen und Masttruthühner stammen aus dem Jahr 2024, während die Daten für Mastschweine und Rinder unter der Altersgrenze von einem Jahr aus dem Jahr 2023 stammen.

Welche Einschränkungen gibt es hinsichtlich der Daten?

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Die berichteten Ergebnisse und Tendenzen stimmen mit denen der Vorjahre überein.
  • Im Allgemeinen unterschieden sich die Resistenzen erheblich je nach Meldeland, Antibiotikum und Bakterienart.
  • Ein hoher Anteil der Salmonella-spp.- und Campylobacter-Isolate (insbesondere C. coli) aus menschlichen und bestimmten tierischen Populationen war resistent gegen häufig in der Human- und Veterinärmedizin verwendete Antiobiotika (Ampicillin, Tetracyclin und Sulfonamide).
  • Campylobacter von Menschen und der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren weist nach wie vor eine sehr hohe Resistenz gegenüber Ciprofloxacin auf, einem antimikrobiellen Mittel, das für die Behandlung von Campylobacter- und Salmonella-Infektionen beim Menschen wichtig ist.
  • Der Anteil der gegen Ciprofloxacin resistenten Salmonella erhöhte sich im Laufe der Zeit bei Legehennen in bestimmten Mitgliedstaaten. Das Gleiche gilt für C. jejuni und einen Geflügel-assoziierten Salmonella-Typ, bei denen Ciprofloxacin-resistente Salmonella in mehr als der Hälfte der Meldeländer bei Infektionen beim Menschen nachgewiesen wurden.
  • Es wurde festgestellt, dass die kombinierte Resistenz gegenüber Antibiotika von besonderer Bedeutung – definiert als Resistenz gegenüber zwei bestimmten verschiedenen Antibiotika – bei Salmonella, Campylobacter und E. coli im Allgemeinen gering ist.
  • Trotz der Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern zeigen wichtige Ergebnisindikatoren, dass mehrere Mitgliedstaaten erhebliche Fortschritte bei der Verringerung der Antibiotikaresistenz bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren erzielt haben, was zu einer allgemeinen Verbesserung auf EU-Ebene beigetragen hat.
  • In der EU insgesamt und in einigen Ländern haben sich die früheren Verbesserungen jedoch verlangsamt. Die Resistenzraten bei E. coli von Masthähnchen und Truthühnern haben sich stabilisiert, anstatt weiter zu fallen, was zeigt, dass anhaltende und verstärkte Anstrengungen zur Kontrolle von Antibiotikaresistenzen erforderlich sind.
  • Der Nachweis einer Reihe von Carbapenemase produzierenden (CP) E.-coli-Isolaten bei ausgewählten der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren und deren Fleisch durch sieben Mitgliedstaaten in den Jahren 2023 und 2024 erfordert eine gründliche Nachbeobachtung. Die Anzahl der gemeldeten CP-Isolate nimmt zu. Infektionen mit CP Salmonella beim Menschen wurden 2023 bzw. 2024 in sechs bzw. drei Mitgliedstaaten nachgewiesen.

Wichtigste Implikationen und Empfehlungen

  • Vorsicht beim Einsatz antimikrobieller Mittel in allen Bereichen, einschließlich der Landwirtschaft, ist unbedingt notwendig und dringend zu empfehlen.
  • CP Isolate müssen genau überwacht werden, da Carbapeneme Reserveantibiotika für die Behandlung von Menschen darstellen und nicht bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren angewendet werden. Quellen von CP Isolaten beim Viehbestand sollten weiter untersucht werden.
  • Unterschiede im Hinblick auf das Auftreten von Antibiotikaresistenzen in den Mitgliedstaaten können auf historische oder aktuelle Muster des Antibiotikaeinsatzes zurückgeführt werden, aber auch auf Unterschiede bei der Tierhaltung und/oder anderen Verfahren oder Strategien verweisen, die zur Vorbeugung von Antibiotikaresistenzen beitragen.
  • Auch wenn in vielen Mitgliedstaaten Fortschritte zu verzeichnen sind, muss die Arbeit zur Verringerung der Selektion und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in ganz Europa fortgesetzt werden.

Haftungsausschluss

  • Bei dieser Zusammenfassung in vereinfachter Sprache handelt es sich um eine leicht verständlich abgefasste Mitteilung der Europäischen Union über den Kurzbericht zur Antibiotikaresistenz von Zoonose- und Indikatorbakterien bei Menschen, Tieren und Lebensmitteln im Zeitraum 2023-2024.
  • Zweck dieser Zusammenfassung in vereinfachter Sprache ist es, die Transparenz zu erhöhen und interessierte Kreise über die Arbeit der EFSA und des ECDC zu diesem Thema zu informieren, indem die wichtigsten Ergebnisse in leicht verständlicher Sprache vorgestellt werden.
  • Für detaillierte Ergebnisse, Analysen und Auslegungen sollte der vollständige EFSA-ECDC-Bericht konsultiert werden.

Quellenangabe

EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten). (2026). „The European Union Summary report on antimicrobial resistance in zoonotic and indicator bacteria from human, animal and food in 2023-2024“ (Kurzbericht zur Antibiotikaresistenz von Zoonose- und Indikatorbakterien bei Menschen, Tieren und Lebensmitteln im Zeitraum 2023-2024). EFSA Journal, 24(2), e9887. 
DOI: https://doi.org/10.2903/j.efsa.2026.9887

ISSN: 1831-4732 
© Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, 2026
Nachdruck mit Quellenangabe gestattet.