Prioritäre Pflanzenschädlinge in der EU: 5 Dinge, die Sie wissen müssen

  1. Was sind prioritäre Schädlinge?

Die 20 Schädlinge auf der von der Europäischen Kommission im Oktober 2019 herausgegebenen Liste sind Quarantäneschädlinge, die aufgrund der Schwere der wirtschaftlichen, sozialen und Umweltprobleme, die sie verursachen können, als oberste Priorität für EU-Mitgliedstaaten identifiziert wurden. Dazu gehören Xylella fastidiosa, der Japankäfer, der Asiatische Laubholzbockkäfer, das die Zitrusvergilbungskrankheit auslösende Bakterium und der die Schwarzfleckenkrankheit bei Zitrusfrüchten auslösende Pilz.

  1. Warum hat die Europäische Kommission diese Liste erstellt?

Die Globalisierung und der Klimawandel ziehen neue Grenzen für die Verteilung der Pflanzenschädlinge. Dieser Trend stellt eine Bedrohung für die natürliche und bewirtschaftete Umwelt, landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Erzeugnisse der Forstwirtschaft, Ökosysteme und die Biodiversität auf dem Gebiet der Europäischen Union dar. Im letzten Jahrzehnt wurde die EU mit einigen großflächigen Ausbrüchen von neuen Pflanzenschädlingen konfrontiert, die signifikante Auswirkungen hatten, wie Xylella fastidiosa und Hymenoscyphus fraxineus (der Pilz, der das Eschentriebsterben verursacht). Vor diesem Hintergrund wurde die EU-Pflanzenschutzgesetzgebung mit der Verabschiedung der Verordnung (EU) 2016/2031, die gemeinhin als Verordnung zum Schutz vor Pflanzenschädlingen bekannt ist und im Dezember 2019 in Kraft treten wird, überarbeitet. Unter den Maßnahmen, die in dieser Gesetzgebung enthalten sind, befindet sich die Erstellung einer Liste der gefährlichsten Schädlinge in der Übersichtsliste der EU über Quarantäneschädlinge.

  1. Wie entschied die Kommission welche Schädlinge aufzunehmen sind?

Die Liste basiert auf von der EFSA und der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission durchgeführten Folgenabschätzungen etlicher von der Kommission identifizierter Schädlinge. Die Bewertungen berücksichtigten eine Reihe von Indikatoren, wie Einfluss auf Ernteerträge, Schäden für den Handel und Kosten von Bekämpfungsmaßnahmen; gesellschaftliche Auswirkungen wie Arbeitslosigkeit, verminderte Nahrungsmittelsicherheit, Einfluss auf Landschaften und Kulturerbe sowie Umweltschäden, wie eine verminderte Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen. Die Schädlinge werden dann entsprechend der Höhe der Anzahl ihrer „Punkte“ für alle unterschiedlichen Kriterien eingestuft.

  1. Welche Informationen wurden für die Bewertungen verwendet?

Für jeden Schädling legte die EFSA einen Bericht mit den folgenden Daten vor:

  • Das Gebiet der potenziellen Verteilung in der Europäischen Union.
  • Eine Liste von potentiellen Wirtspflanzen.
  • Erwartete Änderungen bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln nach dem Auftreten des Schädlings.
  • Geschätzte Ertrags- und Qualitätsverluste.
  • Voraussichtliche Ausbreitungsgeschwindigkeit.
  • Geschätzte Zeit zwischen Besiedlung und dem ersten Nachweis des Schädlings.

Die Informationen wurden aus der/den vollständigsten, aktuellsten Schädlingskategorie(n) und/oder Schadorganismus-Risikobewertung(en) hergeleitet, die von der EFSA, der Pflanzenschutz-Organisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) und anderen europäischen oder außereuropäischen Institutionen durchgeführt wurden. Zusätzliche Informationen und Daten wurden durch Literaturrecherche erlangt und von Fachbeiträgen ergänzt. Expert knowledge elicitations (EKE – Erhebungen von Expertenwissen) wurden mit einer Gruppe von Risikobewertern und Schädlingsexperten durchgeführt, um die Wahrscheinlichkeit des Einflusses, der Ausbreitung und der Zeit des Nachweises zu schätzen. Weitere Informationen zu den von der EFSA angewendeten Methoden finden Sie hier.

  1. Wie wird diese Liste Europa vor neuen Schädlingen schützen?

Für jeden dieser aufgeführten Schädlinge ist es erforderlich, dass die EU-Mitgliedstaaten jährliche Umfragen durchführen, einen Notfallplan erstellen und aktualisiert halten, Simulationsübungen durchführen, mit der Öffentlichkeit kommunizieren und einen Ausmerzungsplan für jeden aufgeführten Schädling, der auf dem Gebiet der Union zugegen ist, anwenden. Das bedeutet, dass das Gebiet der EU über eine koordinierte, harmonisierte Vorsorgestrategie für den Schutz der Landwirtschaft, der Umwelt und der Wirtschaft vor gefährlichen Schädlingen verfügt.

 

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