Die EFSA senkt sicheren Grenzwert für die Exposition gegenüber TFA
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse den sicheren Grenzwert für Trifluoressigsäure (TFA) in der Nahrung gesenkt. TFA ist ein AbbauproduktChemischer Stoff, der beim Abbau oder Zerfall einer Substanz entsteht bestimmter Pestizide.
Die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten werden die neuen Grenzwerte berücksichtigen, wenn sie Maßnahmen erörtern, mit denen der Verbraucherschutz gewährleistet werden soll.
Was ist TFA?
Trifluoressigsäure (TFA) ist eine Chemikalie, die aus verschiedenen Quellen stammt und beim Abbau von Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) entstehen kann, darunter auch von bestimmten Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln. Dadurch kann TFA in das Grundwasser, den Boden und in Nahrungspflanzen gelangen.
Die EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die PFAS-Konzentrationen im Trinkwasser zu überwachen, während im Rahmen anderer Überwachungsprogramme die PFAS-Konzentrationen in Lebensmitteln erfasst werden.
Was hat sich geändert?
Die Sachverständigen der EFSA senkten die zulässige tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake, ADIDie zulässige tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake – ADI) ist die geschätzte Menge eines Stoffs in Lebensmitteln oder Trinkwasser, die täglich im Laufe eines Lebens konsumiert werden kann, ohne dass sie ein merkliches Risiko für die Gesundheit birgt. Der ADI-Wert wird in der Regel in Milligramm des Stoffs pro Kilogramm Körpergewicht ausgedrückt und wird bei chemischen Stoffen, wie z.B. Lebensmittelzusatzstoffen, Pestizidrückständen und Tierarzneimitteln, angewendet) gegenüber dem vorherigen Wert von 0,05 auf 0,014 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Die neue ADI ist etwa 3,5-mal niedriger als die vorherige. Die Sachverständigen legten auch eine neue akute Referenzdosis von 0,07 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht fest.
Diese aktualisierten Werte basieren auf neuen Erkenntnissen, die unter anderem gezeigt haben, dass TFA den Thyroxinspiegel verändert – ein von der Schilddrüse produziertes Hormon, das eine wichtige regulierende Rolle im Körper spielt.
Welche Daten wurden herangezogen?
Die EFSA veröffentlichte einen Aufruf zur Dateneinreichung für den Zeitraum vom 6. August bis zum 7. Oktober 2024. Die von der EFSA geprüften Informationen umfassten unter anderem:
- Daten aus EU-Länderbewertungen von Pestizidprodukten, bei deren Abbau TFA entstehen kann;
- frühere EFSA-Bewertungen von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln, bei deren Abbau TFA entstehen kann;
- Studien, die von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) im Rahmen von Einstufungsvorschlägen berücksichtigt wurden;
- Daten aus der Industrie.
Die EFSA arbeitete eng mit Sachverständigen aus EU-Ländern, Hochschuleinrichtungen und anderen Organisationen zusammen und ersuchte sie, sich während des gesamten Prozesses einzubringen, so auch in der eigens gebildeten Arbeitsgruppe. Im Rahmen der öffentlichen Konsultation gingen 177 Kommentare ein, die alle im Abschlussbericht der EFSA berücksichtigt wurden.
Die EFSA ermittelte auch Bereiche, in denen weitere Forschung betrieben werden sollte, darunter das Potenzial von TFA bezüglich Langzeittoxizität, KarzinogenitätKrebs verursachende Eigenschaft eines Stoffs, wenn ein Tier oder ein Mensch diesem ausgesetzt ist und Entwicklungsimmuntoxizität. Um diesen Unsicherheiten Rechnung zu tragen, wurde bei der Berechnung der ADI ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor einbezogen.
Inwiefern steht dies im Zusammenhang mit anderen EU-Maßnahmen zu TFA?
Die Arbeit der EFSA ist Teil der umfassenderen Bemühungen der EU, PFAS-Stoffe in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie der ECHA zu bewerten und zu verwalten.
Gemeinsam mit der ECHA untersucht die EFSA derzeit, wie beim Abbau von PFAS-Pestiziden TFA entsteht. Zudem werden der Verbleib und das Verhalten dieser Verbindung im Boden und im Wasser untersucht. Diese Untersuchung soll bis zum nächsten Sommer abgeschlossen sein.
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