Lebensmittelverzehr

Was und wie viel essen und trinken die Menschen in Europa? Daten zum Lebensmittelverzehr sind für die Bewertung der Exposition der Öffentlichkeit gegenüber potenziellen Risiken in der Lebensmittelkette unabdingbar

Die umfassende Europäische Datenbank der EFSA zum Lebensmittelverzehr

Bei der umfassenden Datenbank zum Lebensmittelverzehr handelt es sich um eine Informationsquelle zum Lebensmittelverzehr in der gesamten Europäischen Union (EU). Sie enthält ausführliche Informationen zu einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten und Heranführungsländern.

Die Datenbank spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewertung der Risiken, die sich aus möglichen Gefahren in Lebensmitteln in der EU ergeben, und ermöglicht eine Abschätzung der Exposition der Verbraucher gegenüber solchen Gefahren. Dies stellt einen grundlegenden Schritt im Risikobewertungsprozess der EFSA dar. Die Datenbank ist auch für andere Arbeitsbereiche der EFSA von Bedeutung, beispielsweise für die Bewertung der Nährstoffaufnahme in verschiedenen Altersgruppen der EU-Bevölkerung.

Im Dezember 2024 wurde die Datenbank umfassend aktualisiert und um Verzehrdaten aus den letzten drei Erhebungen ergänzt , die im Rahmen des Projekts „EU Menu“ durchgeführt worden waren. Diese Daten stammen aus Polen (Kinder, vegetarisch lebende Kinder, Erwachsene, vegetarisch lebende Erwachsene und Schwangere), Kroatien (Kinder und Erwachsene) und Montenegro (Kinder).
Weitere Teile dieser Aktualisierung betrafen vor allem die Einstufung von Lebensmitteln, die an die neueste Fassung des FoodEx2-Katalogs angepasst wurde, sowie einige Korrekturen in Bezug auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel.

Weitere Informationen zur neuesten Version finden Sie hier.
 

Nutzungshinweise zur Datenbank

Die zusammenfassenden Statistiken in der Datenbank ermöglichen eine schnelle Recherche zur chronischen und akuten Exposition gegenüber Stoffen und Organismen, die in der Lebensmittelkette vorkommen können. In der Datenbank werden die Erhebungen zur Ernährung und die Daten zum Lebensmittelverzehr für jedes Land nach Kategorien unterteilt. Dazu gehören: das Alter (vom Säuglingsalter bis zum Alter von 75 Jahren), besondere Bevölkerungsgruppen, Lebensmittelgruppen (über 2 500) und die Art des Verzehrs. Dabei sind sowohl der regelmäßige als auch der intensive Verzehr abgedeckt, sodass die Berechnungen auf die einzelnen Verbraucherkategorien zugeschnitten werden können.

Statistiken über die chronischen (langfristigen) und akuten (kurzfristigen) verzehrbedingten Risiken stehen zur Verfügung:

in Bezug auf die Gesamtbevölkerung („all subjects“ [alle Personen]) und „all days“ [„alle Tage“]) oder nur Verbraucher,

in Gramm pro Tag („g/day“) oder Gramm pro Tag pro Kilogramm Körpergewicht („g/kg bw per day“).

Filtermöglichkeiten sind unter anderem: Land und Name der Erhebung, Hierarchieebene laut FoodEx2-Katalog sowie Altersgruppen und besondere Bevölkerungsgruppen, sofern diese verfügbar sind, d. h. vegetarisch lebende Menschen, Schwangere und stillende Frauen.

Für einige Länder liegen mehrere Erhebungen für die gleichen Altersgruppen vor, die in unterschiedlichen Jahren durchgeführt wurden. Es besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse für alle Erhebungen darzustellen oder nach älteren bzw. neueren Erhebungen zu filtern. So lassen sich die neuesten verfügbaren Ernährungsdaten für ein bestimmtes Land und eine bestimmte Altersgruppe gezielt auswählen.

Im Dashboard „Food consumption – survey details“ (Lebensmittelverzehr – Erhebungsdetails) finden sich die Einzelangaben zu Alter, Land und Geschlecht für jede Ernährungserhebung.

Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2024

Was landet in Europa auf dem Tisch? – Das Projekt „EU Menu“

Die EU-Mitgliedstaaten haben jedoch unterschiedliche Methoden für die Erhebung von Daten über den Lebensmittelkonsum angewendet, was die Durchführung EU-weiter Analysen oder länderübergreifender Vergleiche bisweilen erschwert. Mit dem von der EFSA durchgeführten Projekt „EU Menu“ sollen standardisierte Informationen darüber bereitgestellt werden, was die Menschen in allen Ländern und Regionen der EU zu sich nehmen. Dies ermöglicht genauere Expositionsbewertungen und unterstützt letztlich Risikomanager bei ihren Entscheidungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit.

Die EFSA hat einen Leitfaden zur „EU Menu“-Methodik ausgearbeitet, der vom EFSA-Netzwerk für Daten über den Lebensmittelverzehr, das sich aus Vertretern der für die Erhebung von Ernährungsdaten zuständigen EU-Stellen zusammensetzt, gebilligt wurde. Der Leitfaden enthält Empfehlungen zur Erhebung harmonisierter und qualitativ hochwertiger Daten zu Altersgruppen von 3 Monaten bis zu 74 Jahren.

Seit 2011 unterstützt die EFSA Ernährungserhebungen zu Kindern und/oder Erwachsenen aus 21 Ländern. Alle „EU Menu“-Projekte wurden bis 2023 abgeschlossen, und die Daten wurden in die umfassende Europäische Datenbank der EFSA zum Lebensmittelverzehr aufgenommen. Die EFSA arbeitet derzeit an einer Aktualisierung des Leitfadens auf der Grundlage der gewonnenen Erfahrungen und der Fortschritte bei den Datenerhebungsmethoden. Eine aktualisierte Fassung des „EU Menu“-Leitfadens soll bis 2026 veröffentlicht werden, wobei die nächste „EU Menu“-Erhebungswelle für 2027 geplant ist.