Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (TSE)

Einleitung

Bei Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) handelt es sich um eine Gruppe von Krankheiten, die das Gehirn und das Nervensystem von Menschen und Tieren befallen. Diese Krankheiten zeichnen sich durch eine Degeneration des Gehirngewebes aus, das sich schwammartig (= spongiform) verändert.

Verursacht werden TSE durch ein Prion (bezeichnet als PrPres), bei dem es sich um eine abnorme Form eines Proteins (PrPc) handelt.

Zu den TSE zählen u.a.:

  • die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) bei Rindern, einschließlich atypischer BSE
  • die Scrapie bei Schafen und Ziegen, einschließlich atypischer Scrapie
  • die chronische Auszehrungskrankheit (Chronic Wasting Disease – CWD) bei Hirschen und Elchen
  • die Transmissible Nerz-Enzephalopathie (TME) bei Nerzen
  • die Feline Spongiforme Enzephalopathie (FSE) bei Katzen
  • die variante Creutzfeldt Jakob-Krankheit (vCJK) beim Menschen

Mit Ausnahme des BSE-Erregers, der durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch auf den Menschen übertragen und die variante Creutzfeldt Jakob-Krankheit verursachen kann, liegen für keine anderen TSE wissenschaftliche Hinweise darauf vor, dass sie auf den Menschen übertragen werden könnten.  

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Die Rolle der EFSA besteht darin, Risikomanagern unabhängige wissenschaftliche Beratung zu allen die Gesundheit von Mensch und Tier betreffenden Aspekten von TSE in der Europäischen Union (EU) zu leisten. Ein Großteil der EFSA-Arbeiten erfolgt auf Ersuchen der Europäischen Kommission.

Die Beratung der EFSA dient als wissenschaftliche Grundlage für EU-Maßnahmen zur Reduzierung der von TSE ausgehenden Risiken sowie zur Wahrung eines hohen Grades an Verbraucherschutz in Europa.

Risikobewertungen und Empfehlungen

Die EFSA hat umfassende wissenschaftliche Arbeiten zu verschiedenen TSE, insbesondere zu BSE, Scrapie und CWD, unternommen.

Die wissenschaftliche Arbeit zu TSE wird vom Gremium für Biologische Gefahren (BIOHAZ) geleitet, dem führende Sachverständige für alle TSE betreffenden Aspekte angehören, darunter Epidemiologen, Pathologen und Neuropathologen sowie Experten für TSE-Diagnosetests.

Diese Arbeit beinhaltet auch eine Auswertung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu möglichen Zusammenhängen zwischen TSE bei Tieren und Menschen, die gemeinsam von der EFSA und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vorgenommen wird. Die EFSA unternahm darüber hinaus mehrere Risikobewertungen zu TSE bei Kleinwiederkäuern und bewertete u.a. die Risiken einer TSE-Übertragung durch Milch bzw. Milcherzeugnisse sowie die TSE-Infektiosität von Geweben bei Kleinwiederkäuern.

Bewertung von TSE-Schnelltests

Die EFSA ist auch an der Erstellung von Protokollen für die Bewertung neuer Schnelltests zum Nachweis von TSE bei Tieren, einschließlich Ante- und Post-mortem-Tests, sowie bei den verschiedenen Schritten des Verfahrens zur Bewertung der Tests beteiligt.

Die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten haben eine Reihe von Maßnahmen zum Risikomanagement von TSE in der EU ergriffen. Es existiert ein umfassender Bestand an Rechtsvorschriften zum Schutz von Mensch und Tier gegenüber diesen Krankheiten. Sämtliche EU-Maßnahmen im Hinblick auf TSE bei Tieren sind in der Verordnung Nr. 999/2001 zusammengefasst.