EFSA erteilt wissenschaftliche Beratung zur Verbreitung des Beifußblättrigen Traubenkrauts

Die EFSA hat ein wissenschaftliches Gutachten über die potenziellen Auswirkungen der weiteren Verbreitung von Unkrautpflanzen der Ambrosia-Gattung (einschließlich Ambrosia artemisiifolia, auch als „Beifußblättriges Traubenkraut“ bezeichnet)[1] auf die öffentliche Gesundheit, die Tiergesundheit und die Umwelt in der Europäischen Union veröffentlicht. Auf Ersuchen der Europäischen Kommission befasst sich das Gutachten schwerpunktmäßig mit der Rolle, welche das Tierfutter, insbesondere bei der Fütterung von Vögeln, bei der Förderung der Verbreitung dieser Unkrautpflanzen spielt.

Die Hauptschlussfolgerungen des Gutachtens sind folgende[2]:

  • Beim Menschen sind die durch Ambrosia-Pflanzen verursachten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit vorwiegend allergische Symptome — wie beispielsweise „Nasenlaufen“ (Sekretion im Rahmen allergischer Rhinitis), Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und Asthma —, die durch Einatmen der Pollen hervorgerufen werden. Haut- und Lebensmittelallergien sind von relativ geringer Bedeutung. Ambrosia-Pflanzen können beim Menschen auch eine Sensibilisierung gegenüber anderen Allergenen bewirken.
  • Es liegen einige Belege dafür vor, dass Tiere, insbesondere Pferde, allergisch auf Ambrosia-Pollen reagieren können.
  • In Bezug darauf, dass die Verbreitung von Ambrosia zur Ausrottung anderer Pflanzenarten führen kann, liegen keine direkten Nachweise vor. Es gibt jedoch gewisse Anzeichen dafür, dass die Ambrosia artemisiifolia in bestimmten Habitaten sehr stark invasiv sein könnte. Daher sind in diesem Bereich weitere ökologische Studien erforderlich.
  • Samen in Wild- und Ziervögelfutter enthalten häufig erhebliche Mengen von Ambrosia-Samen und könnten eine wichtige Rolle bei der Einschleppung von Ambrosia-Pflanzen in vormals nicht befallene Gebiete spielen. Der Beitrag von handelsüblichem Nutztierfutter für die Verbreitung von Ambrosia kann jedoch als unerheblich angesehen werden, da die Samen bei der Verarbeitung zerstört werden.

Die Ambrosia artemisiifolia kommt vorwiegend auf Ödland und landwirtschaftlichen Nutzflächen vor. Die Verbreitung erfolgt auf natürlichem Wege, durch die Übertragung von Tieren (beispielsweise durch Vögel) oder durch menschliche Aktivitäten (z. B. beim Transport oder bei der Bewegung von kontaminiertem Boden).

Reinigungsverfahren können das Ausmaß der Kontamination von Vogelfutter mit Ambrosia-Samen verringern. Um die Ausbreitung von Ambrosia-Pflanzen zu verhindern, wird im Gutachten empfohlen, solche Verfahren für alle Samen zu entwickeln, die zur Herstellung von Vogelfutter verwendet werden.

Allerdings wird im Gutachten festgestellt, dass die relative Bedeutung, die dem Vogelfutter im Vergleich zu anderen Verbreitungswegen zukommt, anhand der derzeit verfügbaren Informationen nicht bestimmt werden kann.

[1] Pflanzen aus der zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) gehörenden Gattung der Ambrosia kommen weltweit vor. Die Ambrosia artemisiifolia (Beifuß-Ambrosie) ist die in Europa am stärksten verbreitete Ambrosia-Art, deren Verbreitung sich auf verschiedene Gebiete erstreckt, wie beispielsweise auf das Rhône-Tal in Frankreich, auf Norditalien und auf Südosteuropa (Bulgarien, Ungarn, Südrussland und Ukraine).
[2] Das Gutachten wurde vom Wissenschaftlichen Gremium der EFSA für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM-Gremium) und unter Beteiligung des Wissenschaftlichen Gremiums für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien (NDA-Gremium) sowie des Wissenschaftlichen Gremiums für Pflanzengesundheit (PLH-Gremium) erstellt.

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