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Pflanzengesundheit: Risiken im Zusammenhang mit der Einfuhr von Böden und Kultursubstraten

Die EFSA-Sachverständigen für Pflanzengesundheit haben das Risiko der Einschleppung von Schadorganismen und anderen nicht-heimischen Arten in die EU über Böden bzw. andere Kultursubstrate untersucht. Die Arbeit wurde auf Ersuchen der Europäischen Kommission unternommen, zur Unterstützung einer Überarbeitung der geltenden Vorschriften für die Einfuhr von Böden und Kultursubstraten in das Gebiet der EU.

Die Überarbeitung erfolgt in Reaktion auf Bedenken, dass die derzeitigen Maßnahmen nicht wirksam genug sind, um die Einschleppung von Schadorganismen auf diesem Weg zu verhindern.

Das Wissenschaftliche Gutachten der EFSA verwendet die Definition des Internationalen Pflanzenschutzabkommens (IPPC) eines Kultursubstrats als „jegliches Material, in dem Pflanzen wurzeln oder das dafür bestimmt ist“.

Mehr als 800 Bodentypen und Kultursubstrate, die zum Anbau von Pflanzen verwendet werden könnten, wurden im Rahmen einer umfangreichen Literaturrecherche identifiziert. Das EFSA-Gremium für Pflanzengesundheit (PLH) fasste diese in acht Gruppen zusammen – darunter „Substrate einschließlich Pflanzenmaterial“, „Tierdung“ und „synthetische Substrate“ – und bewertete für jede Gruppe deren Wahrscheinlichkeit, als Übertragungsweg für Schadorganismen infrage zu kommen.

Die große Mehrheit der im Rahmen der Literaturrecherche ermittelten Kultursubstrate – 678 von 880 – enthielten Pflanzenmaterial. Diese Substrate sind sehr vielfältig und umfassen etwa Kompost, Lebensmittelabfälle, Gründünger, Stroh und Rinde.

Unter den Kultursubstraten, die kein Pflanzenmaterial enthalten, waren die Hauptgruppen: anorganische Substrate wie Sand, Vulkangestein und Kies (78 Typen); Kultursubstrate, die behandelt wurden, um Pflanzenschädlinge abzutöten oder deren Auftreten zu reduzieren, wie Asche, Gerbereischlamm, Melasse und Kohle (73 Typen); und synthetische Substrate wie Polymere, Flaschenpartikel aus Polyethylenterephthalat (PET) und Polystyrol-Granulat (27 Typen).

Die PLH-Sachverständigen bewerteten die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Hitzebehandlung, Pestizideinsatz und Begasung, um das Auftreten von Schadorganismen in Böden und Kultursubstraten zu reduzieren. Das Gremium wies darauf hin, dass diese Behandlungen nicht in allen Fällen zu 100% wirken und ihre Wirksamkeit von mehreren Faktoren abhängt, wie etwa der Bodenbeschaffenheit, der Art der Schadorganismen und den Anwendungsverfahren.

Im Rahmen ihrer Bewertung beurteilte das EFSA-Gremium auch die Wirksamkeit der derzeitigen EU-Maßnahmen zur Kontrolle der Einfuhr von Böden und Kultursubstraten in die EU und betrachtete die geltenden Rechtsvorschriften in mehreren Ländern außerhalb der EU – Australien, Kanada, Neuseeland und die Vereinigten Staaten – im Hinblick auf Pflanzenquarantäne, Biosicherheit, Böden, Kultursubstrate und Düngemittel.

Der sich daraus ergebende Überblick unterstrich die Bedeutung einer klaren Formulierung sowie von Leitlinien zur Umsetzung von Maßnahmen in Bezug auf Böden und Kultursubstrate. Maßnahmen, die vom Gremium als wirksam identifiziert wurden, umfassen Einfuhrverbote sowie Optionen im Zusammenhang mit schadorganismusfreien Erzeugungsorten und der Vorbereitung von Sendungen für den Transport.

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