EFSA schlägt „Toolbox” zum Umgang mit Unsicherheit bei ihren wissenschaftlichen Bewertungen vor

Die EFSA bittet um Rückmeldung zu ihrem Leitlinienentwurf über den Umgang mit Unsicherheit bei der wissenschaftlichen Bewertung. Mit ihrer Konsultation richtet sich die Behörde an die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft, europäische und nationale Risikobewerter, Verantwortliche im Bereich der Risikokommunikation, Risikomanager und die Interessenggruppen der EFSA.

Die Bestimmung und Beschreibung wissenschaftlicher Unsicherheiten sowie die Erklärung deren Bedeutung für die Bewertungsergebnisse sind wesentliche Aspekte der Aufgabe der EFSA, transparente wissenschaftliche Beratung zu leisten.

Wissenschaftler sind stets bestrebt, auf die Vielzahl unterschiedlichster Faktoren einzugehen, welche zu Unsicherheiten in ihren wissenschaftlichen Bewertungen führen können. Hierzu zählen unter anderem mögliche Einschränkungen bezüglich der Qualität und Repräsentativität von Daten, Schwierigkeiten beim Vergleich nicht standardisierter Daten zwischen einzelnen Ländern oder Kategorien, der Vorzug eines Vorhersagemodells gegenüber einem anderen oder die Verwendung von Standard-Faktoren (wie etwa das Durchschnittsgewicht eines Erwachsenen). Auf welche Art und Weise Wissenschaftler diese Faktoren berichten bzw. öffentliche Einrichtungen wie die EFSA sie Risikomanagern, Interessengruppen und der breiten Öffentlichkeit vermitteln, kann die Wahrnehmung der bei der Bewertung ermittelten Risiken und Nutzen sowie die diesbezüglichen Entscheidungen auf politischer bzw. individueller Ebene beeinflussen.

Der Wissenschaftliche Ausschuss der EFSA hat das vorliegende Leitliniendokument entwickelt, um eine Toolbox mit – quantitativen wie qualitativen – Methoden zur Verfügung zu stellen, mittels derer wissenschaftliche Unsicherheiten in sämtlichen wissenschaftlichen Bewertungen der Behörde analysiert werden können. Der Ansatz soll so flexibel sein, dass er an die jeweiligen Umstände jeder einzelnen Bewertung angepasst werden kann: von dringenden Fällen, in denen Beratung innerhalb weniger Stunden benötigt werden könnte, bis zu längerfristigen, umfassenden Auswertungen aller verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einer bestimmten Frage; und von gut erforschten Themen bis hin zu neuesten wissenschaftlichen Fragestellungen, zu denen es mitunter noch an Evidenz mangelt.

Mit der Anwendung der vorgeschlagenen Instrumente will die EFSA Entscheidungsträgern ein klareres Bild hinsichtlich der jede einzelne Bewertung betreffenden wissenschaftlichen Unsicherheiten vermitteln und, soweit möglich, deren Einfluss auf die jeweiligen Schlussfolgerungen quantifizieren.

Nach Eingang der Rückmeldungen aus der laufenden öffentlichen Konsultation und der weiteren Überarbeitung des Entwurfs wird jedes wissenschaftliche Gremium der EFSA die Leitlinien im Rahmen einer Pilotphase testen. Die EFSA-Sachverständigen werden die daraus resultierenden Ergebnisse nutzen, um dem Leitliniendokument vor seiner endgültigen Fertigstellung den letzten Schliff zu geben. In der Zwischenzeit wird die EFSA auch Forschungen im Hinblick darauf anstellen, welches die besten Methoden zur Kommunikation wissenschaftlicher Unsicherheiten an verschiedene Zielgruppen sind. Nach ihrer Verabschiedung werden die Leitlinien bei allen wissenschaftlichen Bewertungen der EFSA zur Anwendung gelangen.

Die EFSA bittet andere wissenschaftliche Beratungsstellen sowie Experten im Bereich der Unsicherheitsanalyse aus Wissenschaft und Praxis um deren Input zum vorliegenden Entwurf, insbesondere zu den in der Toolbox enthaltenen vorgeschlagenen Methoden. Auch Rückmeldungen von europäischen und nationalen Entscheidungsträgern, Kommunikationsverantwortlichen und Interessengruppen der EFSA sind ausdrücklich erwünscht.

Die Frist zur Einreichung Ihrer schriftlichen Stellungnahme endet am 10. September 2015.

 

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