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EFSA erläutert Verwendung ihrer neuen Datenbank über den Lebensmittelverzehr

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Übersicht zu ihrer ersten Umfassenden Datenbank über den Lebensmittelverzehr veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um eine neue Informationsquelle zum Verzehr von Lebensmitteln in der Europäischen Union, die detaillierte Daten für eine Reihe von EU-Ländern enthält. Die neue Datenbank wird eine Schlüsselrolle bei der Bewertung der Risiken im Zusammenhang mit möglichen Gefahren in Lebensmitteln in der EU spielen und genauere Schätzungen der Verbraucherexposition gegenüber solchen Gefahren ermöglichen. Dies ist ein grundlegender Schritt in der Risikobewertung Spezialgebiet der angewandten Wissenschaften, in dem wissenschaftliche Daten und Studien ausgewertet werden, um die mit bestimmten Gefahren einhergehenden Risiken zu beurteilen. Dies umfasst vier Schritte: Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung durch die EFSA.

Die Datenbank, die in enger Zusammenarbeit mit EU-Mitgliedstaaten entwickelt wurde, wird in Zukunft auch für andere Arbeitsfelder der EFSA, wie zum Beispiel die Bewertung der Nährstoffaufnahme der EU-Bevölkerung, relevant sein. Die Übersicht beinhaltet Anleitungen, wie die zusammenfassenden Statistiken der Datenbank von Sachverständigen für Lebensmittelsicherheit und öffentliche Gesundheit auf nationaler wie auch auf EU-Ebene verwendet werden können.

Die Umfassende Datenbank enthält Daten aus insgesamt 32 verschiedenen Umfragen zu Ernährungsgewohnheiten aus 22 Mitgliedstaaten, darunter auch die Daten, die im Rahmen einer von der EFSA gemäß „Artikel 36“[1] bezuschussten Datenerhebung zum Lebensmittelverzehr bei Kindern[2] erhoben wurden.

Die zusammenfassenden Statistiken aus der Datenbank ermöglichen ein schnelles Screening auf die chronische und akute Exposition Einmalige oder über einen sehr kurzen Zeitraum (in der Regel weniger als 24 Stunden) erfolgende Exposition gegenüber einem Stoff gegenüber Stoffen, die in der Nahrungskette vorkommen können. Diese Statistiken werden auf der EFSA-Website für die Öffentlichkeit zugänglich sein. In der Datenbank werden die Umfragen über die Ernährungsgewohnheiten und die Lebensmittelverzehrdaten für jedes Land nach folgenden Kategorien aufgeschlüsselt: Alter (von Säuglingen bis zu Erwachsenen über 75 Jahren)[3], Lebensmittelgruppe (fast 160) und Art Untergliederung der Gattung, eine Gruppe eng verwandter und ähnlicher aussehender Organismen; z.B. steht im Falle des Homo sapiens (Mensch) der zweite Teil des Namens (sapiens) für die Art des Konsums, d. h. sowohl normaler als auch hoher Konsum. Dies ermöglicht maßgeschneiderte Berechnungen für jede Verbraucherkategorie. Die Statistiken geben den Lebensmittelverzehr in Gramm pro Tag und in Gramm pro Tag pro kg Körpergewicht an.

Die Datenbank über den Lebensmittelverzehr wird auch als Grundlage zum Beispiel für die Arbeiten über die Bewertung der Nährstoffaufnahme der EU-Bevölkerung dienen. Im Bereich der Ernährung Die Ernährungswissenschaft befasst sich mit der Frage, wie Ernährung und lebensnotwendige Bedürfnisse des Körpers zusammenhängen ist die Analyse von Daten über die Nährstoffaufnahme unverzichtbar, um wissenschaftlich fundierte Ziele für die öffentliche Gesundheit festzulegen und die tatsächliche Nährstoffaufnahme mit den empfohlenen Aufnahmemengen zu vergleichen sowie die Fortschritte im Laufe der Zeit zu überwachen.

Die Arbeit an dieser neuen Datenbank begann 2008, als Mitgliedstaaten anfingen, Daten aus nationalen Umfragen über die Ernährungsgewohnheiten in ihren Ländern für die EFSA zu sammeln. Die Datenbank ist zwar für die Risikobewertungsaktivitäten der EFSA von Nutzen, doch da die darin enthaltenen Daten mit unterschiedlichen Methoden erhoben wurden, sind sie für direkte Vergleiche zwischen einzelnen Ländern ungeeignet.

Die Erhebung genauer, harmonisierter und detaillierter Daten zum Verzehr von Lebensmitteln auf europäischer Ebene ist wichtig für die Arbeit der EFSA, und diesbezüglich hat die Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten hohe Priorität. Zusammen mit den Mitgliedstaaten arbeitet die EFSA an der Entwicklung von Umfragen zum Lebensmittelverzehr, um die Erhebung und Analyse vergleichbarer Daten in der EU zu ermöglichen. Diese Initiative trägt den Namen „Wie ernährt sich Europa?“ („EU MENU“). Bis 2012 sollen mehrere Pilotstudien im Rahmen dieser Initiative abgeschlossen sein.

 

[1] Der „Artikel 36“ der EFSA-Gründungsverordnung hat zum Ziel, die Zusammenarbeit und Vernetzung in Europa zu verbessern; weitere Informationen siehe: Zusammenarbeit im Rahmen von Artikel 36
[2] Dieses von der EFSA in Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten durchgeführte Projekt gemäß „Artikel 36“ wurde 2008 unter dem Namen „Individual food consumption data and exposure assessment studies for children“ (EXPOCHI) ins Leben gerufen. Es konzentrierte sich auf die Exposition Konzentration oder Menge eines bestimmten Stoffs, die von einem Menschen, einer Population oder einem Ökosystem mit einer bestimmten Häufigkeit über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufgenommen wird und den Lebensmittelverzehr von Kindern.
[3] Im Einzelnen: Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere und sehr alte Menschen.

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