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EFSA-Sachverständigen zufolge besteht bei der Zucht TSE-resistenter Ziegen weiteren Forschungsbedarf

Das Wissenschaftliche Gremium für biologische Gefahren (BIOHAZ-Gremium) der EFSA weist in einem Gutachten darauf hin, dass hinsichtlich auf genetische Resistenz gegen TSE-Erkrankungen (Transmissible Spongiforme Encephalopathien) bei Ziegen (einschließlich klassischer Scrapie, atypischer Scrapie und BSE) gerichtete Zuchtprogramme weiterer Forschungsbedarf besteht.

Das Gremium stellte fest, dass es hinsichtlich eines möglichen Zuchtprogramms auf Resistenz gegen klassische Scrapie (klassische Traberkrankheit) bei Ziegen in allen EU-Mitgliedstaaten zwar ermutigende Daten gibt, diese aber noch nicht ausreichen, um eine Unterstützung eines solchen Programms zu erwägen. Für die kommenden Jahre werden weitere Untersuchungen erwartet, die solidere wissenschaftliche Hintergrundinformationen zur Folge haben sollen. Das Gremium stellte auch fest, dass derzeit keine ausreichenden Daten verfügbar sind, um die Unterstützung von Zuchtprogrammen auf Resistenz gegen atypische Scrapie (atypische Traberkrankheit) und BSE bei Ziegen in Erwägung zu ziehen.

Seitens des Gremiums wurde die Notwendigkeit einer funktionierenden logistischen und technischen Infrastruktur zur Unterstützung eines auf Resistenz gegen TSE-Erkrankungen bei Ziegen gerichteten Zuchtprogramms in jedweden vorgegebenen Gebieten hervorgehoben, da derzeit in den meisten Mitgliedstaaten eine solche Infrastruktur zu fehlen scheint. Das Gremium sprach darüber hinaus eine Reihe von Empfehlungen zu Forschungsvorhaben aus, die zu einer weiteren Unterstützung der erfolgreichen Durchführung eines derartigen Zuchtprogramms beitragen könnten.

Bei diesem wissenschaftlichen Gutachten handelt es sich um den zweiten und abschließenden Teil einer Antwort auf das Ersuchen der Europäischen Kommission um Beratung bezüglich der Möglichkeit, in der EU Ziegen mit genetischer Resistenz gegen TSE-Erkrankungen zu züchten. In einem ersten Gutachten zur klassischen Scrapie bei Ziegen in Zypern[1] hatte sich das BIOHAZ-Gremium mit einer Pilotstudie beschäftigt, die von der Europäischen Kommission finanziert und in Zypern durchgeführt worden war. Die Ergebnisse schienen die Schlussfolgerung nahezulegen, dass Ziegen mit einer bestimmten genetischen Disposition eine relativ höhere Resistenz gegen TSE haben. Im Anschluss an dieses Gutachten erfolgte eine Stellungnahme zur Vorgehensweise beim Erheben zusätzlicher Daten zur genetischen Resistenz gegen TSE bei Ziegen in Zypern, um ein mögliches Zuchtprogramm Strukturiertes Programm zur Verbesserung einer Pflanzen- oder Tierpopulation durch Züchtung bestimmter Merkmale in diesem Land zu unterstützen[2].

Die von der EFSA vorgenommenen Risikobewertungen in Bezug auf TSE-Erkrankungen dienen dazu, die Durchsetzung der im „Fahrplan für die TSE-Bekämpfung“[3] vorgesehenen Maßnahmen wissenschaftlich zu untermauern. In diesem strategischen Dokument hat die Kommission die möglichen Instrumente zur Eindämmung und Tilgung von TSE-Erkrankungen bei Tieren definiert. Die beiden genannten Gutachten ergänzen die bisherigen Arbeiten der EFSA auf diesem Gebiet, wie etwa das im Jahr 2006 veröffentlichte wissenschaftliche Gutachten bezüglich des Programms zur Züchtung von TSE-resistenten Schafen[4]. In diesem Gutachten wurde bestätigt, dass es angemessen ist, Maßnahmen zur Entwicklung von Programmen zur Züchtung von Schafen mit genetischer TSE-Resistenz auf EU-Ebene zu ergreifen.

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