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Technische Sitzung zu Tierschutzbelangen im Rahmen der genetischen Auswahl bei Masthähnchen und deren Elterntieren

Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind am 23. September 2009 mit Interessengruppen zusammengetroffen, um sich zu Fragen des Tierschutzes im Rahmen der genetischen Auswahl bei Masthähnchen auszutauschen, und um Aspekte des Tierschutzes in Bezug auf die Aufzucht und Unterbringung der Elterntiere[1] von Masthähnchen zu erörtern.

Das Treffen bot die Gelegenheit, den Interessengruppen die Hintergründe und den Umfang des von der Europäischen Kommission an die EFSA gerichteten Ersuchens darzustellen, die im Zusammenhang mit der Erhebung von Daten bestehenden Herausforderungen zu diskutieren und die weitere Zusammenarbeit mit allen interessierten Parteien zu vertiefen. Zum Teilnehmerkreis des Treffens gehörten Vertreter der Fleisch produzierenden Geflügelindustrie und von Zuchtunternehmen sowie Abgesandte von Forschungsgruppen, Nichtregierungsorganisationen und anderen internationalen Einrichtungen.

Die Teilnehmer erörterten die wissenschaftlichen und technischen Gesichtspunkte des Tierschutzes von Masthähnchen, wobei spezielles Augenmerk auf die Verfügbarkeit von Daten und die Datenquellen sowie das Abklären des Umfangs der von der Kommission gestellten Aufgabe gelegt wurde. Es wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass der genetische Hintergrund, die Haltungs- und die Umweltbedingungen Einfluss auf das Wohlergehen des Geflügels haben und daher im Rahmen der Bewertung zu berücksichtigen sind. Die Teilnehmer sind darüber hinaus übereingekommen, dass die Zucht von Geflügel zum Zwecke der Fleischproduktion einen dynamischen Sektor darstellt, und haben die Bedeutung des Zugangs zu den allerneuesten Daten hervorgehoben. Ferner wurde festgestellt, dass der Mangel Fehlen eines notwendigen Faktors, beispielsweise in der Ernährung oder der Umwelt, das sich schädlich auf das Wachstum eines Organismus auswirkt eines harmonisierten Systems zur Datenerhebung einem Hindernis für die wissenschaftliche Risikobewertung Spezialgebiet der angewandten Wissenschaften, in dem wissenschaftliche Daten und Studien ausgewertet werden, um die mit bestimmten Gefahren einhergehenden Risiken zu beurteilen. Dies umfasst vier Schritte: Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung gleichkommt. Um diese schwierigen Aufgaben erfolgreich meistern zu können und um fehlende Daten auszumachen wurden verschiedene Methoden vorgestellt.

Der von der Europäischen Kommission erteilte Auftrag
Die Europäische Kommission hat die EFSA beauftragt, alle verfügbaren Informationen zu diesem Thema zu erfassen und zu bewerten sowie zwei wissenschaftliche Gutachten zu erstellen: Ein Gutachten wird die Auswirkungen der genetischen Auswahl auf den Tierschutz und die Stressresistenz kommerziell genutzter Masthähnchen zum Gegenstand haben, das andere wird sich mit Fragen des Tierschutzes bei Masthähnchen-Elterntieren befassen. Auf der Grundlage dieser Gutachten wird die Europäische Kommission dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat einen Bericht über den Einfluss genetischer Faktoren auf den Tierschutz bei Hühnern vorlegen.

Die Arbeiten der EFSA
Das EFSA-Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW-Gremium) wird von zwei Ad-hoc-Arbeitsgruppen aus Fachleuten unterstützt, die einen wissenschaftlichen Bericht über den gegenwärtigen Wissensstand zu Tierschutzgesichtspunkten im Rahmen der genetischen Auswahl bei Masthähnchen und zu den Belangen des Tierschutzes in Bezug auf die Aufzucht und Unterbringung der Elterntiere von Masthähnchen ausarbeiten. Diese Arbeit soll die Grundlage für zwei wissenschaftliche Gutachten bilden, deren Fertigstellung bis Juni 2010 vorgesehen ist. Zu beiden Gutachtenentwürfen werden Anfang des Jahres 2010 öffentliche Konsultationen zur durchgeführt; die im Rahmen dieser Konsultationen erhaltenen Stellungnahmen werden beim endgültigen Abfassen der Gutachten Berücksichtigung finden.

Datenerhebung und -auswertung
Auf der EFSA-Website ist ein Aufruf zum Einreichen von Daten zu den Aspekten des Tierschutzes im Rahmen der genetischen Auswahl von Masthähnchen und zu Tierschutzbelangen im Zusammenhang mit der Aufzucht und der Unterbringung der Elterntiere von Masthähnchen veröffentlicht worden. Der Stichtag für das Einsenden dieser Daten ist der 15. Oktober 2009. Darüber hinaus hatte die EFSA im Rahmen von Artikel 36 zum Einreichen von Vorschlägen zur Durchführung von Datenerhebungen, zum Einarbeiten der im Rahmen der öffentlichen Konsultation gewonnenen Daten und zur Vornahme einer systematischen Begutachtung aufgerufen. Das Projekt wurde an ein vom französischen Institut National de la Recherche Agronomique (INRA) angeführtes Konsortium vergeben. Der Beginn dieses auf fünf Monate angelegten Projekts ist für Oktober 2009 vorgesehen.

[1] „Masthähnchen“ sind (häufig auch als „Broiler“ bezeichnete) Hühner, die speziell zum Zwecke der Fleischproduktion gezüchtet und gehalten werden. Als „Elterntiere von Masthähnchen“ werden die Großeltern und Eltern dieser Masthähnchen bezeichnet.

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