EFSA legt Gutachten über die Sicherheit von gentechnisch verändertem Ölsaatenraps GT 73 vor

Das Wissenschaftliche Panel für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat heute ein Gutachten über den gentechnisch veränderten (GV) Ölsaatenraps GT73 veröffentlicht. Das Panel stellte abschließend fest, dass der herbizidtolerante GV-Ölsaatenraps GT73 genauso sicher ist wie konventioneller Ölsaatenraps. Daher ist es unwahrscheinlich, dass sein Inverkehrbringen - zu Einfuhr-, Weiterverarbeitungs- und Futtermittelzwecken - negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder - im Zusammenhang mit der beantragten Verwendung - auf die Umwelt hat.

Das Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für gentechnisch veränderte Organismen der EFSA basiert auf einer Anfrage der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit der Anmeldung für das Inverkehrbringen des Ölsaatenraps GT73. Die wissenschaftliche Bewertung war zunächst von der zuständigen Behörde in den Niederlanden vorgenommen und später von den übrigen Mitgliedstaaten evaluiert worden. Die Kommission sah sich jedoch aufgrund der von mehreren Mitgliedstaaten aufgeworfenen Fragen dazu veranlasst, die EFSA um eine weitere Risikobewertung über den Ölsaatenraps GT73 zu bitten.

Die wichtigsten Fragen der Mitgliedstaaten bezogen sich auf mögliche Allergierisiken in Verbindung mit GT73, Bedenken hinsichtlich Pestizidrückständen, die Klärung von Fragen zu Daten aus Fütterungsstudien an Ratten und die potenzielle Notwendigkeit zusätzlicher Fütterungsstudien. Einige Mitgliedstaaten beantragten außerdem einen detaillierteren Plan zur Umweltüberwachung.

Daher wurde das GVO-Panel gebeten, zu prüfen, ob es wissenschaftliche Gründe für die Annahme gebe, das Inverkehrbringen des Ölsaatenraps GT73 könne Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und/oder die Umwelt haben.

Der Ölsaatenraps GT73 wurde gentechnisch verändert, um ihn tolerant gegen das Herbizid Glyphosat zu machen. Durch diese Veränderung soll den Landwirten die Möglichkeit gegeben werden, das Unkrautproblem auf den Rapsfeldern während des Anbaus besser in den Griff zu bekommen. Allerdings betrifft die gegenwärtige Anmeldung die Einfuhr und die Weiterverarbeitung, nicht aber den Anbau vonRaps. Im Falle einer Genehmigung wäre daher die Einfuhr, Weiterverarbeitung und Verwendung des Ölsaatenraps GT73 als Tierfuttermittel möglich, und zwar zusätzlich zu der bereits heute genehmigten Verwendung von Öl, das von dem Ölsaatenraps GT73 stammt, als Nahrungsmittel.

Nach der Risikobewertung kommt das GVO-Panel zu dem Schluss, dass keine zusätzlichen Tierfütterungsversuche erforderlich sind, da sich keine Anzeichen für eine signifikante Änderung der Zusammensetzung ergeben hätten. Außerdem zeigten die vom Panel geprüften Tierfütterungsversuche, dass der Ölsaatenraps GT73 genauso sicher ist wie konventioneller Raps.

Bei der Risikobewertung berücksichtigte das GVO-Panel alle vorgelegten Unterlagen und Daten und folgte dem „Leitliniendokument für die Risikobewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen sowie daraus abgeleiteten Lebensmitteln und Futtermitteln.