Nährwertprofile: Die EFSA konsultiert Sachverständige und prüft Möglichkeiten

Die EFSA hat soeben einen zusammenfassenden Bericht über ihr kürzliches wissenschaftliches Kolloquium über Nährwertprofile und die Bedingungen betreffend den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln herausgegeben, die in Kürze festlegen werden, welche Lebensmittel in der EU nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben tragen dürfen. Die Europäische Kommission muss bis Januar 2009 nach Rücksprache mit der EFSA ein System für Nährwertprofile festlegen; die EFSA hat dabei die Aufgabe, vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorgehensweisen zu erläutern.

An dem EFSA-Kolloquium vom 11.-12. Oktober in Parma nahmen etwa 100 Sachverständige und Interessenträger aus den Mitgliedstaaten, Wissenschaftler, Verbraucherverbände und Organisationen des Gesundheitswesens, Lebensmittelhersteller und Einzelhändler teil. Sie beschäftigten sich mit Fragen, ob beispielsweise ein Profil für alle Lebensmittel oder verschiedene Profile für verschiedene Kategorien von Lebensmitteln festgelegt werden sollten, welche Auswahl und welches Gleichgewicht von Nährstoffen im System der Profile berücksichtigt werden muss sowie die Frage der Durchführbarkeit und des Tests vorgeschlagener Systeme.

Aus den Diskussionen wurde deutlich, dass das endgültige System einfach, flexibel und in der Lage sein muss, die Lebensmittelhersteller dazu zu ermutigen, den Nährwert von Lebensmitteln zu verbessern. Eine in Erwägung gezogene Methode war ein globales System (ein einziges Nährwertprofil für alle Lebensmittel) mit einer begrenzten Zahl von Abweichungen oder Ausnahmen für bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelkategorien. Die EFSA prüft die wissenschaftliche Basis für die Festlegung einer begrenzten Anzahl von Lebensmittelkategorien, auf die – in Abhängigkeit von ihrem Nährstoffgehalt und ihrem Beitrag zur Ernährung – derartige Ausnahmeregelungen von Risikomanagern angewendet werden könnten.

Die EFSA arbeitet beim Testen verschiedener Modelle von Profilen auch eng mit der Kommission und den Mitgliedstaaten zusammen, indem sie fachliche Unterstützung leistet, um bei der Prognostizierung der Auswirkungen der Modelle auf eine Reihe von auf dem Markt befindlichen Lebensmitteln zu helfen. Zu diesem Zweck sammelt die EFSA gegenwärtig aus staatlichen und kommerziellen Quellen Daten über die Zusammensetzung von Lebensmitteln, um eine EU-weite Datenbank über den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln zu entwickeln. Sobald sich die Risikomanager auf ein bevorzugtes Modell geeinigt haben, wird die EFSA prüfen, welche Lebensmittel für das Tragen von gesundheits- und/oder nährwertbezogenen Angaben in Frage kommen und welche nicht.

Das NDA-Gremium der EFSA ist bereit, wie verlangt, bis Januar 2008 die Kommission zu Nährwertprofilen wissenschaftlich zu beraten. Alle auf dem Kolloquium erörterten Fragen werden vom Gremium geprüft, bevor ein endgültiges Gutachten verabschiedet wird.