EFSA prüft die Auswirkung von Haltungssystemem auf das Wohlergehen von Atlantischem Lachs
Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit untersuchten die Auswirkungen verschiedener Haltungssysteme auf das Wohlergehen von Atlantischem Lachs. Experten des AHAW-Gremiums[1] der EFSA waren der Meinung, dass die Wasserqualität, die Besatzdichte, die Nahrung und das Sortierungsverfahren der Fische nach Körpergröße (Klassifizierung) die Hauptfaktoren sind, die das Wohlergehen der Fische beeinflussen. Im Rahmen seiner Risikobewertung Spezialgebiet der angewandten Wissenschaften, in dem wissenschaftliche Daten und Studien ausgewertet werden, um die mit bestimmten Gefahren einhergehenden Risiken zu beurteilen. Dies umfasst vier Schritte: Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung erstellte das Gremium eine Risikorangliste der potenziellen Gefahren für das Wohlergehen in den verschiedenen Haltungssystemen, die von Risikomanagern zur Beurteilung des Wohlergehens im Zusammenhang mit den verschiedenen Methoden genutzt werden kann. Das Gutachten enthält außerdem Empfehlungen für die künftige wissenschaftliche Forschung.
“Experten stellten im Hinblick auf das Risiko für das Wohlergehen der Tiere fest, dass die Interaktion von Schlüsselelementen der Haltungssysteme für Atlantischen Lachs im Gegensatz zu immanenten Unterschieden in den Haltungsmethoden selbst eine entscheidende Rolle spielt”, kommentierteDr. Philippe Vannier, Vorsitzender des AHAW-Gremiums. “Diesem Gutachten werden noch weitere Gutachten über die wichtigsten Fischarten folgen: Regenbogenforelle, Goldbrasse, Seebarsch, Karpfen und Europäischer Aal. Das Gutachten des AHAW-Gremiums berücksichtigte auch die Ergebnisse aus den Diskussionen einer von der EFSA organisierten Sitzung mit Interessengruppen", sagte Dr. Vannier.
Dem AHAW-Gremium zufolge ist die Wasserqualität wesentlich für das Wohlergehen von Fischen, und es wurden verschiedene schädliche Wirkungen von schlechter Wasserqualität auf die Fischgesundheit festgestellt. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die Einführung von neuartigem, nicht marinem Futter auf Grund des Mangels an essentiellen Nährstoffen wie Aminosäuren und polyungesättigten Fettsäuren zu einigen Problemen führen kann, obwohl erwiesen ist, dass es hochwertiges Fischmehl teilweise ersetzen könnte. Nahrung, die einen hohen Anteil von Meeresfischmehl und -öl enthält, ist für den Atlantischen Lachs wichtig, um den für ihn erforderlichen Bedarf an Nährstoffen zu decken.
Klassifizierungssysteme sind ein wichtiger Teil der Haltung und sollten so eingerichtet werden, dass die Zeit, in der die Fische außerhalb der Tanks und Käfige sind, auf ein Mindestmaß reduziert wird, um eine ausreichende Wasserqualität aufrechtzuerhalten und Stress zu verringern.
Die Besatzdichte wurde ebenfalls als wichtiger Faktor betrachtet. Da die Besatzdichte mit vielen anderen Faktoren interagiert, ist es jedoch nicht möglich, Höchst- oder Mindestwerte der Besatzdichte festzulegen, die das Wohlergehen der Fische sicherstellen würden.
Krankheiten und Maßnahmen zur Bekämpfung und Vorbeugung von Krankheiten sind ebenfalls von großer Bedeutung für das Wohlergehen des Lachses. Impfstoffe haben zwar einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung gegen schwere Infektionskrankheiten geleistet, aber es wurden in diesem Zusammenhang auch einige Risiken festgestellt. Die begrenzte Anzahl verfügbarer Tierarzneimittel, die für den Atlantischen Lachs zugelassen sind, stellt ein erhebliches Risiko dar, und deshalb ist auf Empfehlung des Gremiums die weitere Erforschung von Impfstoffen und Impfmethoden erforderlich.
Angesichts der Auswirkungen, die verschiedene Produktionssysteme auf das Wohlergehen der Fische haben können, empfehlen Wissenschaftler die ständige Überwachung von Umgebung, Größe, Gesundheit und Verhalten der Fische. Sie empfehlen auch weitere Forschungen auf den Gebieten Fütterung, Besatzdichte sowie Tierarzneimittel und Impfstoffe.
Ein Mitglied des AHAW-Gremiums vertrat eine Minderheitsmeinung und forderte, dass zusätzliche Informationen über das Wohlergehen der Fische in das endgültige Gutachten mit einbezogen werden sollten.
[1]Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW).
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