Dieser Artikel wurde vor über 10 Jahren veröffentlicht und spiegelt womögich nicht den aktuellen Sach- und Kenntnisstand wider. Bei Fragen zur Richtigkeit der Angaben besuchen Sie bitte unsere Kontaktseite.

EFSA veröffentlicht Gutachten über schädliche Fruchtfliege in Einfuhren aus Ägypten

Die EFSA hat soeben ein wissenschaftliches Gutachten Zu Gutachten zählen Risikobewertungen im Hinblick auf allgemeine wissenschaftliche Fragen; Bewertungen von Anträgen auf Zulassung eines Produkts, Stoffs oder einer Angabe; sowie Bewertungen von Risikobeurteilungen über die Risiken abgegeben, die von einem Pflanzenschädling ausgehen, welcher allgemein als Pfirsichfruchtfliege (Bactrocera zonata) bezeichnet wird und von den spanischen Behörden kürzlich in Warenlieferungen von Zitrusfrüchten aus Ägypten entdeckt wurde. Die EFSA bestätigte die Ansicht der spanischen Experten, dass die Einschleppung des Schädlings, der in der EU nicht vorkommt, eine ernsthafte Bedrohung für die Obstproduktion in den Mittelmeerländern darstellt und dass Bekämpfungsmaßnahmen angezeigt sind.

Die Pfirsichfruchtfliege befällt reife Früchte und macht sie ungenießbar. Obwohl bisher hauptsächlich Pfirsiche, Mangos und Guaven befallen sind, könnten potenziell viele Fruchtsorten in der EU betroffen sein. Die europäische Gesetzgebung führt den Schädling als Schadorganismus auf, dessen Einschleppung in die EU und Ausbreitung durch die Mitgliedstaaten zu verhindern ist, gegebenenfalls durch geeignete Schutzmaßnahmen (Richtlinie 2000/29/EG). Der Organismus Lebewesen wie Menschen, Tiere, Pflanzen und Mikroben (z.B. Bakterien und Viren) wurde außerdem von der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO – European and Mediterranean Plant Protection Organisation) diskutiert, die seine wirtschaftliche Bedeutung für den Mittelmeerraum unterstrich.

Die Sachverständigen für Pflanzengesundheit der EFSA bestätigten, dass die Pfirsichfruchtfliege in der Lage ist, die Obstproduktion in den südlichen EU-Mitgliedsländern zu befallen, sich dort einzunisten, auszubreiten und beträchtliche Schäden zu verursachen. Es seien jedoch weitere Arbeiten erforderlich, um diejenigen Länder, Regionen und Obstarten zu identifizieren, die am stärksten gefährdet sind, die verschiedenen möglichen Einschleppungswege des Schädlings in die EU zu bestimmen und die möglichen Auswirkungen auf Exportmärkte zu untersuchen.

Die von Spanien vorgeschlagenen Bekämpfungsmaßnahmen beinhalten obligatorische pflanzengesundheitliche Behandlungen vor der Ausfuhr, gezielte Kontrollen in den Einfuhrhäfen und das Verbot des Mitführens von Frischobst durch Reisende. Die Sachverständigen der EFSA haben eine systematischere Herangehensweise empfohlen und darauf hingewiesen, dass eine Kombination von Risikomanagement Management von Risiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden. Dies umfasst die Planung, Umsetzung und Evaluierung aller resultierenden Maßnahmen, die zum Schutz von Verbrauchern, Tieren und der Umwelt ergriffen werden-Optionen wirksam sein könne, wie zum Beispiel das so genannte „Surveillance Trapping“ und die Vernichtung der männlichen Population (Annihilationstechnik). Dabei werden durch die Kombination von Sexuallockstoffen und Insektiziden die männlichen Fliegen angelockt und getötet, wodurch die Vermehrung unterbunden wird. Die Pfirsichfruchtfliege wurde in einigen Regionen wie beispielsweise Kalifornien und Israel erfolgreich ausgemerzt, wobei die Früherkennung entscheidend war.

Das Gutachten der EFSA wurde der Europäischen Kommission vorgelegt, welche das Thema mit den Mitgliedsaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzenschutz diskutieren wird, um geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zu beschließen.

Ähnliches Thema