Vogelgrippefälle in der EU gehen im Frühjahr zurück

Die Zahl der Nachweise der hochpathogenen Vogelgrippe (HPAI) ist in Europa im Frühjahr 2026 zurückgegangen und wird laut dem aktuellen vierteljährlichen Überwachungsbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL) voraussichtlich auch über den Sommer hinweg niedrig bleiben. Das Risiko für die Bevölkerung ist weiterhin gering.

Avian influenza

Zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026 meldeten die EU-Mitgliedstaaten 186 Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln sowie 763 Nachweise bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche bei Hausvögeln ähnlich hoch ist wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, waren die Nachweise bei Wildvögeln in diesem Jahr mindestens dreimal so hoch, was auf eine sehr hohe Viruszirkulation bei Wasservögeln hindeutet.

Wissenschaftler stuften die Zahl der HPAI-Nachweise bei Säugetieren angesichts der hohen Anzahl von Ausbrüchen während der Wintermonate ebenfalls als gering ein. Rotfüchse waren die am stärksten betroffene Säugetierart in der EU.

Erste Nachweise der Klade G5.5 H9N2 bei Geflügel

Der Bericht weist zudem darauf hin, dass Ungarn Fälle von niedrigpathogener Vogelgrippe vom Typ H9N2 in sieben Geflügelbetrieben gemeldet hat. Zwar wurden H9N2-Nachweise bereits zuvor in der EU gemeldet, doch handelt es sich hierbei um den ersten Nachweis des spezifischen Clades H9N2 G5.5, das auch für vereinzelte Fälle beim Menschen im Nahen Osten und in Westafrika verantwortlich war. Die EFSA und das ECDC raten den Mitgliedstaaten, diese Situation genau zu überwachen.