1. Sitzung von Vertretern des Beirats zum Thema Pflanzengesundheit – 8.-9. Oktober 2008

Europäische Experten für Pflanzengesundheit erörtern Zusammenarbeit und Datenerfassung

Zwanzig nationale Experten für Pflanzengesundheit, die im Beirat der EFSA zum Thema Pflanzengesundheit zusammentraten, sind mit Pflanzenfragenexperten der EFSA und der Europäischen Kommission zusammengekommen, um die Zusammenarbeit zwischen der EFSA und den nationalen Behörden zu erörtern.

Bei der gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern des Beirats am 8./9. Oktober hob das Gremium für Pflanzengesundheit der EFSA aktuelle Probleme und zukünftige Herausforderungen bei der Risikobewertung von Pflanzenschädlingen hervor und wies zugleich auch auf das Leitliniendokument zur Beurteilung von Pflanzenschädlingen hin, das bereits in Vorbereitung ist. Die Teilnehmer begrüßten die Initiative der EFSA, ein Inventar von Datenquellen zur Risikobewertung von Pflanzenschädlingen zusammenzustellen, das den nationalen Behörden in Kürze zur Verfügung stehen wird.

„Dies ist eine wichtige Arbeit, die eine zentrale Rolle bei der Bewertung von Pflanzenschädlingen, die die Getreideproduktion und die Biovielfalt bedrohen, spielen kann; darüber hinaus ist sie möglicherweise besonders nützlich für die nationalen Behörden in der gesamten EU“, erklärte die EFSA-Direktorin für Risikobewertung, Riitta Maijala.

Die Experten tauschten Ansichten zur Harmonisierung der Methoden der Risikobewertung von Pflanzenschädlingen aus und erörterten den Datenbedarf für verschiedene Arten der Risikobewertung. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Harmonisierung der Methodik ein zentrales Erfordernis darstellt, da Leitlinien bereits zu verschiedenen anderen europäischen Bezugssystemen erstellt worden sind. Die Experten legten ferner dar, dass eine Harmonisierung verschiedene Herausforderungen mit sich bringt, da es zum Beispiel noch kein einheitliches System zur Erfassung von Daten zur Pflanzengesundheit gibt und für dieselben Grundbegriffe verschiedene Definitionen vorliegen.

In Europa basieren Schutzmaßnahmen gegen Pflanzenschädlinge — zu denen u. a. Pilze, Bakterien, Viren, Insekten, Milben und Unkraut zählen — auf einer wissenschaftlichen Risikobewertung.

Risikobewertungen von Pflanzenschädlingen (kurz: PRA, abgeleitet vom englischen Begriff „pest risk assessment“) werden von nationalen Behörden erstellt und der Europäischen Kommission zur Begutachtung vorgelegt. In bestimmten Fällen ersucht die Kommission die EFSA, die von den nationalen Pflanzengesundheitsorganisationen erstellten Risikobewertungen zu beurteilen. Das Gremium für Pflanzengesundheit der EFSA gibt in der Folge eine wissenschaftliche Beurteilung zu den jeweiligen Risikobewertungen der Pflanzenschädlinge ab und liefert wissenschaftliche Beratung dahingehend, ob bestehende Schutzmaßnahmen angemessen sind oder nicht.

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