64. Verwaltungsratssitzung: EFSA-Verwaltungsrat erörtert Plan zur Umsetzung der „Open EFSA“-Initiative und benennt Kandidaten für wissenschaftlichen Ausschuss und Gremien – Audio-Webcast verfügbar

Der Verwaltungsrat der EFSA diskutierte den Plan zur Umsetzung der „Open EFSA“-Initiative, der Maßnahmen für eine noch stärkere Verankerung von Transparenz und Offenheit im Rahmen der wissenschaftlichen Prozesse der EFSA vorsieht. Außerdem ernannte der Verwaltungsrat die Kandidaten für den Wissenschaftlichen Ausschuss und acht wissenschaftliche Gremien, deren Neubesetzung im Juli ansteht.

Die Mitglieder des Verwaltungsrats tauschten ihre Ansichten aus über den Entwurf des Umsetzungsplans für die erste Phase der Umwandlung der Behörde hin zu einer offeneren EFSA („Open EFSA“); darin werden Maßnahmen zur Stärkung von Offenheit und Transparenz beschrieben, die von der EFSA ermittelt bzw. von Interessengruppen 2014 im Rahmen einer öffentlichen Konsultation zur „Open EFSA“-Initiative vorgeschlagen wurden.

Der detaillierte Plan umfasst eine Bewertung von Maßnahmen, welche die EFSA bereits eingeleitet bzw. bis Ende 2016 umsetzen will. Hierzu zählt etwa die Vereinfachung der Anforderungen für eine aktive Beteiligung bei öffentlichen Konsultationen, eine erhöhte Zugänglichkeit zu den wichtigsten Datenpaketen der Mitgliedstaaten sowie ausführlicheres Feedback zu den Gründen, warum bestimmte Daten bei einer Risikobewertung verwendet wurden oder nicht. Für eine zweite Kategorie von zu bewertenden Maßnahmen wird eine vollständige Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden.

„Dies ist eine sehr spannende Initiative. Die EFSA hat bereits viel unternommen, um so transparent wie möglich zu sein, aber dies gibt all dem nochmal eine ganz andere Dimension,“ erklärte die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Sue Davies.

EFSA-Strategie:

Der Verwaltungsrat besprach auch die Fortschritte bei der Entwicklung der Strategie der EFSA bis zum Jahr 2020, zu der bereits im Dezember erste Überlegungen von Mitgliedern geäußert wurden. Insbesondere erörterte der Verwaltungsrat die im Strategieentwurf vorgeschlagenen Ziele. Dies sind:

  1. verstärkte Einbeziehung der Öffentlichkeit in den regulatorischen Wissenschaftsprozess
  2. Erweiterung der Evidenzbasis der EFSA und größtmöglicher Zugang zu ihren Daten
  3. Ausbau der EU-Kapazitäten auf dem Gebiet der regulatorischen Wissenschaft sowie der EU-Wissensgemeinschaft
  4. Harmonisierung der EU-Risikobewertungsverfahren
  5. Schaffung eines Klimas und einer Kultur der Offenheit

Der Strategieentwurf wird vom Verwaltungsrat im Juni weiter besprochen werden, bevor er zur öffentlichen Konsultation gestellt wird.

Benennung von Sachverständigen:

Im Nachgang zu einem 2014 veröffentlichten Aufruf zur Interessenbekundung benannte der Verwaltungsrat Kandidaten für den Wissenschaftlichen Ausschuss der EFSA und acht ihrer wissenschaftlichen Gremien, die zum 1. Juli 2015 für eine weitere dreijährige Amtszeit neu zu besetzen sind. Außerdem wurde eine Reserveliste geeigneter Kandidaten erstellt.

Aus 807 in Betracht kommenden Bewerbern ernannte der Verwaltungsrat 171 Sachverständige für die Mitgliedschaft im Wissenschaftlichen Ausschuss sowie den folgenden Gremien: Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW), Biologische Gefahren (BIOHAZ), Kontaminanten (CONTAM), Pflanzengesundheit (PLH), Diätetische Produkte, Ernährung und Allergien (NDA), Tierernährung (FEEDAP), GVO (GMO), Pflanzenschutzmittel und ihre Rückstände (PPR). Die Namen der Sachverständigen werden Ende April 2015 bekannt gegeben, sobald diese ihren Wunsch, die Ernennung anzunehmen, bestätigt haben.

Konsultationsplattform für Interessengruppen:

Der Verwaltungsrat einigte sich darauf, das derzeitige Mandat der EFSA-Konsultationsplattform für Interessengruppen um ein Jahr, vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2016, zu verlängern. Die Verlängerung soll weitere Gespräche mit einem breiten Spektrum interessierter Kreise darüber ermöglichen, wie die Einbeziehung der Interessengruppen am besten gestaltet werden kann, damit sie mit dem „Open EFSA“-Ansatz im Einklang steht.

Jahresarbeitsprogramm für 2016:

Der Verwaltungsrat billigte den vorläufigen Managementplan, einschließlich des Haushalts- und Stellenplans, der EFSA für das Jahr 2016, die vor dem Hintergrund des einheitlichen Programmplanungsdokuments der EFSA erstellt wurden. Mit einem stabilen Jahresbudget von rund 79 Mio. EUR und einem Stellenabbau von 2% wird die EFSA sich weiterhin bemühen, ihre Effizienz stetig zu steigern.

Zu den Höhepunkten des Jahresarbeitsprogramms für 2016 zählen die Pläne des Wissenschaftlichen Ausschusses, den Leitfaden zur Beschreibung von Unsicherheiten bei der Risikobewertung abzuschließen sowie die Arbeiten an der Entwicklung von Leitlinien für evidenzbasierte Ansätze („weight of evidence“) bzw. die Berücksichtigung biologischer Relevanz fortzusetzen. Im Rahmen ihrer Strategie zur weiteren Stärkung der EU-Risikobewertung in den Mitgliedstaaten wird die EFSA mittels eines gemeinsamen Stipendienprogramms mit nationalen Lebensmittelbehörden zusätzliche Schulungsmöglichkeiten schaffen.

Schließlich wird die EFSA 2016 auch ihre zielgruppenorientierte Kommunikation weiterentwickeln und versuchen, den Austausch der EFSA mit ihren externen Interessengruppen durch innovative Web-Technologien, einschließlich sozialer Medien, zu intensivieren.

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Audiocast and documents

  1. Welcome by the Chair
  1. Adoption of the draft Agenda
  1. EFSA progress report
  1. Activity Report 2014
  1. Open EFSA
  1. EFSA Strategy 2020
  1. Preliminary Annual Management Plan, Budget & Establishment Plan 2016
  1. Appointment of the members of the Scientific Committee and eight Scientific Panels
  1. Anti-fraud strategy
  1. Extension of the mandate of the Stakeholder Consultative Platform
  1. Amendments to the Art. 36 list of organisations
  1. Feedback from the Audit Committee
  1. EFSA’s 2015 budget execution and transfers
  1. AOB

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