Wissenschaftliches EU-Gutachten: Wie Fortschritte bei der Reduzierung von Antibiotikaresistenz und Antibiotikaverbrauch bewertet werden können

Eine Reihe von Indikatoren soll die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) bei der Bewertung ihrer Fortschritte hinsichtlich der Reduzierung des Verbrauchs antimikrobieller Mittel und der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen unterstützen. Diese Indikatoren wurden auf Ersuchen der Europäischen Kommission von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA)und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ermittelt.

Die Indikatoren beziehen sich auf den menschlichen wie den tierischen Bereich und spiegeln Antibiotikaverbrauch und -resistenz im ambulanten Sektor, in Krankenhäusern und bei zur Lebensmittelerzeugung genutzten Tieren wider. Die Indikatoren basieren auf Daten, die bereits in den bestehenden EU-Monitoring-Netzwerken erhoben werden.

Beispiele für Indikatoren zur Bewertung antimikrobieller Resistenz in der Humanmedizin sind der Anteil an Staphylococcus aureus-Bakterien, die gegen Meticillin (MRSA) resistent sind, oder der Anteil an Escherichia coli (E.coli), die gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent sind. Diese beiden Krankheitserreger sind von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Ein Beispiel für Indikatoren in der Veterinärmedizin ist der Anteil von E. coli-Bakterien bei lebenden Tieren, die auf eine Reihe von antimikrobiellen Substanzen ansprechen oder dagegen resistent sind. In Bezug auf den Verbrauch sind die vorgeschlagenen Primärindikatoren der menschliche Antibiotikaverbrauch und der Gesamtabsatz antimikrobieller Mittel für den Einsatz bei Tieren.

Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärte: „Als ich im Juni den neuen EU-Aktionsplan zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenz vorstellte, versprach ich, dass die Kommission noch vor Ende des Jahres Indikatoren zur Fortschrittsmessung der EU-weiten und nationalen Aktionspläne festlegen würde. Ich begrüße daher sehr das von ECDC, EFSA und EMA erstellte wissenschaftliche Gutachten, in dem Indikatoren vorgeschlagen werden, die – dem One-Health-Ansatz des EU-Aktionsplans entsprechend – sowohl den menschlichen als auch den tierischen Bereich abdecken. Ohne diese Indikatoren wären wir nicht in der Lage, unsere Fortschritte bei der Bewältigung der sehr ernstzunehmenden Gesundheitbedrohung durch Antibiotikaresistenzen zu bewerten.“

Die in dem wissenschaftlichen Gutachten vorgestellten Indikatoren sind das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen den drei EU-Agenturen, die jeweils auf ihre spezifischen Erkenntnisse und Daten aus der Überwachung von Antibiotikaresistenz und Antibiotikaeinsatz bei Mensch und Tier zurückgreifen konnten.

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