EFSA aktualisiert wissenschaftliche Beratung zu 4-Methylbenzophenon in Frühstückszerealien
Das EFSA-Fachgremium für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, (CEF-Gremium) ist der Auffassung, dass bei einem kurzzeitigen Verzehr von Frühstückszerealien, die mit 4-Methylbenzophenon in den vor einigen Monaten bekannt gewordenen Konzentrationen kontaminiert sind, keine Gesundheitsgefahren bestehen. Das Gremium kam zu dieser Auffassung nach einer erneuten Prüfung der toxikologischen Daten über die verwandte Verbindung Benzophenon.
Benzophenon und 4-Methylbenzophenon sind chemische Verbindungen, die beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen verwendet werden. Im Februar 2009 hatte die Europäische Kommission die EFSA um einen dringenden Rat bezüglich der Risiken für die menschliche Gesundheit ersucht, nachdem 4-Methylbenzophenon in bestimmten Frühstückszerealien festgestellt worden war. Die Kommission hatte die EFSA außerdem um deren Einschätzung gebeten, ob die für Benzophenon und Hydroxybenzophenon bestehenden Werte der zulässigen täglichen Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake, TDI Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake – TDI) bezieht sich auf chemische Stoffe in Lebensmitteln oder Trinkwasser, die nicht absichtlich zugesetzt wurden (z.B. Kontaminanten), und ist ein Schätzwert der Menge eines solchen Stoffs, die im Laufe eines Lebens konsumiert werden kann, ohne dass sie ein merkliches Risiko für die Gesundheit birgt) auch auf 4-Methylbenzophenon angewendet werden kann, und um eine erneute Beurteilung des TDI-Werts für Benzophenon und Hydroxybenzophenon bis Ende Mai 2009.
Das Gremium ist zu der Auffassung gelangt, dass der Sicherheitsgrenzwert, der die Grundlage für den dringenden wissenschaftlichen Rat der EFSA an die Kommission im März gebildet hatte, sehr konservativ angesetzt war, da dieser auf adaptiven, d. h. kurzzeitigen, Veränderungen, fußte, die bei Tierversuchen nach Kontakt mit Benzophenon festgestellt wurden, und nicht auf schädlichen Auswirkungen. Das Gremium ist jedoch auch der Meinung, dass dieser Ansatz angesichts der fehlenden Daten und der kurzen Frist angemessen war[1].
Ausgehend von einem höheren Grenzwert, der aller Voraussicht nach einen präziseren Wert für die Aufnahmemenge darstellt, über die hinaus Benzophenon Gesundheitsschäden verursacht, hat das Gremium einen neuen TDI-Wert für Benzophenon in Höhe von 0,03 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt[2]. Das Gremium stimmt mit der vormaligen Stellungnahme der EFSA überein, dass dieser TDI-Wert nicht auf 4-Methylbenzophenon angewendet werden kann, und erklärte, dass aufgrund fehlender Daten auch für Hydroxybenzophenon nicht dergleiche TDI-Wert wie für Benzophenon verwendet werden sollte.
[1] Die Schlussfolgerungen des CEF-Gremiums und die vormalige Stellungnahme der EFSA basierten beide auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Benzophenon, da zu 4-Methylbenzophenon nur in begrenztem Umfange Daten erhältlich waren und da die beiden Stoffe ähnliche chemische Eigenschaften aufweisen. Laut der im März veröffentlichten Eil-Stellungnahme der EFSA konnte ein Gesundheitsrisiko für bestimmte Kinder, die regelmäßig Frühstückszerealien aßen, die mit den höchsten bekannten Konzentrationen von 4-Methylbenzophenon kontaminiert waren, nicht ausgeschlossen werden.
[2] Der alte vom ehemaligen Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU im Jahre 1992 festgesetzte TDI-Wert lag bei 0,01 mg/kg Körpergewicht.
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