2. Sitzung von Vertretern des Beirats zum Thema Tiergesundheit – 12. Mai 2009, Vilnius

Europäische Sachverständige zum Thema Tiergesundheit diskutieren die weitere Verbesserung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Im Anschluss an ein erfolgreiches erstes Treffen im Jahr 2008 fand am 12. Mai 2009 in Vilnius die zweite Sitzung von Vertretern des Beirats zum Thema Tiergesundheit statt. Gastgeber der Veranstaltung war der Staatliche Lebensmittel- und Veterinärdienst der Republik Litauen (Lietuvos Respublikos valstybinė maisto ir veterinarijos tarnyba). Mit dieser Sondersitzung des Beirats wurde das Ziel verfolgt, den Informationsaustausch zwischen der EFSA und den Mitgliedstaaten weiter zu verbessern und die Zusammenarbeit speziell auf den Gebieten Tiergesundheit und Tierschutz zu stärken.

Den Teilnehmern wurde eine Übersicht über die wissenschaftliche Zusammenarbeit der EFSA geboten sowie über unterstützende Hilfsmittel und Projekte, die für dieses Netzwerk von Bedeutung sein können, wie z. B. die Sachverständigendatenbank und das Kontaktstellen-Netzwerk. Beispiele für die Bedeutung der Datensammlung und -analyse wurden im Verlauf der Diskussionen gegeben; besonders hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit zwischen der EFSA und den Mitgliedstaaten zu den Themen „Bienensterben“ und „Betäuben und Töten von Zuchtfischen“.

Die EFSA gab einen Überblick über ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Harmonisierung der Methoden zur Risikobewertung und Datensammlung. Die EFSA informierte die Sachverständigen ferner über die Aktivitäten des letzten Jahres und die wissenschaftlichen Gutachten, die vom Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW) veröffentlicht wurden, sowie über entsprechende Dokumente, die vom Wissenschaftlichen Ausschuss erstellt wurden, also z. B. wissenschaftliche Gutachten zu den Themen „Klonen von Tieren“, „Alternativen zu Tierversuchen“ und „Transparenz bei der Risikobewertung“.

Zu den wichtigsten Themen der Sitzung gehörte die Vorlage eines Berichts über die Organisation, Konzepte und Verfahren der Risikobewertung in den Bereichen Tiergesundheit und Tierschutz in den Mitgliedstaaten. Dieser Bericht beruht auf den Ergebnissen einer anhand eines Fragebogens durchgeführten Umfrage aus dem letzten Jahr, bei der Informationen zum Aufbau der entsprechenden nationalen Stellen gesammelt wurden, die zurzeit Risikobewertungen in diesen Bereichen durchführen. Der Bericht enthält Informationen darüber, wie die Risikobewertung im Bereich der Tiergesundheit und des Tierschutzes in den verschiedenen Ländern aufgebaut ist — Zuständigkeiten, Aufgaben, Beteiligung von Sachverständigen und Transparenz bei der Risikobewertung. Außerdem stellt der Bericht fortlaufend durchgeführte nationale Aktivitäten in Bezug auf Risikobewertungsverfahren vor, und er fasst die Möglichkeiten für eine zukünftige Zusammenarbeit mit der EFSA zusammen. Der Bericht wird demnächst auf der Webseite der EFSA veröffentlicht werden.

Die Sitzung wurde mit einer Diskussion über die bisherige und die künftige Zusammenarbeit zwischen der EFSA und den Mitgliedstaaten abgeschlossen. Die Teilnehmer erklärten wiederholt, dass diese Sondertreffen sehr nützlich seien und schlugen vor, derartige Sitzungen in regelmäßigeren Abständen durchzuführen.

Vertreter des Beirats zum Thema Tiergesundheit: Hintergrundinformation

Entsprechend der Strategie der EFSA zur Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Mitgliedstaaten wurde ein Netzwerk aus Vertretern des Beirats zum Thema Tiergesundheit gegründet. Norwegen, Island, die Schweiz und die Europäische Kommission wurden eingeladen, als Beobachter teilzunehmen. Diese Plattform für Zusammenarbeit und Vernetzung bei der wissenschaftlichen Beratung und Risikobewertung zu Tiergesundheit und Tierschutz beruht auf einem regen Informationsaustausch zwischen allen Teilnehmern. Sie bietet allen Partnern eine zusätzliche Ressource für die Stärkung und Koordination ihrer Bemühungen auf nationaler und auf europäischer Ebene. Der Beirat verfolgt einen kooperativen Ansatz bei der Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten. Die EFSA und die Mitgliedstaaten können ihre Kräfte bündeln, indem sie gemeinsam Fragen der Risikobewertung und die Risikokommunikation in Europa sowie wissenschaftliche Angelegenheiten angehen und rasch auf neuauftretende Risiken in den Bereichen Tiergesundheit und Tierschutz reagieren.

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