Klimawandel und Lebensmittelsicherheit

Introducción

Der Klimawandel bringt weltweit erhebliche Herausforderungen für die Lebensmittelsicherheit mit sich. Langfristige Veränderungen in Bezug auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmuster und die Häufigkeit von Wetterextremen haben bereits Folgen für die Anbauverfahren‚ landwirtschaftliche Erträge und den Nährwert von Nahrungsmittelpflanzen. Die Empfindlichkeit von Keimen, potenziell Toxin erzeugenden Mikroorganismen und anderen Schädlingen gegenüber Klimafaktoren deutet darauf hin, dass der Klimawandel das Vorkommen und die Intensität einiger lebensmittelbedingter Erkrankungen beeinflussen kann. Darüber hinaus können veränderte Bedingungen die Etablierung invasiver gebietsfremder Arten begünstigen, die für die Gesundheit von Pflanzen und Tieren schädlich sind. Die Erwärmung der Meeresoberfläche und der verstärkte Nährstoffeintrag führen zur Vermehrung von Toxin bildenden Algen, die ihrerseits Meeresfrüchte kontaminieren.

Bei ihrer Bewertung der Lebens- und Futtermittelsicherheit in Bezug auf die Gesundheit und Ernährung der Menschen, die Tier- und Pflanzengesundheit und die Umwelt wird die EFSA weltweite Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und regionale Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels und zur Anpassung an sich ändernde klimatische Bedingungen berücksichtigen.

Aktuelles

Nach dem Klimagipfel 2019 veröffentlichte die EFSA auf ihrer Website eine neue Rubrik, um auf die Bereiche ihrer Arbeit aufmerksam zu machen, in denen der Klimawandel zum Entstehen neuer oder zur Verbreitung bestehender Gefahren beiträgt. Dort wird außerdem ein EFSA-Projekt zur Entwicklung von Methoden und Instrumenten vorgestellt, um neu auftretende Risiken für die Lebens- und Futtermittelsicherheit, die Pflanzen- und Tiergesundheit sowie die Nährstoffqualität im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu identifizieren und zu definieren.

Meilensteine

2018 Die EFSA startet das Projekt CLEFSA – Climate change as a driver of emerging risks for food and feed safety, plant, animal health and nutritional quality (Klimawandel als Ursache für neu auftretende Risiken für die Lebens- und Futtermittelsicherheit, die Pflanzen- und Tiergesundheit sowie die Nährstoffqualität) und führt eine Umfrage zum Klimawandel durch, um Einblicke in aufkommende Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu gewinnen.

2018 Die EFSA unterstützt die französische Behörde für Ernährungssicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) und die Pflanzenschutz-Organisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) bei der Ausrichtung einer Konferenz zum Thema „Auswirkungen des globalen Wandels auf das Auftreten von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen in Europa“.

2017 Der geschäftsführende Direktor der EFSA, Bernhard Url, zeigt auf einer internationalen Konferenz in Rom ein Video zum Thema „Mykotoxine und Klimawandel“ und startet ein Projekt über Mykotoxingemische in Lebens- und Futtermitteln, in dessen Rahmen auch der Einfluss des Klimawandels auf die Mykotoxinbildung erforscht wird.

2016 Europäische Wissenschaftler vereinen ihre Kräfte beim Kampf gegen die Ciguatoxin-Lebensmittelvergiftung in Spanien und Portugal.

2014 Der Klimawandel wird als Hauptursache für die Verbreitung von Apfelschnecken in südeuropäischen Feuchtgebieten erkannt.

2013 Die EFSA bewertet Risiken aufgrund von Viren, die über die Tabak-Mottenschildlaus (auch Baumwoll-Weiße Fliege genannt) auf Pflanzen übertragen werden, unter aktuellen Bedingungen und unter einem Szenario für eine globale Erwärmung um +2 °C.

2012 Die EFSA unterstützt die Entwicklung eines Instruments zur Vorhersage der Bildung und Verbreitung von Aflatoxinen in Mais, Weizen und Reis unter verschiedenen Szenarien für den Klimawandel.

2011 Die EFSA organisiert ein wissenschaftliches Kolloquium zum Thema „Emerging Risks in Plant Health: from plant pest interactions to global change“ (Neu auftretende Risiken für die Pflanzengesundheit: von den Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Schädlingen bis zum globalen Wandel).

2008 Gemeinsames Seminar der EFSA, der FAO und der WHO/Europa zum Klimawandel und den gesundheitlichen Auswirkungen auf eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser sowie auf die Ernährung.

Tätigkeiten

Die wissenschaftlichen Risikobewertungen und sonstigen wissenschaftlichen Gutachten der EFSA decken ein breites Spektrum von Sektoren ab, die mit der Lebensmittelkette in Zusammenhang stehen. Einige dieser Sektoren sind vom Klimawandel betroffen, insbesondere Pflanzengesundheit, Tiergesundheit, biologische Gefahren und Kontaminanten.

Pflanzen- und Tiergesundheit

Als gebietsfremde Art (Tier, Pflanze oder Mikroorganismus) wird eine Art bezeichnet, die absichtlich oder unabsichtlich vom Menschen in ein Gebiet außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt wurde. Bei ihrer Ausbreitung in neue Gebiete können invasive gebietsfremde Arten eine ernsthafte Bedrohung darstellen, beispielsweise als Schädlinge in der Landwirtschaft oder als krankheitserregende Vektoren in der Tierhaltung. Der Klimawandel ist einer von mehreren Faktoren (neben der Globalisierung des Handels und der Zunahme der Reiseaktivitäten), die zu ihrer Verbreitung und Mutation beitragen.

Der Klimawandel ist eine der Hauptursachen für das Auftreten neuer Pflanzenschädlinge und erhöhte Risiken durch bekannte Schädlinge. Die EFSA veranstaltete 2011 ein wissenschaftliches Kolloquium über die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Schädlingen sowie globale Veränderungen, in dem der Klimawandel als Hauptursache für neu entstehende Risiken für die Pflanzengesundheit betrachtet wurde. Unsere Wissenschaftler haben Belege dafür gefunden, dass der Klimawandel das Auftreten verschiedener Risiken durch Pflanzenschädlinge begünstigt. Beispielsweise kamen wir zu dem Schluss, dass die Apfelschnecke eine Bedrohung für südeuropäische Feuchtgebiete darstellt, da (durch den Klimawandel bedingte) Wetterextreme und Überschwemmungen die natürliche Verbreitung dieses Schädlings über Flüsse und Kanäle verstärken.

Neue Schädlinge können auch aufgrund der klimabedingten Wanderung von Krankheitserregern (vor allem Insekten und Vögel), sogenannten Vektoren, eingeführt werden. Beispielsweise wurden im Rahmen einer 2013 durchgeführten Bewertung Risiken durch Viren untersucht, die über die Tabak-Mottenschildlaus auf Pflanzen übertragen wurden. Unsere Wissenschaftler erarbeiteten Prognosemodelle für die potenzielle Einführung und Verbreitung unter aktuellen Bedingungen und unter einem Szenario für eine globale Erwärmung um +2 °C. Anhand dieser Ergebnisse können die politischen Entscheidungsträger Kontroll- und Anpassungsmaßnahmen festlegen.

Vektoren übertragen auch Krankheiten und Viren auf Tiere mit schädlichen Folgen für Nutz- und Wildtiere. Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen die Blauzungenkrankheit, eine Viruskrankheit, die Schafe, Ziegen, Rinder und Hirsche befällt. Es gibt Hinweise darauf, dass die Gnitzen infolge eines Anstiegs von Luftfeuchtigkeit und Temperatur aufgrund der globalen Erwärmung von Afrika nach Südeuropa gelangt sind. Die Bewegung der blutsaugenden Fliegen, Stechmücken und Zecken hat die Ausbreitung der Lumpy-skin-Krankheit von Nahost nach Südosteuropa begünstigt. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind Schlüsselfaktoren für die starke Präsenz dieser Vektoren und die Gefahr ihrer weiteren Ausbreitung.

Im Rahmen unserer Arbeiten zur Bienengesundheit haben Wissenschaftler der EFSA damit begonnen, ein Modell zur Risikobewertung von Pestiziden in Honigbienenvölkern zu entwickeln, das verschiedene Szenarien kombinierter Stressfaktoren und Treiber berücksichtigt, unter anderem den Einfluss des Klimas auf das Honigbienenvolk. Das Modell wird dazu beitragen, die relative Bedeutung verschiedener Stressfaktoren zu klären, zum Beispiel die Veränderung des Einflusses eines Pestizids auf die Bienengesundheit unter gewandelten Klimabedingungen. Die Modellentwicklung wird durch die Erhebung von Daten (einschließlich Klimadaten) unterstützt.

Krankheiten

Die Übertragung von Infektionen oder Krankheiten vom Tier auf den Menschen und umgekehrt („Zoonosen“) birgt zahlreiche Risiken im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Umweltfaktoren wie Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Boden können dazu beitragen, die Verbreitung und das Überleben von Bakterien wie Salmonellen und Camphylobacter zu erklären. Das Vorkommen des Norovirus – in den englischsprachigen Medien auch als „winter vomiting bug“ (im Winter vorkommender, Erbrechen auslösender Erreger) bezeichnet – in Austern, die infolge schwerer Regenfälle und Überschwemmungen mit Fäkalien kontaminiert sind, kann ebenfalls mit der zunehmenden Häufigkeit von Wetterextremen aufgrund des Klimawandels in Zusammenhang gebracht werden.

Kontaminanten

Im Zuge der Bewertung von Umweltkontaminanten untersuchte die EFSA mehrere natürlich vorkommende Toxine, die von Pilzen und Plankton gebildet werden. Das vermehrte Vorkommen dieser Toxine und/oder ihr Auftreten an neuen geografischen Standorten wurde in einigen Fällen mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht.

Bestimmte Arten von Pilzen scheiden als Stoffwechselprodukte sogenannte Mykotoxine aus, von denen einige hochgiftig sind. Sie können die Gesundheit infizierter Pflanzen schädigen und über kontaminierte Nahrungs- und Futtermittelpflanzen (Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse) in die Lebensmittelkette gelangen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind wichtige Faktoren, die das Pilzwachstum, die Pflanzeninfektion und die Toxizität des Mykotoxins beeinflussen. Der Klimawandel wird als eine Triebkraft der jüngsten Veränderungen beim Auftreten von Mykotoxinen in Europa angesehen.

Beispielsweise zählen Aflatoxine zu den karzinogenen Mykotoxinen, die von zwei Arten des Aspergillus gebildet werden, einem Pilz, der in Regionen mit feucht-warmem Klima anzutreffen ist. Die steigenden Temperaturen und die höhere Luftfeuchtigkeit aufgrund des Klimawandels haben wahrscheinlich dazu beigetragen, dass Aflatoxine seit Anfang der 2000er-Jahre in Südeuropa vorkommen und sich seitdem kontinuierlich Richtung Norden ausbreiten. 2012 unterstützte die EFSA die Entwicklung eines Tools zur Vorhersage der Bildung und Verbreitung von Aflatoxinen in Mais, Weizen und Reis unter verschiedenen Szenarien für den Klimawandel. In der Natur treten Mykotoxine zudem häufig in Gemischen auf, die potenziell interagieren und die Risiken für Mensch und Tier erhöhen. Unsere Wissenschaftler unterstützen Forschungsarbeiten zur Entwicklung flexibler Risikobewertungsmodelle für Mykotoxingemische. Dabei wird auch untersucht, wie sich mit dem Klimawandel zusammenhängende Umweltvariablen (z. B. Temperatur, Schädlingsbefall, Nahrungsangebot) auf die Bildung von Mykotoxinen und ihr Vorkommen in Lebensmitteln auswirken.

Klimavariablen haben ebenfalls enorme Auswirkungen auf das Vorkommen von Phytoplankton. Viele Fische und sonstige Meereslebewesen ernähren sich überwiegend von diesen mikroskopisch kleinen Meeres- und Süßwasseralgen. Einige von ihnen können jedoch hochgiftig sein und zu Vergiftungen durch den Verzehr von Meerestieren führen. Ciguatera ist eine solche Lebensmittelvergiftung, die vor allem in tropischen Gebieten auftritt. Seit 2008 kam es in Spanien (Kanarische Inseln)und Portugal (Madeira) zu mehreren Ausbrüchen von Ciguatoxin-Lebensmittelvergiftung, die wahrscheinlich durch den Klimawandel verursacht wurden. Die EFSA unterstützt die nationalen Partner dabei, Daten zu Umweltfaktoren (Temperaturanstieg, Aufsalzung) zu erheben, welche die Wirkung von Ciguatoxin beeinflussen, und Modelle zur Vorhersage der Ausbreitung, der Ansammlung in Fischen und künftiger Lebensmittelvergiftungen unter verschiedenen Klimaszenarien zu entwickeln. Eine Vermehrung einheimischer Meeresbakterien wie Vibrio, die Toxine in Weichtieren bilden können, ist unter Umständen ebenfalls auf den Anstieg des Meeresspiegels und der Temperaturen zurückzuführen.

Kyanobakteria (Blaualgen) sind sich natürlich bildende Bakterien, die auf der Oberfläche von Süß- und Salzwasser vorkommen. Aufgrund ihrer günstigen ernährungsphysiologischen Eigenschaften werden sie als „natürliche“ Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Einige weisen jedoch toxische Eigenschaften auf, die sich aufgrund der globalen Erwärmung und anderer Umweltfaktoren wie dem Nahrungsangebot vervielfachen dürften.

Projekt CLEFSA

Die EFSA startete 2018 ein Projekt zum Thema „Climate change as a driver of emerging risks for food and feed safety, plant, animal health and nutritional quality“ (Klimawandel als Ursache für neu auftretende Risiken für die Lebens- und Futtermittelsicherheit, die Pflanzen- und Tiergesundheit sowie die Nährstoffqualität). Das Projekt CLEFSA soll auf unseren früheren Erfahrungen mit Bewertungen der Risiken des Klimawandels und unseren starken Netzwerken zum Austausch mit nationalen und internationalen Partnern, Vertretern der Wissenschaft und anderen Interessengruppen über neu auftretende Risiken und ihre Ursachen aufbauen. Das Projekt wird sich außerdem mit Themen befassen, die im Rahmen des Prozesses der EFSA zur Ermittlung neu auftretender Risiken erkannt wurden.

Ziel des Projekts CLEFSA ist die Entwicklung von Methoden und Tools zur Ermittlung und Definition neu auftretender Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel durch:

  • langfristige Antizipation mehrfacher neu auftretender Risiken unter Szenarien des Klimawandels;
  • strategische Früherkennung und Schwarmauslagerung zur Erfassung von Signalen aus verschiedenen Informationsquellen;
  • Ausweitung des Wissensnetzes auf Experten der EU und der Vereinten Nationen;
  • Entwicklung von Tools für „multikriterielle Entscheidungsanalysen“ zur Definition von Risiken in den Bereichen Lebens- und Futtermittelsicherheit, Pflanzen- und Tiergesundheit sowie Qualität der Ernährung.

Die EFSA hat ein Netzwerk von Experten der EU und der Vereinten Nationen sowie Koordinatoren großer EU-Projekte zum Klimawandel eingerichtet. Diese Experten unterstützen unsere Wissenschaftler bei der Ermittlung aufkommender Probleme und der Entwicklung des Tools für multikriterielle Entscheidungsanalysen. Die EFSA hat die Kriterien, die sie bereits für die Ermittlung neu auftretender Risiken verwendet, an die spezifischen Faktoren des Klimawandels angepasst.

Die EFSA wird die Ergebnisse des Projekts CLEFSA voraussichtlich 2020 in einem Bericht veröffentlichen.

Rolle

Gemäß Artikel 34 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 zur Errichtung der EFSA muss die Behörde:

  • Informationen über neu auftretende Risiken identifizieren, bewerten und verbreiten sowie die Koordinierung mit den einschlägigen Netzwerken und internationalen Organisationen sicherstellen;
  • die Identifizierung von Datenquellen und die Datenerhebung und/oder Datengenerierung bezüglich priorisierter neu auftretender Risiken fördern und
  • die erhobenen Informationen bewerten und neu auftretende Risiken identifizieren.

Zu den Ursachen neu auftretender Risiken zählen Bevölkerungswachstum, Globalisierung, Ressourcen- und Energieknappheit, Verlangsamung der landwirtschaftlichen Produktivität, zunehmende Konzentration der Versorgungskette, Preisvolatilität, veränderte Ernährungstrends und das Aufkommen antimikrobieller Resistenz.

Der Klimawandel ist eine wichtige Ursache für neu auftretende Risiken. Im Rahmen breit gefächerter Studien und Berichte werden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit untersucht. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Notwendigkeit, Lebensmittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu erzeugen. Forschungsarbeiten mit weniger wissenschaftlichem Anspruch und die Politik konzentrieren sich auf künftige Herausforderungen im Bereich der Ernährungssicherheit und der Qualität der Ernährung infolge des Klimawandels. Ziel der EFSA ist es, die Lücke zwischen diesen beiden Ansätzen durch ihre Aktivitäten im Hinblick auf neu auftretende Risiken teilweise zu schließen.

EU-Rechtsrahmen

Die EU und die Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, Europa bis 2050 zu einer energieeffizienten und kohlenstoffarmen Wirtschaft umzugestalten und die Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um 80 bis 95 % zu senken. Neben der Verringerung der CO2-Emissionen und der Bekämpfung der globalen Erwärmung umfasst der Klimaschutzrahmen der EU auch europäische und nationale Strategien für die Anpassung an den Klimawandel. Einige dieser Strategien beziehen sich auf die Lebens- und Futtermittelsicherheit, z. B. die Entwicklung trockenheitsresistenter Pflanzen, eine neue Bewässerungsinfrastruktur, die Verlegung von Pflanzzeiten und die Verwendung zusätzlicher Düngemittel.

Weitere wichtige Initiativen auf europäischer Ebene:

  • Die Europäische Plattform zur Anpassung an den Klimawandel (Climate-ADAPT) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EUA). Die EUA hat außerdem einen ausführlichen Bericht über die Herausforderungen und Chancen der Anpassung der europäischen Landwirtschaft an den Klimawandel veröffentlicht.
  • Die Gruppe der wissenschaftlichen Chefberater der Europäischen Kommission (Group of Chief Scientific Advisors, GCSA) ist ein Schlüsselelement des wissenschaftlichen Beratungsmechanismus (Scientific Advice Mechanism, SAM), der dem Kollegium der Kommissionsmitglieder unabhängige wissenschaftliche Beratung zu spezifischen politischen Fragen erteilt. Die GCSA erstellt ein wissenschaftliches Gutachten zu einem nachhaltigen Lebensmittelsystem der EU, das die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels in Europa berücksichtigt.
  • Der European Academies Science Advisory Council (EASAC), bestehend aus den nationalen Akademien der Wissenschaften der EU-Mitgliedstaaten, Norwegens und der Schweiz, veröffentlichte kürzlich einen Bericht über die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit des Menschen in Europa. Darin werden Chancen aufgezeigt, wie eine Anpassung an den Klimawandel die Auswirkungen reduzieren kann und wie sich durch eine Minderung des Klimawandels die Vorteile einer Dekarbonisierung nutzen lassen.