Ihre Meinung zählt – Entwurf des Gutachtens zu nicht monotonen Dosis-Wirkungs-Beziehungen

Zum Vorschlag unserer Wissenschaftler für einen Ansatz zur Bewertung des möglichen Vorhandenseins „nicht monotonischer Dosis-Wirkungs-Beziehungen“ bei Chemikalien kann nun Stellung genommen werden. Die EFSA fordert die wissenschaftliche Gemeinschaft, die Beratungsgremien der Regulierungsbehörden und andere interessierte Kreise auf, ihre Rückmeldungen bis zum 4. Februar 2021 einzureichen.
Das Konzept der nicht monotonen Dosis-Wirkungs-Beziehung (NMDR) stellt eine kritische Annahme bei der Risikobewertung von Chemikalien in Frage: Die schädlichen Wirkungen nehmen mit der Dosis zu, bis ein Höchstwert für Menschen oder Tiere erreicht ist.
Dieser Entwurf eines wissenschaftlichen Gutachtens knüpft an frühere Arbeiten der EFSA an, darunter die Herausgabe aktueller Informationen zu nicht monotonen Dosis-Wirkungs-Beziehungen sowie ein wissenschaftliches Kolloquium zu Niedrigdosis-Wirkungs-Beziehungen in der Toxikologie und Risikobewertung.
Was sind die Aussagen des Entwurfs des Gutachtens zu NMDR?
- Es gibt keinen Goldstandard für die statistische Analyse von NMDR bei Chemikalien. Die Sachverständigen der EFSA prüften verschiedene Ansätze und kamen zu dem Schluss, dass bei der Bewertung einer „offensichtlichen“ NMDR vorzugsweise eine Kombination aus mehreren Ansätzen angewendet werden sollte.
- Bei einigen biologischen Wirkungen ist eine NMDR eindeutig plausibel, und die aktuellen Grundsätze der Risikobewertung decken diese Fälle gut ab.
- Unsere Wissenschaftler haben auch andere Fälle mit „offensichtlichen“ NMDR auf molekularer Ebene und möglicherweise auch mit einigen schädlichen Wirkungen beim Menschen beobachtet.
- Um diese Fälle abzudecken, entwickelten die Sachverständigen der EFSA auf der Grundlage ihrer Überprüfung einen Ansatz, den sie als Fallstudien auf zwei Lebensmittelkontaktmaterialien – Bisphenol A (BPA) und Diethylhexylphthalat (DEHP) – anwendeten. Ihre Schlussfolgerung lautete: Bei BPA wurden keine Hinweise auf NMDR gefunden, während es bei DEHP Hinweise auf eine biologisch plausible NMDR gab, was im Rahmen der zukünftigen Arbeiten weiter untersucht werden sollte.
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