Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben

Einleitung

Eine zunehmende Zahl der in der EU verkauften Lebensmittel ist mit nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben gekennzeichnet. Nährwertbezogene Angaben behaupten oder deuten darauf hin, dass ein Lebensmittel vorteilhafte Nährwerteigenschaften besitzt, wie etwa „fettarm“, „ohne Zucker“ oder „hoher Ballaststoffgehalt“. Bei gesundheitsbezogenen Angaben handelt es sich um Angaben, die auf Etiketten, bei der Vermarktung oder auf anderen Marketingprodukten gemacht werden und nach denen der Verzehr eines bestimmten Lebensmittels zu gesundheitlichen Vorteilen führen kann - wie etwa der Steigerung der natürlichen Abwehrkräfte des Körpers oder einer Verbesserung der Lernfähigkeit.

EU-Rechtsrahmen

Im Dezember 2006 erließen die politischen Entscheidungsträger der EU die „Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel“. Darin sind EU-weite harmonisierte Vorschriften für die Verwendung von nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben bei Lebensmitteln auf der Grundlage von Nährwertprofilen festgelegt. Nährwertprofile sind nährwertbezogene Anforderungen, die von Nahrungsmitteln erfüllt sein müssen, damit diese mit nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben gekennzeichnet sein dürfen. Ein der wesentlichen, dieser Verordnung zugrundeliegenden Zielsetzungen ist es, sicherzustellen, dass jede Angabe auf einem Etikett, mit dem ein Lebensmittel in der Europäischen Union gekennzeichnet ist, eindeutig und durch wissenschaftliche Nachweise abgesichert ist.

Die Aufgabenstellung für die EFSA

Die EFSA leistet u. a. wissenschaftliche Beratung in folgenden Bereichen:

Die EFSA ist verantwortlich für die Überprüfung der wissenschaftlichen Absicherung der beantragten Angaben, von denen manche bereits verwendet werden und andere von den Antragstellern (Unternehmen, die Angaben zur Verwendung in der EU genehmigen lassen möchten) vorgeschlagen werden. Diese Informationen dienen der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten als Grundlage bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Frage, ob die Angaben zugelassen werden sollen.

Wie sind die Anträge einzureichen?

Die EFSA hat im Anschluss an ausführliche Beratungen mit der Industrie und anderen interessierten Gruppierungen Leitlinien für die Antragstellung aufgestellt. Potenzielle Antragsteller sollten diesen EFSA-Leitlinien entsprechend vorgehen.

Die EFSA hat sich in einem regelmäßigen Dialog mit den Interessengruppen engagiert, um das Verfahren im NDA-Gremium zur Bewertung gesundheitsbezogener Angaben darzulegen und gegebenenfalls Fragen zu klären, und hat seit 2007 in Form von Online-Konsultationen und wissenschaftlichen Sitzungen Leitlinien in diesem Bereich gegeben. Zwischen 2010 und 2012 wird die EFSA diesen Dialog mit den Interessengruppen fortsetzen, um weiter zu erläutern, wie sie ihre Arbeiten durchführt, und detailliertere Informationen für die Erstellung von Anträgen auf Zulassung von gesundheitsbezogenen Angaben zu geben. Die EFSA organisiert eine Reihe von Konsultationen zu bestimmten Themen, um Antragstellern zusätzliche Leitlinien zu geben. Folgende Online-Konsultationen sind geplant (in einigen Fällen findet gegebenenfalls im Anschluss eine wissenschaftliche Sitzung statt):

  • September 2010: Gesundheitsbezogene Angaben zur Darm- und Immunfunktion
  • Februar 2011: Gesundheitsbezogene Angaben zu postprandialen Blutzuckerreaktionen/Blutzuckerkontrolle; gesundheitsbezogene Angaben zu Gewichtsmanagement/Energiezufuhr/Sättigung
  • Mai 2011: Gesundheitsbezogene Angaben zum Schutz vor oxidativer Schädigung; gesundheitsbezogene Angaben zur kardiovaskulären Gesundheit
  • September 2011: Gesundheitsbezogene Angaben zu Knochen-, Gelenk- und Mundgesundheit; gesundheitsbezogene Angaben zur kognitiven Funktion
  • Februar 2012: gesundheitsbezogene Angaben zur körperlichen Leistung

Zur Ergänzung der ersten, im Jahr 2007 veröffentlichten Leitlinien hat die EFSA ein Dokument publiziert, das Antworten zu häufig gestellten Fragen (FAQ) in Bezug auf die Vorbereitung und Vorlage von Anträgen für gesundheitsbezogene Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung oder die Gesundheit von Kindern im Sinne von Artikel 14 und neue funktionelle Angaben im Sinne von Artikel 13 Absatz 5 der Verordnung enthält. In der überarbeiteten Fassung sind die im Rahmen der öffentlichen Anhörung vom Mai 2009 erhaltenen Stellungnahmen berücksichtigt, ferner die Diskussionen und Kommentare anlässlich der am 15. Juni 2009 mit Antragstellern durchgeführten technischen Sitzung.

2011 wird ein weiteres Dokument veröffentlicht, das aktualisierte Informationen über die Bewertung gesundheitsbezogener Angaben im Sinne von Artikel 13 Absatz 1, Artikel 13 Absatz 5 und Artikel 14 enthält. In dem Dokument werden die Diskussionen anlässlich der Sitzung mit den Interessengruppen vom Juni 2010 sowie alle im Rahmen der Online-Konsultation im Mai 2010 eingegangenen Kommentare berücksichtigt.