Interessengruppen – Unterstützung und Orientierungshilfe bei unserer Arbeit

Die Interessengruppen tragen bereits zur Arbeit der EFSA bei, seit die Behörde im Jahr 2002 eingerichtet wurde. Im Rahmen ihrer Fünf-Jahres-Strategie hat sich die Behörde nun dazu verpflichtet, der Einbeziehung von Öffentlichkeit und Interessengruppen in den Prozess der Risikobewertung noch mehr Priorität einzuräumen.

Der neue Ansatz ermöglicht es der EFSA, mittels einer Reihe von permanenten sowie speziellen Plattformen (siehe unten) mit einem größeren Spektrum von Interessengruppen zu interagieren. Vertreter aus Lebensmittelindustrie und Wirtschaft, aus Vertrieb und Wissenschaft, von Landwirtschaftsverbänden, Verbraucher- und Umwelt-NGOs sowie von Berufs- und Fachverbänden – sie alle haben die Möglichkeit, sich mit der EFSA auszutauschen.

Registrierte Interessengruppen können sich an einer Vielzahl von ständigen und Ad-hoc-Plattformen beteiligen, die ihren Interessen und Fachkenntnissen entsprechen. Es gibt zwei ständige Gremien:

Stakeholder-Forum

Die Mitglieder des Stakeholder-Forums leisten auf jährlicher Basis strategische Beiträge zu der Arbeit und den künftigen Schwerpunkten der EFSA. Die Themen der jährlichen Foren ergeben sich aus Vorschlägen registrierter Interessengruppen sowie den von der EFSA ermittelten vorrangigen Bereichen.

Bericht: First meeting of EFSA’s Stakeholder Forum (30-31 May 2017)

Video: Stakeholder-Forum nimmt seine Arbeit auf

Stakeholder-Büro

Das Stakeholder-Büro berät die EFSA im Hinblick auf die Einbeziehung von Interessengruppen sowie den Dialog über Anliegen der Zivilgesellschaft in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Lebensmittelproduktion sowie andere Fragen im Zuständigkeitsbereich der Behörde. Es gestaltet auch die Tagesordnung des Stakeholder-Forums mit. Das Büro setzt sich zusammen aus sieben Vertretern der oben aufgeführten Interessengruppen, die von den Interessengruppen selbst vorgeschlagen werden, um im Interesse der jeweiligen Interessengruppen-Kategorie zu handeln, die sie vertreten.

Neben den beiden ständigen Gremien gibt es eine Reihe spezieller Plattformen, über die sich die EFSA mit Interessengruppen zu technischen Fragen austauscht. Hierzu zählen:

Mandat-Arbeitsgruppens

Diese stellen sicher, dass die EFSA bereits in einem frühen Stadium der Erarbeitung ihrer Selbstmandate und Leitlinien einen konstruktiven Dialog führen und gesellschaftliche Bedürfnisse und Erwartungen dabei berücksichtigen kann. Die Piloterprobung dieser Austauschplattform ist für Anfang 2017 geplant.

Wissenschaftliche Kolloquien

Die Kolloquien, die 2004 ins Leben gerufen wurden, ermöglichen der EFSA, auf die Expertise der breiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft zurückzugreifen, um sich so auf künftige Herausforderungen der Risikobewertung vorzubereiten.

Diskussionsgruppen

Derzeit sind folgende Gruppen tätig:

Gruppe zu neu auftretenden Risiken

Die Interessengruppen haben eine wichtige Signalfunktion im Hinblick auf mögliche neu auftretende Risiken und sind eine wichtige Quelle für Daten bezüglich ermittelter potenzieller Risiken. Die Gruppe vereint Vertreter von Verbraucherverbänden sowie aus den Bereichen Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung. Ihre Mitglieder werden von der Plattform für Interessengruppen der EFSA benannt und von der EFSA ausgewählt. Die Gruppe wurde 2010 eingerichtet und in den Jahren 2012 und 2014 jeweils neu besetzt. Das aktuelle Mandat läuft noch bis Ende 2015.

Gruppe zu Daten über das Vorkommen chemischer Stoffe in Lebensmitteln

Die EFSA ist verpflichtet, eng mit allen im Bereich der Datenerhebung tätigen Organisationen zusammenzuarbeiten. Die Plattform hat eine Diskussionsgruppe zu Daten über das Vorkommen chemischer Stoffe in Lebensmitteln eingerichtet, deren Aufgabe im Meinungs- und Informationsaustausch zu den praktischen Aspekten und Herausforderungen besteht, denen die Interessengruppen bei der Vorlage von Daten zu Vorkommen und Einsatz chemischer Stoffe gegenüberstehen. Die Gruppe befasst sich hauptsächlich mit Lebensmittelzusatzstoffen und chemischen Kontaminanten in Lebens- und Futtermitteln.

Pilot-Fokusgruppe zu einem Leitliniendokument über Allergenität im Bereich regulierte Produkte

Im Rahmen unserer Initiativen für eine offenere EFSA („Open EFSA“) erkunden wir Möglichkeiten, wie die Beteiligung der Interessengruppen bei der Erarbeitung von Leitlinien verbessert werden kann.

Bestehend aus Vertretern der Mitgliedstaaten und Interessengruppen hat die EFSA eine Pilot-Fokusgruppe eingerichtet, die zur Entwicklung neuer Leitlinien zu Allergenität beitragen soll. Die Leitlinien, die derzeit vom GMO-Gremium erarbeitet werden, sind von Bedeutung für die Bewertung des allergenen Risikos von Proteinen im Allgemeinen. 

Durch die Pilot-Fokusgruppe möchte die EFSA von der technischen und wissenschaftlichen Expertise der Interessengruppen in den verschiedenen Entwicklungsstadien des Leitliniendokuments profitieren. Nach Abschluss der Arbeit wird die EFSA den Beitrag der Interessengruppen zum wissenschaftlichen Verfahren evaluieren, um zu sehen, ob diese Art der Zusammenarbeit die Qualität, Verständlichkeit und Benutzerfreundlichkeit der Leitlinien verbessert. Davon ausgehend sollen Lehren gezogen werden für eine mögliche künftige Einbeziehung von Interessengruppen.

Bei der Pilot-Fokusgruppe handelt es sich um ein beratendes Gremium. Von seinen Mitgliedern wird nicht erwartet, dass sie zur Ausarbeitung der Leitlinien beitragen, welche in der Verantwortung des GMO-Gremiums und dessen eigens zu diesem Zweck eingerichteten Arbeitsgruppe verbleibt. Die Gruppe wird die Arbeit des GMO-Gremiums bis zur Fertigstellung der Leitlinien verfolgen.

Gruppe zur elektronischen Antragseinreichung

Diese Gruppe setzt sich zusammen aus Interessengruppen, Mitgliedstaaten und Vertretern der Europäischen Kommission, die direkt von einem Projekt betroffen sind, das auf die künftige elektronische Einreichung und Bearbeitung von Anträgen für geregelte Produkte bei der EFSA abzielt. Die EFSA möchte sich in den verschiedenen Projektphasen das technische Fachwissen und die Expertise der Interessengruppen zunutze machen, insbesondere durch das Einholen von Anregungen, Rückmeldungen und Informationen zu Anforderungen sowie die Durchführung von Pilotprojekten und Tests mit den Interessengruppen. Die EFSA wird den Beitrag der Interessengruppen zu dieses Prozess evaluieren, um Lehren für deren künftige Einbeziehung zu ziehen. Anmerkung: Die Gruppe hat eine ausschließlich beratende Funktion. Ihre Mitglieder sind nicht verantwortlich für die Festlegung der endgültigen Anforderungen bzw. die Gestaltung der Plattform zur elektronischen Antragseinreichung.

Beratungsgremium zu endokrinen Disruptoren

Die EFSA und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) entwickeln derzeit Leitlinien, die es Antragstellern und Regulierungsbehörden ermöglichen sollen, endokrin disruptive Eigenschaften bei chemischen Stoffen zu identifizieren, die gemäß EU-Rechtsvorschriften als Pestizide und Biozide vorgeschlagen werden.

Die Leitlinien werden von wissenschaftlichen Mitarbeitern beider Behörden und der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission erarbeitet. Diese werden unterstützt von einem Beratungsgremium, das Mitglieder der ECHA-Expertengruppe für endokrine Disruptoren sowie von der EFSA ausgewählte Pestizid-Experten aus EU-Mitgliedstaaten und dem Kreise ihrer registrierten Interessengruppen umfasst. Nach einem Aufruf zur Einreichung von Nominierungen wählte die EFSA 14 Mitglieder aus ihren akkreditierten Interessengruppen-Organisationen aus. Das Protokoll der Auswahlsitzung findet sich hier. Die vollständige Liste der EFSA-Experten aus Mitgliedsstaaten und Interessengruppen, die sich an dem Beratungsgremium beteiligen, findet sich hier.

Gruppe zur EU-Bienenpartnerschaft für den Austausch von Daten

Diese Diskussionsgruppe wurde eingerichtet, um das Mandat für die EU-Bienenpartnerschaft festzulegen, die 2018 ihre Tätigkeit aufnehmen soll.

Die vorgeschlagene Partnerschaft war eines der Ergebnisse eines wissenschaftlichen Symposiums, das 2017 von der EFSA mitveranstaltet wurde. Das Symposium „Erhebung und Austausch von Daten zur Bienengesundheit: Hin zu einer europäischen Partnerschaft für Bienen“ fand in Rahmen der europäischen Bienen- und Bestäuberwoche 2017 statt, die vom Europäischen Parlament in Brüssel ausgerichtet wurde. Die Teilnehmer verständigten sich darauf, auf die Einrichtung einer europäischen Bienepartnerschaft hinzuarbeiten, einer Plattform von Interessengruppen für Interessengruppen, die sicherstellen soll, dass Honigbienen, und letztlich auch andere Bestäuber, weiterhin in Europa gedeihen können.

Roundtables

Die Rundtische werden sich die Arbeit der EFSA betreffenden Themen widmen, die von Umwelt-NGOs und Interessenverbänden sowie Interessengruppen der Industrie vorgebracht werden; sie sollen zu einem besseren Verständnis des Risikobewertungsprozesses der Behörde verhelfen sowie Informationsbeiträge zu und die Beteiligung an Aufrufen und Konsultationen der EFSA erleichtern.

Kommunikationslabor

Das „Comms lab“ dient als eine Möglichkeit, um Feedback von den registrierten Interessengruppen der EFSA zu bestimmten Kommunikaytionsprodukten und Tools einzuholen, an deren Entwicklung die EFSA arbeitet, und ihre Benutzerfreundlichkeit und Nützlichkeit zu testen. Erfahren Sie mehr im Dokument „Framework for Interaction“.

Info-Sessions

Informationsveranstaltungen sollen den verschiedenen Interessengruppen Gelegenheit bieten, mehr über die Arbeitsweise der EFSA zu erfahren, den Dialog fördern und den Austausch praktischer Erfahrungen ermöglichen, um so letztlich das Verständnis der wissenschaftlichen Arbeit der EFSA zu verbessern.

Wie können sich Interessengruppen registrieren lassen?

Die Registrierung als Interessengruppe der EFSA ist ständig möglich. Die EFSA aktualisiert ihre Liste der registrierten Interessengruppen vierteljährlich.

Wenn Sie sich als Interessengruppe registrieren lassen möchten, füllen Sie bitte dieses Online-Formular aus.

Bevor Sie Ihren Antrag auf Registrierung übermitteln, empfiehlt sich die Durchsicht folgender Dokumente: