Biologische Gefahren

Einleitung

Zoonosen sind Infektionen oder Krankheiten, die direkt oder indirekt zwischen Tier und Mensch übertragen werden können, zum Beispiel durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch den Kontakt mit infizierten Tieren. Die Schwere dieser Erkrankungen beim Menschen kann von leichten Symptomen bis zu einem lebensbedrohlichen Zustand reichen.

Forschungen weisen darauf hin, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Infektionskrankheiten beim Menschen zoonotischen Ursprungs sind, also von Tieren übertragen werden. Ungefähr 75 % der neuen Erkrankungen, von denen die Menschen in den letzten 10 Jahren betroffen waren (z. B. das West-Nil-Virus) stammten von Tieren oder Produkten tierischen Ursprungs.

Zoonosen sind auf viele verschiedene Weisen zwischen Tier und Mensch übertragbar.

Es gibt lebensmittelbedingte und nicht lebensmittelbedingte zoonotische Krankheiten.

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21. Oktober 2020 bis 22. Oktober 2020
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Die Rolle der EFSA

Die Hauptrolle der EFSA ist die Bewertung der Risiken in Verbindung mit der Lebensmittelkette in der EU, um einen hohen Schutz für den Verbraucher sowie die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten. Die durch in Mitgliedstaaten erfasste Daten unterstützte, unabhängige wissenschaftliche Beratung und wissenschaftliche Hilfestellung der EFSA bei den Aspekten zoonotischer Krankheiten, die sich auf die Lebensmittelsicherheit und die Gesundheit der Tiere beziehen, hilft Entscheidungsträgern in Europa dabei, Richtlinien festzulegen und Entscheidungen zu treffen, um Verbraucher in der Europäischen Union zu schützen.

Die Arbeiten der EFSA in Bezug auf Zoonosen umfassen:

Jährliche Überwachung

Das Vorkommen lebensmittelbedingter Zoonosen in der EU wird jedes Jahr durch die EFSA und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) überwacht und analysiert, um der Kommission und den Mitgliedstaaten aktuelle Informationen über die derzeitige Situation bereitzustellen.

Datenerhebung

EU-Mitgliedstaaten erheben vergleichbare Daten zur Prävalenz von Salmonellen, Campylobacter oder anderen Mikroorganismen in Lebensmitteln oder Tierpopulationen und senden diese zur Analyse an die EFSA.

Analyse von Risikofaktoren

Die EFSA und ihre wissenschaftlichen Gremien identifizieren Risikofaktoren, die zur Prävalenz zoonotischer Mikroorganismen in Tierpopulationen beitragen. Dies geschieht auf Basis von Daten der Mitgliedstaaten und anderen relevanten Informationen.

Risikobewertungen

Die wissenschaftlichen Gremien der EFSA bewerten die Risiken für die öffentliche Gesundheit aufgrund infizierter Tiere und geben Ratschläge, wie neue Abschwächungs- und Kontrolloptionen diese Bakterien beeinflussen werden.

Empfehlungen und Ratschläge zu Reduzierungsmaßnahmen

Die von EU-Mitgliedstaaten erhobenen Daten dienen als Grundlage für die EU, um Ziele für die Reduzierung dieser Mikroorganismen in Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, und in Nahrungsmitteln zu setzen. Die wissenschaftliche Beratung der EFSA hilft Entscheidungsträgern in der EU dabei, die erwarteten Auswirkungen verschiedener Kontrollmaßnahmen auf die öffentliche Gesundheit zu verstehen. Der Einfluss der Reduzierungsprogramme auf die tatsächliche Prävalenz von Zoonosen bei Tieren und Lebensmitteln und damit verbundene Fälle der Gesundheit des Menschen werden dann in den jährlichen EU-Zusammenfassungsberichten überwacht und analysiert.

Die EFSA wird unterstützt durch

  • das Netzwerk für die Datenüberwachung zu Zoonosen, einem europaweit tätigen Netzwerk nationaler Vertreter und internationaler Organisationen, das die EFSA bei der Erhebung und gemeinsamen Nutzung von Informationen zu Zoonosen in ihren jeweiligen Ländern unterstützt,
  • das Gremium für biologische Gefahren und das Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz, die aus unabhängigen Sachverständigen bestehen, die Risikobewertungen durchführen und wissenschaftliche Beratung für EU-Risikomanager in Bezug auf lebensmittelbedingte Zoonosen bereitstellen.