Listerien

Bei Listerien handelt es sich um eine Familie von Bakterien mit 10 Spezies. Eine davon, Listeria monocytogenes, ist der Erreger der Menschen und Tiere befallenden Krankheit Listeriose.

Die Listeriose tritt zwar selten auf, nimmt aber oft einen schweren Verlauf, der stationärer Behandlung bedarf und mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden ist. In der EU wurden für 2011 etwa 1.470 Krankheitsfälle beim Menschen gemeldet, wobei die Sterblichkeitsrate 12,7% betrug.

Listerien finden sich im Boden, in Pflanzen und im Wasser. Auch Tiere, etwa Rinder, Schafe und Ziegen, können die Bakterien in sich tragen.

Die Übertragung auf Menschen und Tiere erfolgt hauptsächlich durch den Verzehr von kontaminierten Lebens- bzw. Futtermitteln. Eine Infektion ist jedoch auch über direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen möglich.

Die Bakterien lassen sich durch Kochen bei über 65 °C abtöten. Lebensmittel können jedoch auch nach der Herstellung mit Listerien kontaminiert werden (beispielsweise nach dem Erhitzen, noch vor der Verpackung). Im Gegensatz zu anderen durch Lebensmittel übertragenen Bakterien toleriert Listeria salzige Umgebungen und kann sich selbst bei niedrigen Temperaturen (zwischen +2°C und 4°C) vermehren.

Aufgrund der Widerstandsfähigkeit dieser Bakterien in Verbindung mit der hohen Sterblichkeitsrate bei Menschen ist zur Gewährleistung der öffentlichen Gesundheit eine sichere Handhabung von Lebensmitteln äußerst wichtig.

Die Symptome bei infizierten Menschen variieren und reichen von leichten grippeartigen Symptomen, wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bis hin zu schweren Infektionen, beispielsweise Hirnhautentzündung, sowie anderen potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen. Zu den Personengruppen, die für Listeria-Infektionen anfälliger sind, gehören Ältere, Schwangere, Neugeborene sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Bei Haustieren, wie Schafen und Ziegen, kann eine Listeriose zu Enzephalitis, Trächtigkeitsabbrüchen oder Mastitis führen. Tiere können die Bakterien jedoch auch in sich tragen, ohne selbst zu erkranken.

Listeria monocytogenes findet sich in vielen Lebensmitteln, unter anderem etwa in Räucherfisch, Fleisch, Käse (insbesondere Weichkäse) und rohem Gemüse.

Wichtig zur Vermeidung von Listeriosen sind das Befolgen einer guten Herstellungs- und Hygienepraxis sowie wirksame Temperaturkontrollen entlang der gesamten Produktions-, Transport- und Lagerungskette von Lebensmitteln – auch zu Hause. Verbrauchern wird daher geraten, die Kühlschranktemperatur niedrig zu halten, um das potenzielle Wachstum von möglicherweise in verzehrfertigen Lebensmitteln enthaltenen Bakterien wie Listeria zu begrenzen. Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation empfehlen zur Kühlung von Lebensmitteln eine Temperatur unter 5 °C.

Die EFSA bewertet die von Listerien ausgehenden Risiken für die Lebensmittelsicherheit sowie für die Gesundheit des Menschen und berät politische Entscheidungsträger in Bezug auf entsprechende wissenschaftlich fundierte Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen. Dies geschieht durch:

  • das jährliche Monitoring hinsichtlich des Vorkommens von Listeria monocytogenes in der Lebensmittelkette in den EU-Mitgliedstaaten
  • die EU-weite Bewertung der Prävalenz und Konzentration von Listeria monocytogenes in bestimmten verzehrfertigen Lebensmitteln (beispielsweise in Weichkäsen, Wurstwaren und Fisch), die möglicherweise diese Bakterien enthalten
  • die Analyse der Risikofaktoren, die für das Vorkommen und Wachstum von Listeria monocytogenes in Lebensmitteln verantwortlich sind

Das Monitoring und die Kontrolle von durch Lebensmittel übertragenen Krankheiten sowie der Lebensmittelhygieneanforderungen und Lebensmittelsicherheitskriterien sind durch EU-Rechtsvorschriften geregelt. Die Verordnung der Kommission (EG) Nr. 2073/2005 über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel legt Lebensmittelsicherheitskriterien für bestimmte wichtige, durch Lebensmittel übertragene Bakterien, darunter Listeria monocytogenes, fest.