Vermittlung wissenschaftlicher Unsicherheit: ein maßgeschneiderter Ansatz für mehr Transparenz

Für das Verständnis wissenschaftlicher Unsicherheiten ist es förderlich, wenn die bei deren Vermittlung verwendeten Ausdrücke und Kommunikationsformate auf die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen zugeschnitten sind. Der neue maßgeschneiderte Ansatz der EFSA für die Vermittlung von Unsicherheiten soll Kommunikationsfachleuten helfen, die wissenschaftliche Beratung der Behörde noch transparenter zu kommunizieren.

Die Leitlinien sind in erster Linie für Wissenschaftsvermittler gedacht und ergänzen die 2018 vom Wissenschaftlichen Ausschuss der EFSA verabschiedeten technischen Leitlinien zur Unsicherheitsanalyse bei der wissenschaftlichen Bewertung. Die EFSA wird diese beiden neuen Leitliniendokumente nach und nach bei der Bewertung und Kommunikation anwenden.

Mehr Klarheit für Entscheidungsträger

Barbara Gallani, Leiterin der Abteilung Kommunikation, Einbeziehung und Zusammenarbeit der EFSA, erklärte: „Die harmonisierten Ansätze der EFSA für die Analyse und jetzt auch die Vermittlung von Unsicherheit tragen zur Konsistenz und Klarheit unserer wissenschaftlichen Beratung für Entscheidungsträger im EU-Lebensmittelsicherheitssystem bei.“

„Der von uns entwickelte Kommunikationsansatz zielt insbesondere darauf ab, das Verständnis dafür zu verbessern, wie unsere wissenschaftlichen Sachverständigen ihr Vertrauen in die bei ihren Bewertungen verwendeten Methoden und wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie in ihre Schlussfolgerungen zu möglichen Risiken zum Ausdruck bringen.“

Wie die Leitlinien erarbeitet wurden

Bei den Leitlinien zur Vermittlung von Unsicherheit handelt es sich um ein innovatives und praktisches Instrument für alle, die Informationen über wissenschaftliche Unsicherheiten kommunizieren. Sie basieren auf sozialwissenschaftlicher Forschung und Erkenntnissen aus der Praxis.

„Es ist das erste Mal für die EFSA, dass Experten aus sozialwissenschaftlichen Disziplinen wie Soziologie und Psychologie zu einer offiziellen EFSA-Publikation beigetragen und mit unseren naturwissenschaftlichen Sachverständigen und Wissenschaftsvermittlern aus dem Kommunikationsbereich zusammengearbeitet haben“, so Gallani.

Erkenntnisse über das Wissen bzw. Verständnis der Menschen im Hinblick auf wissenschaftliche Unsicherheit sowie ihren Umgang mit diesbezüglichen Informationen wurden aus veröffentlichten Forschungsergebnissen gewonnen. Eine öffentliche Konsultation brachte mehrere Studien zutage.

Experten wendeten diese Erkenntnisse beispielhaft auf wissenschaftliche Bewertungen der EFSA an und erarbeiteten davon ausgehend eine Reihe praktischer Hinweise und Empfehlungen, die bei der Vermittlung von Unsicherheit generell bzw. in bestimmten Zusammenhängen befolgt werden sollten. Diese Informationen sind nach verschiedenen Zielgruppen differenziert (z.B. Fachleute, informierte Laien, Laien), deren Einteilung nach Kriterien wie wissenschaftlicher Kompetenz und Vertrautheit mit Fragen der Lebensmittelsicherheit erfolgte.

Zusammenarbeit mit Partnern und Interessengruppen

Die Leitlinien profitierten vom Dialog mit unseren Partnern in der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten. Risikomanager und Kommunikationsverantwortliche wurden regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten informiert und trugen im Rahmen von Workshops und Konsultationen zur endgültigen Fassung der Leitlinien bei. Interessengruppen wie NGOs, Verbraucherverbände und Lebensmittelunternehmer wurden ebenfalls einbezogen.

Gallani abschließend: „Mit der Verbesserung unserer wissenschaftlichen Methoden – sowie unserer Kommunikationsansätze – verfolgen wir auch weiterhin das Ziel, unsere Partner zu unterstützen, die das EU-Lebensmittelsicherheitssystem im Interesse Europas und seiner Bürger regeln.“

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