Gefrorener Mais wahrscheinliche Quelle von anhaltendem Listeria monocytogenes-Ausbruch

Gefrorener Mais ist die wahrscheinliche Quelle eines Ausbruchs von Listeria monocytogenes, von dem seit 2015 fünf EU-Mitgliedstaaten (Dänemark, Finnland, Österreich, Schweden und das Vereinigte Königreich) betroffen sind. Dies ist das Ergebnis einer raschen Ausbruchsbewertung (Rapid Outbreak Assessment), die von der EFSA und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) heute veröffentlicht wurde. Bis zum 8. März 2018 wurden 32 Fälle, darunter sechs Todesfälle, gemeldet.

Um den mehrere Länder betreffenden Ausbruch von L. monocytogenes Serogruppe IVb vom Multilocus-Sequenztyp 6 zu bestimmen und die beteiligte Lebensmittelquelle zu ermitteln, wurde eine Gesamtgenomsequenzierung durchgeführt.

Die Untersuchungen deuten auf gefrorenen Mais hin, der in Polen verpackt und in Ungarn verarbeitet und erzeugt wurde. Der Bericht empfiehlt weitere Untersuchungen, um den genauen Kontaminationsort in der Lebensmittelkette zu ermitteln.

Lebensmittelunternehmer in Estland, Finnland, Polen und Schweden haben die betroffenen Produkte vom Markt genommen und zurückgerufen. Diese Maßnahmen dürften das Risiko von Infektionen beim Menschen in diesen Ländern verringern.

Aufgrund der langen Inkubationszeit von Listeriose (bis zu 70 Tage), der langen Haltbarkeit tiefgekühlter Maisprodukte und des möglichen Verzehrs von gefrorenem Mais, der vor der Rückrufaktion gekauft wurde, können jedoch neue Fälle auftreten.

Um das Risiko einer Infektion mit L. monocytogenes durch gefrorenen Mais zu verringern, sollten Verbraucher nicht verzehrfertiges Tiefkühlgemüse ausreichend erhitzen. Dies gilt insbesondere für Verbraucher mit dem höchsten Risiko, an Listeriose zu erkranken – darunter ältere Menschen, Schwangere, Neugeborene und Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem.

Was ist ein „Rapid Outbreak Assessment“?

Wenn lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche mehrere Länder betreffen, ist die Koordinierung auf EU-Ebene von entscheidender Bedeutung. Im Rahmen dieser Koordinierung erstellen EFSA und ECDC, in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern, ein Rapid Outbreak Assessment (ROA) – eine rasche Ausbruchsbewertung.

Diese gibt einen Lageüberblick aus Sicht der öffentlichen Gesundheit und identifiziert die Ursache der Infektionen. Die Ausbruchsbewertung umfasst auch Untersuchungen zur Rück- und Vorwärtsverfolgung, um zu ermitteln, wo der Ausbruch seinen Ursprung nahm und wohin kontaminierte Produkte geliefert wurden. Dies hilft, Maßnahmen zu bestimmen, die eine weitere Ausbreitung des Krankheitsausbruchs verhindern.

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