Zahl der Campylobacter- und Listeria-Infektionen in der EU steigt weiter – Bericht von EFSA und ECDC

Die Zahl der Fälle von Listeriose und Campylobacteriose beim Menschen nahm im Jahr 2014 erneut zu, womit sich die seit 2008 beobachtete steigende Tendenz fortsetzte. Bei Salmonellose-Fällen kam es erstmals seit 2008 zu einer leichten Erhöhung. Dies sind die Hauptergebnisse des jüngsten Jahresberichts von EFSA und ECDC zu Zoonosen und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in der Europäischen Union.

Die Zahl der gemeldeten Listeriose-Infektionen beim Menschen stieg im Vergleich zu 2013 um 16%: insgesamt gab es 2.161 bestätigte Fälle im Jahr 2014. Obwohl es sich hierbei um eine relativ kleine Zahl handelt, ist der Anstieg der gemeldeten Listeriose-Fälle insofern besorgniserregend, da die Überwachung dieser Infektionen sich auf schwere Formen der Erkrankung konzentriert, die mit höheren Sterberaten verbunden sind als andere durch Lebensmittel übertragbare Krankheiten, insbesondere bei älteren Menschen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Allerdings überschreitet Listeria monocytogenes, das Bakterium, das bei Menschen und Tieren Listeriose verursacht, nur selten die gesetzlichen Grenzwerte in verzehrfertigen Lebensmitteln – der häufigsten Lebensmittelquelle für Infektionen beim Menschen.

Campylobacteriose ist weiterhin (seit 2005) die am häufigsten gemeldete lebensmittelbedingte Krankheit in der EU. Für 2014 betrug die Zahl der bestätigten Fälle in der EU 236.851, was einen Anstieg um 22.067 Fälle (10%) im Vergleich zu 2013 bedeutet. Die Mehrzahl der EU-Mitgliedstaaten meldete für 2014 einen Anstieg der Campylobacteriose-Fälle, der sich teilweise durch Verbesserungen des Überwachungssystems bzw. der Diagnostik für Campylobacteriose erklären lässt, die in den vergangenen Jahren in mehreren Mitgliedstaaten zu konstatieren waren. In Lebensmitteln sind Campylobacter überwiegend in Hühnerfleisch zu finden.

Mike Catchpole, leitender Wissenschaftler am ECDC, erklärte: „Es ist beunruhigend, dass Campylobacter- und Listeria-Infektionen in der Europäischen Union nach wie vor auf dem Vormarsch sind.“ Und er fügte hinzu: „Diese Situation unterstreicht, wie wichtig es ist, die Listeriose-Überwachung mittels molekularer Typisierung zu verbessern – ein Vorhaben, an dem ECDC und EFSA derzeit arbeiten – sowie die Campylobacter-Kontrollmaßnahmen auf EU-Ebene zu verstärken.“

„Alle maßgeblichen Akteure in der Lebensmittelkette müssen gemeinsam handeln, um die Überwachung auf EU-Ebene zu verbessern. Eine solche Zusammenarbeit ist von entscheidender Bedeutung, um die Belastung durch diese beiden Krankheiten in Europa zu verringern“, so Marta Hugas, Leiterin des EFSA-Referats für biologische Gefahren und Kontaminanten.

Bei Salmonellose-Fällen kam es 2014 erstmals im Zeitraum 2008-2014 zu einem leichten Anstieg, was teilweise auf Änderungen in der Zahl der meldenden Mitgliedstaaten zurückzuführen ist. Allerdings war für den Sieben-Jahres-Zeitraum von 2008 bis 2014 ein statistisch signifikanter Abwärtstrend bei Salmonellosen zu beobachten. Dies ist hauptsächlich auf die erfolgreiche Umsetzung der von den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission eingeführten Salmonellen-Kontrollprogramme für Geflügelfleisch zurückzuführen. Die Zahl der in der EU gemeldeten Salmonella-Ausbrüche ist seit 2008 um 44% zurückgegangen.

Der von EFSA und ECDC erstellte Bericht berücksichtigt 14 Zoonosen und lebensmittelbedingte Ausbrüche. Er basiert auf Daten, die von 32 europäischen Ländern (28 Mitgliedstaaten und vier Nicht-Mitgliedstaaten) erhoben wurden, und unterstützt die Europäische Kommission sowie die EU-Mitgliedstaaten bei der Überwachung, Eindämmung und Prävention von Zoonosen.

Notes to editors
  • Zoonosen sind Krankheiten, die direkt oder indirekt zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Lebensmittelbedingte Zoonosen werden durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel übertragen.
  • Der Bericht enthält auch Informationen über lebensmittelbedingte Ausbrüche. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 5.251 lebensmittelbedingte Ausbrüche gemeldet; 2013 meldeten 24 Mitgliedstaaten 5.196 Ausbrüche.

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