Raucharomen

Räuchern ist ein traditionelles Verfahren, um bestimmte Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Milchprodukte haltbar zu machen. Darüber hinaus verändert das Räuchern auch das Aroma von Lebensmitteln. Raucharomen werden durch thermischen Abbau von Holz erzeugt. Als Alternative zum herkömmlichen Räuchern werden sie verschiedenen Lebensmitteln zugesetzt, um ihnen das typische „geräucherte“ Aroma zu verleihen. Außerdem werden sie auch Lebensmitteln zugesetzt, die traditionell nicht geräuchert werden (wie Suppen, Saucen, Snacks oder Backwaren).

Seit Juli 2008 führt das Gremium für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF) der EFSA die Risikobewertung von Aromastoffen durch. Diese Aufgabe wurde zuvor durch das ehemalige Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (AFC) wahrgenommen. 

Im Juni 2007 veröffentlichte letzteres ein Gutachten über ein Raucharoma, das bestimmte Bedenken aufgeworfen und sich dem Gremium zufolge als genotoxisch bei Tieren erwiesen hatte. Dieses Erzeugnis wurde anschließend vom Markt genommen. 

Das CEF-Gremium der EFSA verabschiedete 2009 eine Reihe von Gutachten über 11 weitere Raucharomen.

Im Jahr 2011 aktualisierte das CEF-Gremium seine frühere Sicherheitsbewertung der Raucharomen Fumokomp und Zesti Smoke Code 10. Aufgrund der neuen, von den Herstellern vorgelegten Informationen kommen die Sachverständigen der EFSA zu dem Schluss, dass bei den vorgesehenen Verwendungen und Verwendungsmengen Fumokomp keine Sicherheitsbedenken aufwirft. Die neuen Daten über Zesti Smoke Code 10 weisen jedoch immer noch auf eine unzureichende Sicherheitsspanne hin, und laut EFSA geben die vorgeschlagenen Verwendungen und Verwendungsmengen Anlass zu Sicherheitsbedenken.

Glossar: Sicherheitsspanne

Bei einem Raucharoma ist die Sicherheitsspanne (Margin of Safety – MOS) das Verhältnis des NOAEL-Werts (No Observed Adverse Effect Level – die höchste beobachtete oder experimentell festgestellte Dosis eines Stoffes, die keine nachweisbare schädliche Wirkung auf die exponierte Population hat), der typischerweise in einer 90-tägigen toxikologischen Studie an Tieren ermittelt wird, zur geschätzten Verbrauchernexposition gegenüber diesem Stoff durch die Nahrungsaufnahme. Im Rahmen der Bewertung der zulässigen Sicherheitsspanne durch Sachverständige werden Nachweise berücksichtigt, dass das Raucharoma nicht genotoxisch ist (d. h. es schädigt nicht die DNA, das genetische Material der Zellen), und Unsicherheitsfaktoren im Hinblick auf Abweichungen zwischen Mensch und Tier sowie zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen (z. B. Säuglinge, Kinder, ältere Menschen etc.) angewendet.

Die EFSA bewertet die Sicherheit von Raucharomen, die in der Europäischen Union (EU) verwendet werden oder für eine Verwendung vorgesehen sind. Die EFSA stützt sich bei dieser Arbeit auf die von Unternehmen eingereichten Anträge auf Marktzulassung. In den im Jahr 2004 veröffentlichten Leitlinien für die Einreichung von Anträgen wird dargelegt, welche Informationen die Industrie der EFSA zur Verfügung stellen sollte, damit diese eine Sicherheitsbewertung durchführen kann. In dem Leitliniendokument werden sowohl die notwendigen administrativen und technischen Daten als auch die erforderlichen toxikologischen Tests beschrieben.

Raucharomen unterliegen eigenen Bestimmungen, die sich von denen für andere Aromastoffe unterscheiden, da sie aus komplexen Stoffgemischen bestehen, die mittels spezieller Verfahren zur Erzielung eines bestimmten Geschmacks gewonnen werden und unterschiedliche Sicherheitsfragen aufwerfen. Sie fallen unter die Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 2065/2003, die Verfahren für die Bewertung und Zulassung von Raucharomen in der EU festlegt. Mit der Verordnung (EU) Nr. 1321/2013 wurde eine offizielle EU-Liste zugelassener Raucharomen eingeführt.

Die Empfehlungen der EFSA unterstützen die Entscheidungsträger dabei, über die Aufnahme einzelner Raucharomen in diese EU-Liste zu entscheiden.

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