Aromastoffe

Aromastoffe werden Lebensmitteln zugesetzt, um ihnen einen besonderen Geschmack und/oder Geruch zu verleihen. Sie werden seit langem in einer Vielzahl von Lebensmitteln sicher verwendet, von Süßwaren und Limonaden über Frühstücksflocken und Kuchen bis hin zu Joghurt. Aromastoffe kommen in vergleichsweise niedrigen Mengen zum Einsatz, so dass der Verbraucher ihnen nur in relativ geringem Maße ausgesetzt ist. Die Rechtsvorschriften der Europäischen Union (EU) unterscheiden verschiedene Arten von Aromen, so etwa natürliche Aromastoffe und Raucharomen.

Abgeschlossene Arbeiten

Seit Juli 2008 wird die Risikobewertung von Aromastoffen vom EFSA-Gremium für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF) durchgeführt. Diese Aufgabe wurde zuvor vom ehemaligen AFC-Gremium (Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen) wahrgenommen. 

Die Arbeiten der EFSA zu Raucharomen, für die gesonderte gesetzliche Regelungen gelten, werden auf einer separaten Themenseite behandelt. 

Bewertung von Aromagruppen 

Die EFSA verabschiedet regelmäßig Gutachten zu sämtlichen chemischen Gruppen, sogenannte Aromastoffgruppenbewertungen. Um die Unbedenklichkeit zu prüfen, untersuchen Wissenschaftler der EFSA die Aufnahmemengen, die Absorption, die Verstoffwechselung und die Toxizität der einzelnen Stoffe. Stellt die EFSA Datenlücken fest, etwa hinsichtlich der Toxizität oder der Exposition, teilt sie dem Antragsteller und der Europäischen Kommission mit, dass weitere Daten benötigt werden. Im Zuge ihrer Arbeiten hat die EFSA für rund 400 Stoffe zusätzliche Daten von Herstellern angefordert. Sobald die erforderlichen Daten vorgelegt werden, unterzieht die EFSA die betreffenden Stoffe einer erneuten Bewertung. Eine vollständige Evaluierung ist Voraussetzung für die Aufnahme der Stoffe in die Positivliste der EU.

Die Europäische Kommission führt ein Verzeichnis von Aromastoffen, deren Vorhandensein auf dem EU-Markt ihr von den Mitgliedstaaten mitgeteilt wurde. Im Rahmen des Bewertungsprogramms kann die Kommission Stoffe aus diesem Verzeichnis streichen, insbesondere in Fällen, in denen die EFSA Sicherheitsbedenken feststellt. 

Einige der von der EFSA bewerteten Aromastoffe waren bereits von anderen Risikobewertungsstellen evaluiert worden, etwa vom Gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA). Die EFSA berücksichtigt daher bei ihrer Bewertung von Aromastoffen stets alle einschlägigen vorliegenden Schlussfolgerungen. Bei den Bewertungen der EFSA steht die potenzielle Genotoxizität von Aromastoffen stärker im Vordergrund, als dies bei den von anderen Risikobewertungsstellen (z.B. dem JECFA) vorgenommenen Bewertungen der Fall ist.

Sonstige Aromastoffe

Neben dem Programm zur Bewertung von Aromastoffgruppen bewertet die EFSA auf Ersuchen der Europäischen Kommission und anderer Risikomanager auch die Unbedenklichkeit einzelner Aromastoffe. So hat sie beispielsweise Gutachten zu Campher und Cumarin veröffentlicht.

Die EFSA erfüllt im Zusammenhang mit Aromastoffen zwei Hauptaufgaben:

  • die Bewertung von Aromastoffen, die sich derzeit auf dem Markt befinden
  • die Bewertung von Anträgen auf Zulassung neuer Aromen

Entsprechend den EU-Rechtsvorschiften hat die EFSA alle derzeit auf dem Markt befindlichen Stoffe in chemische Gruppen unterteilt und bewertet jede Gruppe einzeln, indem sie die Unbedenklichkeit individueller Verbindungen für die menschliche Gesundheit überprüft. Auf Grundlage der Arbeit der EFSA hat die Europäische Kommission im Oktober 2012 eine Positivliste der Aromastoffe erstellt, deren Verwendung in der EU zulässig ist.
Die EFSA hat Leitlinien entwickelt, in denen die Daten aufgeführt sind, die die Industrie für die Unbedenklichkeitsprüfung neuer Aromen vorzulegen hat. Der Fertigstellung des Leitfadens ging eine öffentliche Konsultation sowie ein Workshop mit Interessengruppen voraus. Die Leitlinien bestehen aus zwei Teilen:

  • Teil A beschreibt die erforderlichen Daten für die Risikobewertung von Aromastoffen (chemisch definierte Stoffe mit Geschmack gebenden Eigenschaften)
  • Teil B beschreibt die erforderlichen Daten für die Risikobewertung anderer Aromen (Aroma-Extrakte, Aroma-Vorstufen, thermisch gewonnene Reaktionsaromen sowie sonstige Aromen) die gemäß Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 zu bewertet sind.

Antragsteller müssen Informationen zur Identität der Ausgangsstoffe und zum Herstellungsverfahren sowie eine Abschätzung der ernährungsbedingten Exposition und toxikologische Daten vorlegen.

In der Vergangenheit haben die Mitgliedstaaten unterschiedliche Regulierungskonzepte verfolgt und sich überwiegend dafür entschieden, den Einsatz von Aromastoffen nicht gesetzlich zu regeln. Durch die EU-Rechtsvorschriften zu Lebensmittelaromen wurde der Rechtsrahmen mittlerweile harmonisiert. Die Tätigkeiten der EFSA im Rahmen der Risikobewertung tragen zu diesem regulatorischen Umfeld bei.

In der Verordnung (EG) Nr. 2232/96 sind die wichtigsten Regelungen hinsichtlich der Verwendung von Lebensmittelaromen in der EU festgelegt, auf Grundlage derer ein Verfahren zur Erstellung einer EU-Liste von Aromastoffen eingeleitet wurde, die festlegt, welche Aromastoffe Lebensmitteln beigegeben werden dürfen. Aromastoffe werden dieser EU-Liste erst nach Abschluss eines umfassenden Programms zur Bewertung der Unbedenklichkeit durch die EFSA hinzugefügt. Hierzu teilten die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission über 2.000 auf nationaler Ebene zugelassene Stoffe zur Aufnahme in das Programm mit, darunter viele natürlich vorkommende Stoffe.

Im Dezember 2008 wurde mit der Verordnung (EG) Nr. 1331/2008 ein einheitliches Zulassungsverfahren für in Lebensmitteln verwendete Zusatzstoffe, Enzyme und Aromen etabliert, das auf wissenschaftlichen Gutachten der EFSA basiert und seit 2011 uneingeschränkt zur Anwendung gelangt. Mit der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008, die im Jahr 2009 in Kraft trat, wurde eine Liste der in der EU zugelassenen Aromen eingeführt.

Im Oktober 2012 verabschiedete die Kommission zwei neue Verordnungen über Lebensmittelaromen, um die Regeln für die Verwendung dieser Stoffe in der EU zu harmonisieren und mehr Klarheit zu schaffen. EU-Verordnung 872/2012 enthält die EU-Liste der für den Einsatz in Lebensmitteln zugelassenen Aromastoffe. Sie trat am 22. Oktober 2012 in Kraft und findet ab 22. April 2013 Anwendung. Aromastoffe, die sich nicht auf der Liste befinden, werden nach einer 18-monatigen „Auslaufphase“ verboten. EU-Verordnung 873/2012 führt Übergangsmaßnahmen für sonstige Aromen (z.B. solche aus anderen Quellen als Lebensmitteln) ein, welche zu einem späteren Zeitpunkt zu bewerten und zuzulassen sind. Diese Verordnung trat am 22. Oktober 2012 mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Gesonderte EU-Rechtsvorschriften regeln die Kennzeichnung von Lebensmitteln, die Aromastoffe enthalten.

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