Lebensmittelsicherheit: vereinfachter Ansatz für Lebensmittelspenden

Die EFSA hat einen neuen Ansatz für das Management der Lebensmittelsicherheit seitens kleiner Einzelhändler entwickelt, der es diesen erleichtert, Lebensmittel zu spenden.

Das vereinfachte System würde zum Beispiel bedeuten, dass von Einzelhändlern keine eingehenden Kenntnisse spezifischer Gefahren gefordert werden. Es umfasst Schritte zur Überprüfung, ob gespendete Lebensmittel sicher sind (z.B. eine Haltbarkeitskontrolle), die Aufrechterhaltung der Kühlkette sowie die Sicherstellung der Kommunikation zwischen Spender und Empfänger.

Dem neuen Ansatz zufolge, muss Einzelhändlern lediglich bewusst sein, dass biologische, chemische und physikalische Gefahren oder Allergene auftreten können und dass das Unterlassen wichtiger Maßnahmen zu deren Eindämmung – wie etwa die Trennung von rohen und gegarten Erzeugnissen – ein Risiko für Verbraucher darstellen könnte.

Der Ansatz richtet sich an Lebensmittelvertriebszentren, Supermärkte, Kneipen, Restaurants und andere kleine Einzelhändler. Die Gewährleistung der Sicherheit von gespendeten Lebensmitteln ist besonders schwierig, da diese sich unter Umständen dem Ende ihrer Haltbarkeit nähern und meist mehrere Akteure an der Spendekette beteiligt sind. Das wissenschaftliche Gutachten wird Lebensmittelspendern und -empfängern (Lebensmittelbanken und anderen gemeinnützigen Organisationen) helfen, indem es vereinfachte Systeme für das Management der Lebensmittelsicherheit beschreibt, um zu gewährleisten, dass sichere Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden.

Marta Hugas, leitende Wissenschaftlerin bei der EFSA, erklärte: „Dieser vereinfachte Ansatz, um den uns die Europäische Kommission nach den positiven Erfahrungen mit dem vorherigen wissenschaftlichen Gutachten zu diesem Thema ersuchte, sollte es kleinen Einzelhändlern erleichtern, Lebensmittel zu spenden. Er sollte auch dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden – was ein vorrangiges Ziel für die EU ist.“

Der neue Ansatz basiert auf übersichtlichen Fließdiagrammen zur zusammenfassenden Darstellung der einzelnen Produktionsschritte sowie einfachen Tabellen, die Einzelhändler (entsprechend den bestehenden gesetzlichen Vorschriften) durch den gesamten Prozess zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit führen – von der Gefahrenermittlung bis zur Ausarbeitung von Korrekturmaßnahmen. Die Diagramme und Tabellen sind allgemein gehalten und können von Lebensmittelunternehmen gemäß ihren jeweiligen Geschäftsaktivitäten angepasst werden.

In einem früheren wissenschaftlichen Gutachten entwickelte die EFSA ein einfaches System für das Management der Lebensmittelsicherheit für weitere fünf Arten kleiner Lebensmittelunternehmen – Metzgereien, Bäckereien, Fischhändler, Lebensmittelgeschäfte und Eisdielen.

Lebensmittelabfälle

In der EU wird nur ein kleiner Teil der überschüssigen Lebensmittel umverteilt. Im Jahr 2017 stellte das Netzwerk der Europäischen Föderation der Lebensmittelbanken 44.700 gemeinnützigen Oganisationen 4,1 Millionen Mahlzeiten pro Tag zur Verfügung, was 8,1 Millionen Menschen zu Gute kam.

Gemäß der im Mai 2018 verabschiedeten überarbeiteten EU-Abfallgesetzgebung sind die EU-Länder aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verschwendung von Lebensmitteln auf jeder Stufe der Lebensmittelversorgungskette zu verringern, und die Menge der Lebensmittelabfälle nach einer von der Kommission zu verabschiedenden gemeinsamen EU-Messmethode zu überwachen und darüber zu berichten.

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