Lagerungszeiten für Eier: EFSA bewertet Risiken für öffentliche Gesundheit

Laut dem jüngsten wissenschaftlichen Gutachten der EFSA zu Risiken für die öffentliche Gesundheit durch Eier würde eine Verlängerung der Lagerungszeit von Eiern zu Hause oder im Einzelhandel das Risiko einer Lebensmittelvergiftung mit Salmonellen erhöhen. Die Sachverständigen konzentrierten sich dabei auf das Verbraucherrisiko durch Salmonella Enteritidis, dem Bakterium, das für die Mehrzahl der durch Eier hervorgerufenen Ausbrüche in der EU verantwortlich ist.

Die Sachverständigen der EFSA untersuchten die möglichen Folgen einer Verlängerung des Verkaufs- bzw. des Mindesthaltbarkeitsdatums von Eiern, die alleine oder als Lebensmittelzutat verzehrt werden. Das Verkaufsdatum ist das Datum, bis zu dem Eier längstens in Geschäften zum Verkauf angeboten werden sollten; das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt den Zeitraum an, in dem die Eier bei richtiger Lagerung ihre bestmögliche Qualität, etwa in Bezug auf Beschaffenheit und Geschmack, beibehalten.

Wird das Verkaufsdatum von Eiern für den privaten Verzehr von 21 auf 28 Tage verlängert, steigt das Infektionsrisiko für rohe Eier um 40 % und für weich gekochte Eier um 50 %. Im ungünstigsten angenommenen Fall, bei einem Verkaufsdatum von 42 Tagen und einem Mindesthaltbarkeitsdatum von 70 Tagen, ist das Risiko für rohe wie weich gekochte Eier etwa dreimal höher als derzeit.

Ähnlich sind die Ergebnisse für Eier, die in gastronomischen Betrieben verwendet und üblicherweise nicht im Einzelhandel, sondern von Großhändlern erworben werden.

Zur Ermittlung dieser Schätzwerte griffen die Sachverständigen der EFSA auf ein quantitatives Modell zurück, das einen Vergleich der aktuellen Situation in der EU hinsichtlich der Lagerung von Eiern mit verschiedenen möglichen Szenarien unter Verwendung unterschiedlicher Verkaufs- und Mindesthaltbarkeitsdaten erlaubte.

Falls sich bereits Salmonellen im Ei befinden, können sie sich bei höherer Temperatur und längerer Lagerung schneller vermehren. Ein gründliches Kochen der Eier hingegen vermindert das Infektionsrisiko“, erläutert John Griffin, Vorsitzender des Gremiums für biologische Gefahren.

Die einzige Möglichkeit, ein durch längere Lagerung erhöhtes Infektionsrisiko zu verringern, besteht darin, die Eier gekühlt aufzubewahren. Werden das Verkaufs- und Mindesthaltbarkeitsdatum jedoch um mehr als drei Wochen verlängert, erhöht sich das Risiko – trotz Kühlung in den Läden.

Die vorliegende wissenschaftliche Beratung wurde von der Europäischen Kommission angefordert, um für etwaige künftige Entwicklungen im Bereich der Datumskennzeichnung von Eiern als Informationsgrundlage zu dienen. Die Verwirrung der Verbraucher hinsichtlich der Bedeutung von Datumsangaben auf Lebensmitteln trägt mit zu deren Verschwendung in Privathaushalten bei.

Auf EU-Ebene durchgeführte Programme zur Bekämpfung von Salmonella haben in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Salmonellenfälle beim Menschen geführt. Auch bei Geflügel haben Infektionen mit Salmonella deutlich abgenommen, insbesondere in Legehennenbeständen. Dieser Rückgang der Salmonellenbelastung in Legehennenbeständen ist wahrscheinlich der Hauptgrund für den Rückgang der Salmonella-Fälle beim Menschen, da Eier die Hauptursache menschlicher Infektionen in der EU sind.

Notes to editors
  • Während das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung angegeben ist, handelt es sich bei dem Verkaufsdatum um eine Vorgabe für das Verkaufspersonal, die nicht auf der Verpackung erscheint.
  • Das verwendete Modell wurde von der Australian Egg Corporation Limited zur Verfügung gestellt und von Experten der Food Standards Australia New Zealand sowie Sachverständigen der EFSA modifiziert, um relevante Daten im Hinblick auf Situation in der EU (etwa zur Lagerungspraxis und zur Prävalenz von mit Salmonella Enteritidis kontaminierten Eiern) einzubeziehen.
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