Bisphenol A und andere Bisphenole
Bisphenole sind chemische Stoffe, die in Kombination mit anderen chemischen Stoffen zur Herstellung bestimmter Kunststoffe und Harze verwendet werden.
Sie finden beispielsweise Verwendung in Polycarbonat-Kunststoffen. Dies sind transparente und harte Kunststoffe, die wiederum zur Herstellung von Wasserspendern, Lebensmittelbehältnissen und Mehrweg-Getränkeflaschen verwendet werden.
Diese Stoffe werden auch zur Herstellung von Epoxidharzen verwendet, die als Schutzbeschichtungen und Innenauskleidungen für Konserven- sowie Getränkedosen und -fässer eingesetzt werden.
Chemische Stoffe wie die in Lebensmittelbehältnissen verwendeten Bisphenole können in sehr geringen Mengen in die darin enthaltenen Lebensmittel und Getränke übergehen. Daher können die Wissenschaftler der EFSA gebeten werden, ihre Sicherheit unter Berücksichtigung neuer Daten zu überprüfen.
Aktuelles
Die EFSA erstellt derzeit ein wissenschaftliches Dokument, in dem die Informationen aufgeführt sind, die für die Sicherheitsbewertung von anderen gefährlichen Bisphenolen als BPA und deren Derivaten erforderlich sind, wenn diese in Lebensmittelkontaktmaterialien (food contact material – FCM) für bestimmte Anwendungen erforderlich sind. Das wissenschaftliche Dokument wird eine Erklärung sein, die die aktuelle FCM-Leitlinie und die damit verbundenen Anforderungen ergänzt. Im März 2026 wurde auf der Website eine öffentliche Konsultation zu dem entsprechenden Entwurf gestartet. Diese Arbeit ist Teil der Anforderungen der Verordnung (EU) 2024/3190 der Kommission und wird in Zusammenarbeit mit der ECHA entwickelt. Die Erklärung soll voraussichtlich bis Januar 2027 veröffentlicht werden.
Am 19. Dezember 2024 hat die Europäische Kommission angesichts der jüngsten Risikobewertung Spezialgebiet der angewandten Wissenschaften, in dem wissenschaftliche Daten und Studien ausgewertet werden, um die mit bestimmten Gefahren einhergehenden Risiken zu beurteilen. Dies umfasst vier Schritte: Gefahrenidentifizierung, Gefahrencharakterisierung, Expositionsabschätzung und Risikocharakterisierung der EFSA das Verbot von Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien eingeführt.
Im April 2023 veröffentlichte die EFSA eine Neubewertung der Sicherheit von BPA in FCM, wobei der in ihrer früheren Bewertung aus dem Jahr 2015 festgelegte Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake – TDI Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake – TDI) bezieht sich auf chemische Stoffe in Lebensmitteln oder Trinkwasser, die nicht absichtlich zugesetzt wurden (z.B. Kontaminanten), und ist ein Schätzwert der Menge eines solchen Stoffs, die im Laufe eines Lebens konsumiert werden kann, ohne dass sie ein merkliches Risiko für die Gesundheit birgt) deutlich gesenkt wurde.
Laufende oder abgeschlossene Bewertungen
Verfolgen Sie die Arbeit der EFSA
Meilensteine
<p>2023</p>
<p>April</p>
Die EFSA veröffentlicht ein wissenschaftliches Gutachten zur Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BPA in Lebensmitteln.
Die EFSA und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) veröffentlichen einen gemeinsamen Bericht über die Neubewertung von BPA.
Die EFSA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichen einen gemeinsamen Bericht zur Neubewertung von BPA.
<p>Januar</p>
Die EFSA trifft sich mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), um den Entwurf des wissenschaftlichen Gutachtens der EFSA zur Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorkommen von BPA in Lebensmitteln zu erörtern.
<p>2022</p>
<p>November</p>
Die EFSA trifft sich mit der Europäischen Arzneimittelagenur (EMA), um den Entwurf des wissenschaftlichen Gutachtens der EFSA zur Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BPA in Lebensmitteln zu erörtern.
<p>Januar und Februar</p>
Es werden Fachgruppensitzungen mit Interessenträgern sowie mit zuständigen nationalen und internationalen Behörden, einschließlich des BfR und der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA), abgehalten, in denen der Entwurf eines wissenschaftlichen Gutachtens der EFSA zur Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BPA in Lebensmitteln erörtert wird.
<p>2021</p>
<p>Dezember</p>
Die EFSA leitet eine öffentliche Konsultation zu ihrem Entwurf eines wissenschaftlichen Gutachtens zur Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BPA in Lebensmitteln ein.
<p>2020</p>
<p>April</p>
Die EFSA veröffentlicht einen Fachbericht, in dem neue toxikologische und toxikokinetische Studien zu Bisphenol S (BPS) ausgewertet werden, und empfiehlt die Erhebung weiterer Daten zu dessen Verwendung, Vorkommen und Migration.
<p>2019</p>
<p>November</p>
Vor der Anwendung auf die neue BPA-Neubewertung wird die im BPA-Gefahrenbewertungsprotokoll von 2017 beschriebene Studienbewertungsmethode bei einer Auswahl zuvor bewerteter Studien getestet. Die Testphase, ihr Ergebnis und die daraus resultierende Verfeinerung der Methode von 2017 werden im wissenschaftlichen Bericht: Prüfung der Methodik des BPA-Studienbewertungsprotokolls 2017 beschrieben.
<p>2018</p>
<p>September</p>
Eine neue EFSA-Arbeitsgruppe aus wissenschaftlichen Sachverständigen beginnt mit der Bewertung aktueller toxikologischer Daten zu BPA.
<p>2017</p>
<p>Dezember</p>
Die Sachverständigen der EFSA verabschieden das wissenschaftliche Protokoll zur Neubewertung der von BPA ausgehenden Gefahren.
2016
<p>Juni</p>
Die EFSA leitet eine öffentliche Konsultation zum Entwurf des BPA-Gefahrenbewertungsprotokolls ein. An der Protokollarbeitsgruppe nehmen Sachverständige aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und der Schweiz, die von ihrer jeweiligen Regierung ernannt wurden, sowie vier von der EFSA ernannte unabhängige Wissenschaftler teil.
<p>2016</p>
<p>Oktober</p>
Neue Daten bestätigen die frühere Schlussfolgerung der EFSA, dass sich BPA auf das Immunsystem von Tieren auswirken könnte; die Erkenntnisse sind jedoch zu begrenzt, um Rückschlüsse auf die Gesundheit des Menschen zu ziehen.
<p>2015</p>
<p>Januar</p>
Die EFSA veröffentlicht eine neue umfassende Bewertung der Exposition Konzentration oder Menge eines bestimmten Stoffs, die von einem Menschen, einer Population oder einem Ökosystem mit einer bestimmten Häufigkeit über einen bestimmten Zeitraum hinweg aufgenommen wird gegenüber BPA und dessen Toxizität Potenzial eines Stoffs, einem lebenden Organismus zu schaden. Die Sachverständigen der EFSA senken den Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (µg/kg KG/Tag) auf einen vorläufigen TDI-Wert von 4 µg/kg KG/Tag.
<p>2011</p>
<p>Dezember</p>
Die EFSA veröffentlicht im Anschluss an einen Bericht der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) eine Stellungnahme zu BPA.
<p>2010</p>
<p>September</p>
Die EFSA veröffentlicht einen aktuellen Überblick über die neueste wissenschaftliche Literatur.
<p>2008</p>
<p>Juli</p>
Die EFSA stellt weitere wissenschaftliche Beratung zu BPA im Zusammenhang mit dessen Toxikokinetik Die Toxikokinetik untersucht die Prozesse, mit denen potenziell giftige Stoffe im Körper verarbeitet werden. Dies umfasst ein Verständnis der Resorption, Verteilung, Verstoffwechselung und Ausscheidung solcher Stoffe bereit.
<p>2006</p>
<p>November</p>
Die EFSA veröffentlicht ihre erste Risikobewertung von BPA.
Rolle der EFSA
Die EFSA leistet für die Risikomanager – die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten – wissenschaftliche Beratung zur Sicherheit von chemischen Stoffen wie BPA bei der Verwendung in Lebensmittelkontaktmaterialien.
Diese Aufgabe wird vom EFSA-Gremium für Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM) wahrgenommen.
Im Rahmen ihrer Sicherheitsbewertungen von Lebensmittelkontaktmaterialien legt die EFSA, wenn möglich (d. h., sofern ausreichende Informationen vorliegen), für jeden einzelnen Stoff eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake – TDI) fest.
Beim TDI-Wert handelt es sich um die geschätzte Menge eines Stoffes, die ein Mensch lebenslang täglich aufnehmen kann, ohne dass ein nennenswertes Risiko für die Gesundheit besteht. TDI-Werte werden auf der Basis des Körpergewichts angegeben.
EU-Rechtsrahmen
Am 19. Dezember 2024 hat die Europäische Kommission angesichts der jüngsten Risikobewertung der EFSA das Verbot von Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien eingeführt.
Die Verwendung von BPA in Thermopapierquittungen ist seit Januar 2020 verboten.
Im Februar 2018 führte die EU strengere Grenzwerte für BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien ein, die sich aus der 2015 von der EFSA festgelegten tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge ergeben.
BPA ist seit September 2018 in Kunststoffflaschen und -verpackungen, die Lebensmittel für Säuglinge und Kinder unter drei Jahren enthalten, verboten.
Im Januar 2011 verbot die Europäische Kommission die Verwendung von BPA bei der Herstellung von Babyflaschen aus Polycarbonaten.
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) ist zudem an der Bewertung von BPA für die Zwecke der Einstufung gemäß der Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (CLP) sowie an der Bereitstellung von Empfehlungen für die Risikobewertung in bestimmten Fällen beteiligt.
Themenseite Bisphenol A – ECHA-Website