Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung, die bei Schweinen und Wildschweinen auftritt und in der Regel tödlich verläuft. Derzeit gibt es weder Impfstoffe noch Heilmittel dagegen. Daher kann die Krankheit schwerwiegende sozioökonomische Auswirkungen in den betroffenen Ländern haben. Menschen sind nicht empfänglich für die Tierseuche.

Die typischen Anzeichen der Afrikanischen Schweinepest ähneln denen der klassischen Schweinepest, weshalb es zur Unterscheidung der beiden Krankheiten in der Regel einer Labordiagnose bedarf. Symptome sind u.a. Fieber, Fressunlust, Antriebslosigkeit, Aborte, innere Blutungen und sichtbare blutunterlaufene Stellen an Ohren und Flanken. Es kann auch zu plötzlichen Todesfällen kommen. Aggressive Virusstämme sind in der Regel tödlich (Todeseintritt innerhalb von zehn Tagen). Mit weniger virulenten ASP-Stämmen infizierte Tiere zeigen mitunter keine typischen klinischen Symptome.

Übertragung und Ausbreitung

Gesunde Schweine und Wildschweine infizieren sich üblicherweise durch:

  • Kontakt mit infizierten Tieren, einschließlich Kontakt zwischen frei laufenden Schweinen und Wildschweinen
  • Aufnahme von Fleisch oder Fleischerzeugnissen von infizierten Tieren – Küchenabfälle, Futtersuppe aus Speiseresten (Spültrank), infiziertes Wildschweinfleisch (einschließlich Schlachtabfälle)
  • Kontakt mit allem, was mit dem Virus kontaminiert ist, beispielsweise Kleidung, Fahrzeuge oder Gerätschaften
  • Bisse von infizierten Zecken

Die Verbringung infizierter Tiere, kontaminierte Schweineerzeugnisse und die illegale Entsorgung von Tierkörpern sind die wichtigsten Ausbreitungswege der Seuche.

Wo tritt die Krankheit auf?

Die Afrikanische Schweinepest ist endemisch in Afrika südlich der Sahara. In Europa ist sie bereits seit mehreren Jahrzehnten in Sardinien endemisch. Im Jahr 2007 kam es zu Ausbrüchen in Georgien, Armenien, Aserbaidschan und dem europäischen Teil Russlands, der Ukraine und Weißrussland.

Jüngste Ausbrüche in der Europäischen Union

Von Russland und Weißrussland aus verbreitete sich die Krankheit bis in die Europäische Union. Im Januar 2014 meldete Litauen erstmals Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen. Polen folgte im Februar 2014, Lettland und Estland im Juni und September des gleichen Jahres.

Die Mehrzahl der Ausbrüche trat in Kleinbetrieben auf und konnte relativ schnell eingedämmt werden. Die Krankheit breitet sich lokal nach wie vor unter Wildschweinen aus, wo sich die Eindämmung schwieriger gestaltet. Lage zur Afrikanischen Schweinepest

Die EFSA verfolgt die Lage zur Afrikanischen Schweinepest seit Jahren aufmerksam, insbesondere nach den Ausbrüchen von 2014 in baltischen Staaten und Polen.

2017 – Sachverständige der EFSA unterstützten die baltischen Länder und Polen bei der Auswertung von bis September 2017 erhobenen epidemiologischen Daten.

März 2017 – Einer epidemiologischen Analyse von EFSA und Mitgliedstaaten zufolge breitet sich die Afrikanische Schweinepest in den baltischen Staaten und Polen langsam aus.

2015 – Die Sachverständigen der Behörde empfehlen eine Kombination verschiedener Managementmaßnahmen, um die Ausbreitung der Krankheit bei Wildschweinen einzudämmen. Dazu zählen die gezielte Jagd, die Entfernung von Fallwild und ein strenges Fütterungsverbot.

März 2014 – Im Nachgang zu den Ausbrüchen in Polen und Litauen kommen die Sachverständigen der EFSA in einem auf dringendes Ersuchen erstellten wissenschaftlichen Bericht zu dem Schluss, dass die Jagd kein wirksames Instrument ist, um die Größe der Schwarzwildpopulation in Europa drastisch zu verringern. Zudem könnte die künstliche Fütterung von Wildschweinen eher zu einem Populationswachstum führen.

April 2014 – Den EFSA-Sachverständigen zufolge ist das Risiko eines Endemischwerdens der Afrikanischen Schweinepest in Georgien, Armenien und Russland seit der letzten Risikobewertung der EFSA im Jahr 2010 von mäßig auf hoch gestiegen. Darüber hinaus besteht weiterhin ein hohes Risiko, dass sich das Virus aus diesen Ländern über kontaminiertes Fleisch, Tiere oder Fahrzeuge in bislang nicht betroffene Gebiete ausbreitet.

März 2010 – Die EFSA schätzt das Risiko einer endemischen Etablierung der Krankheit in EU-Nachbarländern (kaukasische Staaten und Russland) als „mäßig“ ein und bewertet das Risiko einer Einschleppung der Seuche in die Europäische Union.

Juli 2010 – EFSA-Sachverständige gelangen zu dem Schluss, dass Zecken eine wichtige Rolle bei der lokalen Übertragung des Virus haben, jedoch nicht aktiv an deren geografischen Ausbreitung beteiligt sind.

Das Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz der EFSA bietet EU-Risikomanagern (Europäische Kommission, Europäisches Parlament und Mitgliedstaaten) unabhängige wissenschaftliche Beratung zu Fragen der Tiergesundheit und damit verbundenen Aspekten der Lebensmittelsicherheit.

Die Sachverständigen des Gremiums haben in der Vergangenheit bereits mehrmals wissenschaftliche Beratung zur Afrikanischen Schweinepest geleistet. Dies umfasste:

  • die Bewertung des Einschleppungsrisikos der Afrikanischen Schweinepest in die Europäische Union
  • die Untersuchung der Rolle von Vektoren (Zecken) bei der Verbreitung der Krankheit
  • die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Standardisierung der diesbezüglichen Datenerhebung
  • die Bereitstellung epidemiologischer Updates – aktuelle Informationen über Inzidenz (Auftreten), Ausbreitung und mögliche Kontrollmaßnahmen 

Die Europäische Union hat Präventions- und Kontrollmaßnahmen erlassen, die bei Verdacht auf Afrikanische Schweinepest bzw. bestätigten Fällen in Betrieben oder Wildschweinpopulationen zu ergreifen sind.