Klonen von Tieren: EFSA bekräftigt Sicherheit von Lebensmittelerzeugnissen aus geklonten Tieren, betont aber Aspekte der Tiergesundheit und des Tierschutzes

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat heute eine auf Ersuchen der Europäischen Kommission erstellte wissenschaftliche Stellungnahme veröffentlicht, in der den jüngsten Forschungsarbeiten zu geklonten Tieren und deren Nachkommen zu Zwecken der Lebensmittelerzeugung Rechnung getragen wird. Im Anschluss an einen Aufruf der Behörde zur Einreichung von Daten und nach Diskussionen mit Sachverständigen in dem Bereich bekräftigt die EFSA die Erkenntnisse aus ihren früheren Arbeiten[1]. In Bezug auf die Lebensmittelsicherheit gibt es keine Hinweise darauf, dass Unterschiede bestehen zwischen Lebensmittelerzeugnissen, die von gesunden Klonen oder deren Nachkommen stammen (insbesondere Milch und Fleisch), und Lebensmittelerzeugnissen, die aus gesunden, herkömmlich gezüchteten Tieren gewonnen werden. Die Behörde räumt allerdings ein, dass mit dieser Technologie nach wie vor Bedenken in Bezug auf Tiergesundheit und Tierschutz verbunden sind.

Die jüngste Stellungnahme der EFSA zum Klonen von Tieren besagt, dass seit ihrer vorausgegangenen Stellungnahme aus dem Jahr 2010 keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die eine erneute Abwägung der früheren Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Behörde erforderlich machen. Überdies unterstützen neue wissenschaftliche Informationen die bisherigen Erkenntnisse, wonach:

  • in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit bei Rindern und Schweinen keine Hinweise darauf vorliegen, dass Unterschiede zwischen Fleisch- oder Milchprodukten von gesunden Klonen oder ihren Nachkommen und Fleisch- oder Milchprodukten von gesunden, herkömmlich gezüchteten Tieren bestehen. Daten über Klone von anderen für die Lebensmittelerzeugung genutzten landwirtschaftlichen Nutztierarten als Rindern und Schweinen liegen nach wie vor nur in begrenztem Umfang vor und gestatten keine Bewertung der Lebensmittelsicherheit bzw. von Aspekten der Tiergesundheit oder des Tierschutzes.
  • Die Klontechnologie mittels somatischen Zellkerntransfers (SCNT) kann gesunde Tierklone hervorbringen, aber im Verlauf des SCNT-Klonverfahrens geben Tiergesundheit und Tierschutz nach wie vor Anlass zu Besorgnis. Dies ist hauptsächlich auf die erhöhte Sterblichkeit in allen Entwicklungsstadien zurückzuführen (von der perinatalen bis zur juvenilen Phase sowie durch Fehlgeburten). Es ist jedoch hervorzuheben, dass diese Bedenken nicht die konventionell erzeugten Nachkommen von Klonen betreffen, da sich diese normal zu entwickeln scheinen.
  • Die nur in begrenztem Umfang vorliegenden Daten enthalten keine wissenschaftlichen Hinweise, die nahe legten, dass geklonte landwirtschaftliche Nutztiere im Vergleich zu herkömmlich gezüchteten Nutztieren ein erhöhtes Risiko für die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt oder die Umwelt darstellen.
  • Aufgrund kontinuierlicher Forschung mit landwirtschaftlichen Nutztieren zur Optimierung der verschiedenen Schritte beim Klonen mittels SCNT wurden seit der letzten Stellungnahme der EFSA zu diesem Thema neue Kenntnisse gewonnen. Einige Wissenschaftler verweisen auf geringfügige Verbesserungen, die jedoch bisher nicht zu einer signifikanten Steigerung der Gesamteffizienz des Klonens geführt haben.

Die Stellungnahme der EFSA enthält auch Angaben zur derzeitigen Effizienz des Klonens im Vergleich zu assistierten Reproduktionstechnologien unter Verwendung von In-vitro-Embryonen.

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