Acrylamid

Acrylamid

Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die typischerweise bei der Zubereitung bzw. Verarbeitung stärkehaltiger Lebensmittel unter hohen Temperaturen, wie Braten, Backen oder Rösten, entsteht. Es bildet sich bei der Reaktion zwischen reduzierenden Zuckern (z.B. Glukose oder Fruktose) und bestimmten Aminosäuren, die in Lebensmitteln natürlich vorkommen. Acrylamid wurde in Erzeugnissen wie Kartoffelchips, Pommes frites, Brot, Keksen und Kaffee nachgewiesen. Erstmals wurde es im April 2002 in Lebensmitteln entdeckt; Menschen dürften dem Stoff aber wahrscheinlich schon immer über ihre Ernährung ausgesetzt gewesen sein.

Laufende Arbeiten der EFSA und veröffentlichte wissenschaftliche Empfehlungen

Die Rolle der EFSA

Die EFSA bietet Risikomanagern unabhängige wissenschaftliche Beratung im Bereich Acrylamid. Insbesondere stellt die Behörde auf Ersuchen der Europäischen Kommission Daten zum Acrylamidgehalt in einer Reihe von Lebensmitteln in ganz Europa zusammen. Die von den Mitgliedstaaten übermittelten Daten werden ausgewertet und in Jahresberichten zusammengefasst.

Die Arbeit der EFSA trägt dazu bei, Tendenzen hinsichtlich des Acrylamidgehalts im zeitlichen Verlauf zu ermitteln. Außerdem unterstützen die Tätigkeiten der EFSA die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten bei der Bewertung der Wirksamkeit freiwilliger Maßnahmen, die die Lebensmittelindustrie zur Senkung des Acrylamidgehalts ergreift.

EU-Rechtsrahmen

Aktivitäten der EFSA

Im Jahr 2012 veröffentlichte die EFSA ihren vierten Bericht zu Acrylamid, der die im Jahr 2010 übermittelten Daten mit denen aus den Jahren 2008 und 2009 vergleicht. Der vorige, 2011 veröffentlichte Bericht enthält eine Expositionsabschätzung hinsichtlich der Acrylamidaufnahme verschiedener Altersgruppen sowie Angaben über die Hauptquellen der Acrylamidexposition in der Ernährung der europäischen Verbraucher. Die Expositionsschätzungen für die verschiedenen Altersgruppen in Europa waren vergleichbar mit früheren Werten. 2013 wird die EFSA ihre Expositionsabschätzung für Europa anhand aktuellerer Daten zum Acrylamidgehalt in Lebensmitteln sowie neuer Lebensmittelverzehrsdaten auf den neuesten Stand bringen.

In einer Stellungnahme von 2005 wies die EFSA darauf hin, dass aufgrund der nachgewiesenen Karzinogenität und Genotoxizität der Substanz potenzielle Gesundheitsbedenken in Bezug auf Acrylamid bestehen könnten. Die Stellungnahme pflichtete den Schlussfolgerungen und Empfehlungen einer früheren Risikobewertung zu Acrylamid bei, die vom Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (Gemeinsamer Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation – JECFA) durchgeführt worden war. Hierin kam der JECFA zu dem Schluss, dass Acrylamid ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen könne und dass Anstrengungen unternommen werden sollten, um die Exposition zu verringern.

Wichtigste laufende Arbeiten

Die EFSA verfolgt die laufenden Entwicklungen in der wissenschaftlichen Forschung und trägt weiterhin aktiv zu einem besseren Verständnis der Problematik von Acrylamid in Lebensmitteln bei. Auf Wunsch der Lebensmittelsicherheitsstellen in Dänemark, Deutschland, Frankreich und Schweden hat die EFSA außerdem Gespräche mit diesen nationalen Behörden sowie weiteren Mitgliedern des Beirats der EFSA zu den aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich Acrylamid und dessen möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit aufgenommen.

Letzte Aktualisierung: 25 April 2013