Bericht zu „Energiegetränken“

Webnachricht
6 März 2013

Die EFSA hat einen Bericht zu einer von ihr in Auftrag gegebenen Studie veröffentlicht, die erstmals europaweit Daten zum Konsum von „Energiegetränken“ für spezifische Bevölkerungsgruppen, einschließlich Kinder und Jugendliche, zusammenträgt. Die Studie umfasst auch eine Abschätzung der durch akute wie chronische Aufnahme bedingten Exposition von Konsumenten[1] gegenüber einigen in „Energiegetränken“ enthaltenen Wirkstoffen – insbesondere Koffein, Taurin und Glucuronolacton (D-Glucuronsäure-γ-Lacton). Die Studie ergab, dass unter den Befragten[2] die Altersgruppe der Jugendlichen (68% aller Befragten) am ehesten „Energiegetränke“ zu sich nimmt und der Konsum von „Energiegetränken“ bei Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren schätzungsweise 43% ihrer Gesamtexposition gegenüber Koffein ausmacht.

Die externe Studie, die im Rahmen des Verfahrens der EFSA zur Vergabe von Finanzhilfen und öffentlichen Aufträgen in Auftrag gegeben wurde, untersuchte außerdem die spezifischen mit dem Konsum von „Energiegetränken“ verbundenen Gewohnheiten unter Jugendlichen und Erwachsenen – wie den Konsum von „Energiegetränken“ zusammen mit Alkohol oder in Verbindung mit intensiver körperlicher Betätigung.

Die Ergebnisse liefern wichtige Daten für die bevorstehende Risikobewertung der EFSA zur Sicherheit von Koffein. Im Zusammenhang mit einem umfassenderen Mandat wurde die EFSA von der Europäischen Kommission ersucht festzustellen, ob und in welchem Ausmaß der Konsum von Koffein zusammen mit anderen Lebensmittelinhaltsstoffen, wie Alkohol oder den in „Energiegetränken“ enthaltenen Substanzen, aufgrund von Wechselwirkungen zwischen diesen verschiedenen Inhaltsstoffen ein Gesundheitsrisiko darstellen könnte.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie[3]:

  • Erwachsene (18-65 Jahre): Etwa 30% der befragten Erwachsenen konsumieren „Energiegetränke“[4]. Von diesen haben etwa 12% einen „stark chronischen“ Konsum (regelmäßiger Konsum an 4-5 Tagen der Woche oder öfter) mit einer durchschnittlichen monatlichen Aufnahme von 4,5 Liter; weitere rund 11% der Befragten haben einen „stark akuten“ Konsum (sie trinken mindestens 1 Liter bei einem einzigen Anlass).
  • Jugendliche (10-18 Jahre): Etwa 68% der befragten Jugendlichen konsumieren „Energiegetränke“. Davon zählen etwa 12% aufgrund ihres durchschnittlichen monatlichen Konsums von 7 Litern zu den „stark chronischen“ und weitere 12% zu den „stark akuten“ Konsumenten.
  • Kinder (3-10 Jahre): Etwa 18% der befragten Kinder konsumieren „Energiegetränke“. Von ihnen trinken rund 16% pro Woche im Schnitt 0,95 Liter (nahezu 4 Liter pro Monat) und gelten damit als „stark chronische“ Konsumenten.
  • Konsum zusammen mit Alkohol: Die Verhaltensmuster hinsichtlich des gemeinsamen Konsums von „Energiegetränken“ und Alkohol waren bei Erwachsenen (56%) und Jugendlichen (53%) vergleichbar.
  • Konsum in Verbindung mit sportlicher Aktivität: Etwa 52% der erwachsenen und 41% der jugendlichen Konsumenten gaben an, bei sportlichen Aktivitäten „Energiegetränke“ zu sich zu nehmen.
  • Anteil der „Energiegetränke“ an der Gesamtexposition gegenüber Koffein: Etwa 8% bei erwachsenen, 13% bei jugendlichen und 43% bei Konsumenten im Kindesalter.

Die Studie wurde in Auftrag gegeben, nachdem einige Vertreter von Mitgliedstaaten gegenüber dem Beirat der Behörde Bedenken hinsichtlich der in Europa wachsenden Popularität von „Energiegetränken“ und der daraus resultierenden potenziellen Exposition insbesondere von Kindern und Jugendlichen gegenüber Koffein und weiteren Inhaltsstoffen geäußert hatten.

Darüber hinaus stellte der Beirat einen Mangel an Daten zum EU-weiten Konsum von „Energiegetränken“ fest. Das ANS-Gremium der EFSA hatte bereits in seinem Gutachten von 2009, das auf im Jahr 2003 von zwei Mitgliedstaaten erhobenen Verzehrsdaten basierte und die Exposition gegenüber Taurin und Glucuronolacton durch regelmäßigen Konsum von „Energiegetränken“ als unbedenklich einstufte, auf die Notwendigkeit neuer Datenerhebungen verwiesen. Die aktuelle Studie bestätigt, dass die im EFSA-Gutachten von 2009 angewandten Szenarien realistisch waren.


Hinweise für die Redaktion:

Koffein ist ein in zahlreichen Getränken und Lebensmittelerzeugnissen enthaltenes Stimulans: „Energiegetränke“ können pro Liter 70 bis 400 mg und bisweilen noch darüber hinaus gehende Mengen an Koffein enthalten. Die Hauptwirkungen von Koffein beruhen auf einer Stimulation des zentralen Nervensystems, die zu einer erhöhten Wachsamkeit und Konzentrationsfähigkeit beiträgt.

Taurin ist eine im menschlichen Körper natürlich gebildete Aminosäure, die bei der Funktion des Herz-Kreislauf-Systems, des zentralen Nervensystems sowie der Skelettmuskulatur eine Rolle spielt.

Glucuronolacton (D-Glucuronsäure-γ-Lacton) ist ein chemischer Stoff, der vom menschlichen Körper auf natürliche Weise gebildet wird und ein struktureller Bestandteil unseres Bindegewebes ist.

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[1] In der Studie wurden diejenigen Befragten als „Konsumenten“ definiert, die angaben, mindestens einmal im Verlauf des vorangegangenen Jahres ein „Energiegetränk“ konsumiert zu haben.
[2] Insgesamt wurden mehr als 52.000 Personen befragt.
[3] Die Umfrage wurde mit über 52.000 Personen aus 16 der 27 Mitgliedstaaten durchgeführt, die danach ausgewählt worden waren, die EU-Bevölkerung sowie unterschiedliche Konsummuster repräsentativ abzudecken.
[4] Da keine allgemeingültige Definition für „Energiegetränke“ existiert, zählen in dieser Studie alle diejenigen alkoholfreien Getränke in diese Kategorie, die Koffein, Taurin und/oder Vitamine (oft in Kombination mit weiteren Inhaltsstoffen) enthalten und aufgrund ihrer tatsächlichen oder wahrgenommenen Wirkung als Muntermacher, Energiespender und/oder Leistungsverstärker vermarktet werden.